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Skincare

Wie sich vegane Ernährung auf die Haut auswirkt

Frau, die in ein Brot beißt
Vegane Ernährung bringt viele Vorteile mit sich, auf die Haut kann sie allerdings auch negativen Einfluss habenFoto: Getty Images

Vegane Ernährung steht für einen bewussten Ressourcenumgang, Tierschutz und effektiven Lösungsansatz bei einer Vielzahl chronischer Erkrankungen. Aber was passiert eigentlich mit unserer Haut, wenn wir auf eine rein pflanzliche Ernährung umsteigen? Wir haben mit einer Fachärztin gesprochen.

Was bedeutet vegane Ernährung?

Sich vegan zu ernähren bedeutet – unabhängig von ihrer Wirkung auf die Haut, auf jegliche Art tierischer Erzeugnisse zu verzichten. Darunter fallen alle Sorten Fleisch, Geflügel, Fisch und Milcherzeugnisse ebenso wie Eier und Honig.

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Welche Vorteile bietet vegane Ernährung für die Haut?

Ausbruch von Akne oder Neurodermitis kann zurückgehen

Besonders deutlich auf die Hautgesundheit soll sich der Verzicht auf Milchprodukte auswirken. „Sie stehen im Verdacht, den Ausbruch von Akne, Pickeln und Neurodermitis zu begünstigen. Grund dafür sind die in der Milch enthaltenen Hormone sowie Kohlenhydrate, die den Insulinspiegel beeinflussen können“, weiß Dr. Stefanie Derendorf.

Weniger verstopfte Poren

„Unsere Poren scheiden stetig ein Gemisch aus Fetten und Wasser aus, um das Hautbild zu klären. Gesättigte, bzw. gehärtete, Fettsäuren aus Fleisch, Butter und Milch sorgen für besonders hartnäckige Fette, die sich schwerer ausscheiden lassen und somit zu verstopften Poren und Mitessern führen können“, so Derendorf.

Gesunde Hautbalance

Fleischprodukte wirken säurebildend auf den Körper und enthalten aufgrund der industriellen Tierhaltung viele zugesetzte Stoffe, wie z.B. Antibiotika. Diese belasten den menschlichen Körper und wirken sich negativ auf die Hautbalance aus.

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Gesenktes Hautkrebsrisiko

Da Sie als Veganer mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen, wirkt sich dies nicht nur auf Ihre allgemeine Gesundheit, sondern auch auf Ihre Haut positiv aus. „Eine gesunde Ernährung, basierend auf viel Obst, Gemüse, wenig Zucker und gesättigten Fetten kann unter Umständen das Risiko für Plattenepithelkarzinome und nichtmelanomalen Hautkrebs senken“, so Dermatologin Derendorf. Dies liegt daran, dass Hauttumore durch das in Obst und Gemüse enthaltene Vitamin C und E sowie Selen reduziert werden. Gleichzeitig kann eine besonders fleisch- und fettreiche Ernährung wiederum das Hautkrebsrisiko erhöhen.

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Gesunder Darm = gesunde Haut

„Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, können wichtige Nährstoffe nicht aufgenommen werden und die Haut muss vermehrt mit Schadstoffen kämpfen. Pickel, Ekzeme und Neurodermitis können die Folge sein. Unsere Haut ist wie ein Spiegel unseres Darmzustands“, so die Expertin. „Vegane Ernährung fördert die Darmgesundheit, denn sie verändert das Mikrobiom des Körpers und erhöht den Anteil gesunder Bakterien im Verdauungssystem.“

Was sind die Nachteile?

Vegan heißt nicht automatisch gesund. Vor allem nicht, wenn durch den Verzicht auf tierische Produkte nun vermehrt industriell stark verarbeitete Alternativerzeugnisse, wie z.B. vegane Würstchen, auf dem Ernährungsplan stehen oder aber die Ernährung nun weniger ausgewogen ist und dadurch wichtige Nährstoffe fehlen.

