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Produkte, Risiken, Tipps: Was Sie jetzt wissen müssen
von Thomas Helbing
Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Deo

Deo benutzt fast täglich jeder. Vor allem aluminiumhaltige Produkte sind jedoch in Verruf geraten. Wie gefährlich sind diese Antitranspirante wirklich? Gibt es Alternativen? Roller, Spray, Stick? STYLEBOOK.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

  • Foto: getty images

    Gut gesprüht, ist leider nur die halbe Miete. Denn ein Deo kann nur wirken, wenn man es richtig anwendet – und vor allem, wenn man das richtige benutzt

Deos hier shoppen:


1. Was sind Deos?
Kosmetische Produkte, die den Körpergeruch überdecken oder die Schweißbildung vermindern. Deos gibt es in den verschiedensten Varianten, als Stift, Roller, Lotion, Puder, Aerosol- und Pumpspray.

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2. Wie wirken Deos?
Im Prinzip lassen sie sich in zwei Gruppen unterscheiden. Erstens jene, die den Körpergeruch übertünchen – also klassische Deos. Und zweitens die, die verhindern, dass wir überhaupt unter den Achseln schwitzen – sie werden als Antitranspirante bezeichnet. Sie ziehen die Haut zusammen und verschließen die Schweißporen. Dass man statt dessen an einer anderen Körperstelle stärker schwitzt, weil der Schweiß ja schließlich irgendwo raus muss, ist übrigens ein Mythos. Dafür ist das „stillgelegte“ Areal zu klein. 

3. Was ist drin?
Neben den jeweiligen Präparate-Grundlagen, die bei Spray, Stift und Roller unterschiedlich sind (zum Beispiel Wasser, Alkohol, Wachse), sowie Duft- und Pflegestoffen, enthalten Deos unterschiedliche Wirkstoffe. Die wichtigsten sind: 1. Geruchsüberdecker wie synthetische Duftstoffe oder natürliche ätherische Öle. 2. Keimhemmende Mittel, die das Wachstum der für den Geruch verantwortlichen Bakterien kontrollieren. 3. Schweißhemmer, die die Aktivität der Schweißdrüsen beeinflussen. 4. Geruchsabsorber sind Substanzen, die Gerüche neutralisieren. 5. Anitoxidantien, die die Oxidationsprozesse bei der Geruchsbildung kontrollieren.

4. Sind die Wirkstoffe unbedenklich?
Einige Menschen reagieren überempfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe. Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Bestimmte Stoffe, z. B. Aluminium-Chlorid und Parabene, stehen im Verdacht, Krebs auszulösen.

5. Wie gefährlich sind Deos mit Aluminium?
In Antitranspiranten sind niedrig dosierte Aluminiumsalze enthalten. Sie stehen u. a. im Verdacht, Brustkrebs auszulösen. Aber: „Verlässliche Studien, dass sie tatsächlich Brustkrebs auslösen, gibt es bis jetzt nicht“, sagt der Dermatologe Dr. Reinhard Mrotzek aus Datteln im Interview. Der ergänzt: „Selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht diese zwar kritisch, verbietet sie aber nicht.“ Es wird gefordert, entsprechende Produkte eindeutiger zu kennzeichnen. Der Markt reagiert bereits: In den Drogerien gibt es immer mehr aluminiumfreie Deos im Angebot.

6. Gibt es Alternativen zum Antitranspirant?
Dr. Reinhard Mrotzek: „Deos mit Aluminium-Verbindungen sind derzeit die einzige konventionelle Methode gegen starkes Schwitzen, die wirklich funktioniert.“ Alternativen seien lediglich medizinische Therapien mit Tabletten, Botox-Injektionen oder schmerzhaften Eingriffen.

7. Wie oft sollte man Deo benutzen?
Ein normales Deo können Sie jeden Tag benutzen. Bei frisch rasierten Achseln tut es gut, etwa sechs Stunden auf ein Deo zu verzichten. Vor allem, wenn es Alkohol enthält. Wer wegen der Aluminium-Verbindungen bedenken hat, auf dessen Wirkung allerdings schwört, sollte es zumindest nicht täglich und nur in kleinen Mengen benutzen.

8. Wann sollte ich das Deo auftragen?
Antitranspirante, die mit Aluminium wirken, trägt man am besten abends auf. Nachts sind die Schweißdrüsen weniger aktiv. So können die schweißhemmenden Wirkstoffe besser in die Schweißkanäle eindringen und am kommenden Tag wirken. Deos, die Gerüche neutralisieren bzw. übertünchen, werden morgens angewendet. Wie bereits geschrieben: Deo und Antitranspirant nicht auf frisch rasierten Achseln benutzen.

9. Waschen vor dem Deo?
Deos überdecken nicht den alten Schweiß, sie wirken nur bei neuem. Haben es die Hautbakterien nämlich erst einmal geschafft, den Schweiß unter den Achseln zu zersetzen und damit einen unangenehmen Geruch hervorzurufen, hilft kein Deo der Welt. Deshalb: Erst Achseln reinigen, trocknen lassen und dann das Deo auftragen.

10. Spray, Roller oder Stick?
Am populärsten sind noch immer klassische Sprays. Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass in Deutsch­land mehr als die Hälfte der Deos als Aerosol­spray verkauft werden. Ihre Beliebtheit lässt sich unter anderem damit erklären, dass sie kein Nässegefühl oder einen klebrigen Film auf der Haut hinterlassen. Zusätzlich haben sie eine kühlende, erfrischende Wirkung beim Aufsprühen. Bei Empfindlichen können die feinen Partikel die Bronchien oberflächlich reizen, was Experten aber für unbe­denk­lich halten.

Gut zu wissen:
Schwitzen ist eine völlig normale Körperfunktion. Über diesen Mechanismus reguliert der Körper seinen Wasserhaushalt und seine Temperatur. Dafür zuständig sind die Schweißdrüsen, von denen jeder Mensch etwa drei Millionen in der Haut hat. Was Viele gar nicht wissen: Frischer Schweiß ist geruchsfrei. Erst, wenn die auf der Haut sitzenden Bakterien den Schweiß zersetzen, müffelt's. Wie und wie stark man riecht, ist allerdings individuell.


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