Tipps für eine gesunde, schöne Haut bei veganer Ernährung

1. Proteinquellen

Tierisches Eiweiß gilt als wichtige Kollagenquelle und soll somit zu einem jüngeren Hautbild beitragen. „Achten Sie darauf, ihren Proteinbedarf zu decken und ausreichend alternative Eiweißquellen zu sich zu nehmen, wie Tofu oder Linsen“, so Derendorf.

2. Antioxidantien

Sie bieten einen wichtigen Schutz vor freien Radikalen, vor negativen äußeren Einflüssen, und sorgen somit für ein gesundes, strahlendes Hautbild. Natürliche Antioxidantien sind Vitamin C (z.B. in schwarzen Johannisbeeren, Zitrone, Chilischoten, grünem Gemüse), Vitamin E (z.B. in Olivenöl, Süßkartoffeln), Carotinoide (z.B. in Karotten, Aprikosen, Petersilie, Honigmelone) sowie Resveratrol und Flavonoide (z.B. in Weintrauben, Erdnüssen, Himbeeren).

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3. Grüner Tee

Seine entzündungshemmende, antibakterielle Wirkung unterstützt die allgemeine Hautgesundheit.

4. Omega-3-Fettsäuren

Sie wirken dem Hautalterungsprozess entgegen, indem sie für eine weiche, geschmeidige Haut und eine gestärkte Zellmembran sorgen. Natürliche Quellen sind z.B. Walnüsse, Sojabohnen und Leinöl sowie Leinsamen.

5. Vitamin B12

Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu trockener Haut, eingerissenen Mundwinkeln, sowie einem blassen, gelblichen Hautton führen, aufgrund eines Mangels an roten Blutkörperchen. Enthalten ist es z.B. in Sauerkraut, fermentierten Sojaprodukten und Shiitakepilzen. Bei der Einnahme von Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel ist allerdings Vorsicht geboten. „Es kann bei zu hoher Dosierung zu Hautunreinheiten führen und sollte daher nur an ärztlicher Rücksprache eingenommen werden“, so Frau Dr. Derendorf.

6. Geringer Zuckerkonsum

„Als Veganer greift man möglicherweise häufiger zu raffinierten Kohlenhydraten wie Nudeln, Zucker, Brot und weißem Reis, die alle zu einem höheren Serumglukosespiegel und damit zu mehr Insulin führen. Dies wiederum erhöht die Talgproduktion der Haut, was zu Akne beitragen kann“, so Dr. Derendorf. Zucker wirkt sich außerdem negativ auf die Kollagen- und Elastinproduktion der Haut aus.

7. Vitamin B3

„Vitamin B3 senkt erwiesenermaßen das Hautkrebsrisiko. Daher empfehle ich jedem, auf eine ausreichende Zufuhr zu achten“, so Dr. Derendorf. Natürliche Quellen sind Erdnüsse, Kalbsleber, Sardinen und Champignons.

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Fazit

Sich vegan zu ernähren bedeutet ein ganzheitliches Umdenken. Zieht es doch eine Umstellung des Lebensstils, der Essgewohnheiten sowie der Schönheitspflege nach sich. Dieser vermeintlich drastische Schritt lässt sich heutzutage allerdings relativ einfach und komfortabel umsetzen. Überall finden sich vegane Restaurants, fleischfreie Lebensmittelalternativen und auch die Auswahl an veganen Beauty-Produkte ist inzwischen immens.

Das Hinterfragen unserer Gewohnheiten hin zu einem bewussteren Konsum ist absolut zeitgemäß. Ob man dafür gleich Veganer werden muss, sei dahingestellt. Sicherlich sprechen einige Vorteile dafür, aber möglicherweise ist auch hier – wie so oft – das richtige Maß entscheidend.

Quelle

– mit fachlicher Beratung von Dr. Stefanie Derendorf und Dr. Alexandra Michaelis, Fachärztinnen für Dermatologie und Venerologie, Praxis Dermatologie am St. Anna Platz in München

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