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Nachgehakt!

Spätakne – was hilft bei Pickeln im Erwachsenenalter?

Frau mit Spätakne
Pickel haben nur Jugendliche? Von wegen! Akne ist auch unter Erwachsenen weit verbreitet. STYLEBOOK fragte Experten nach Ursachen und Behandlung von Spätakne.Foto: Getty Images

Das Thema unreine Haut ist mit Ü20 bei vielen Menschen noch lange nicht abgehakt, denn die Gründe für Pickel und Mitesser sind vielfältig. Aber was hilft wirklich dabei, unreine Haut langfristig zu bekämpfen? STYLEBOOK hat mit Experten die wichtigsten Fragen zum Thema Spätakne geklärt.

Wer bekommt Akne im Erwachsenenalter?

Akne ist eine Hautkrankheit, bei der die Talgproduktion zunimmt und sich die Talgdrüsen entzünden. Eine gesteigerte Bildung von Hornmaterial, welches die Talgdrüsen verstopft, begünstigt dies. „Im Unterschied zur Akne im Jugendalter, der Acne Vulgaris, erscheint die Spätakne, Acne Tarda, erst bei Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 45“, weiß Dr. med. Kim Christian Heronimus, Chefarzt der Dermatologie im Lausitzer Seenwald Klinikum. Oft hatten die Betroffenen – meist Frauen – schon in ihrer Jugend Akne. Besonders fies: Spätakne kann aber auch ganz plötzlich bei jemandem auftreten, der zuvor noch nie Hautprobleme hatte.

Was sind die Ursachen für Spätakne?

Meistens gibt es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Auslöser für Akne im Erwachsenenalter: hormonelle Veränderungen wie das Absetzen der Pille oder eine Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme, Bakterien oder genetische Veranlagung zu öliger Haut sind häufige Ursachen. Wenn Familienmitglieder unter Akne leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man selbst betroffen sein wird. Bei erwachsenen Aknepatientinnen wird auch oft eine stressbedingte Überproduktion von Talg beobachtet. Wer beruflich oder privat unter Druck steht, schüttet vermehrt Adrenalin, Kortison und das männliche Geschlechtshormon Testosteron aus – Hormone, die verstärkt zu unreiner Haut führen. So bringt etwa ein Überschuss an Testosteron den weiblichen Zyklus aus der Balance, weshalb Hautunreinheiten bei Frauen bevorzugt zyklusabhängig auftreten.

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Wie wird Spätakne behandelt?

Regel Nummer eins: Unreinheiten sollten nie selbst ausgedrückt werden. Dadurch können weitere Bakterien in die Haut gelangen und die Akne kann sich ausbreiten. Stattdessen sollten Betroffene in jedem Fall einen Dermatologen aufsuchen. Die Behandlung ist je nach Schweregrad und Hautbeschaffenheit sehr komplex und immer individuell. Manchmal reicht eine antibakterielle Creme aus, um die übermäßige Produktion der Talgdrüsen zu reduzieren. In schwereren Fällen kommen Antibiotika, Vitamin-A-Säure, Hormonpräparate oder Lichttherapien zum Einsatz. Regelmäßige Besuche bei der Kosmetikerin lohnen sich ebenfalls – nur ein Experte kann Mitesser fachgerecht und wirksam entfernen.

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Fördert eine mangelnde Gesichtsreinigung Akne?

Da sich unsere Haut über Nacht regenerieren und neue Zellen bilden soll, ist eine gründliche Gesichtsreinigung unumgänglich. Dr. Uta Schlossberger, medizinische Leiterin der Dermatologie am Kolumbahof in Köln erklärt gegenüber STYLEBOOK: „Verstopfen Make-up, Puder oder Feinstaub unsere Poren, wird dieser Prozess empfindsam gestört und unsere Haut kann mit Rötungen, Irritationen und Trockenheit reagieren – bis hin zu Akne und Fältchen.“ Eine gründliche Gesichtsreinigung ist zudem wichtig, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen – andernfalls wirkt die Haut schnell großporig.

Tipps gegen Akne im Erwachsenenalter

Die richtige Hautpflege

Viele vermuten, dass Spätakne eine Folge von Unsauberkeit sei und greifen deshalb zu scharfen Reinigungsmitteln wie Seife, alkoholischen Gesichtswassern und Peelings. Dadurch wird der Säuregehalt der Haut reduziert, der wie ein Schutzschild gegen Bakterien wirkt. „Verwenden Sie milde, hautneutrale und seifenfreie Produkte, die die Haut nicht reizen“ rät Dr. Heronimus. Ganz wichtig im Kampf gegen Akne ist aber, dass sowohl Pflege als auch Make-up nicht komedogen sind, also keine neuen Mitesser erzeugen. Die Pflegeprodukte sollten dafür möglichst öl- und fettfrei sein, um die Poren nicht erneut zu verstopfen.

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Eine ausgewogene Ernährung

Wer Akne besonders in Verbindung mit Stress beobachtet, sollte über einen generellen Lebenswandel nachdenken. Heißt: keine Zigaretten, kein Alkohol und regelmäßige Auszeiten in den Alltag integrieren. Dr. Heronimus rät auch zu einer Ernährungsumstellung: „Verzichten Sie auf Milchprodukte, streichen Sie tierische Fette, zuckerreiche Soft Drinks und Fast Food von Ihrem Speiseplan. Viel Obst, Gemüse sowie Vollkornprodukte, viel Wasser und ungesüßte Tees sind ideal“, so der Experte.

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Beauty-Produkte regelmäßig reinigen

Experten raten, die Dinge, mit denen das Gesicht in Berührung kommt, regelmäßig zu reinigen – dazu gehören insbesondere Make-up-Pinsel und Schwämmchen, aber auch Handtücher oder das Handy. Auch sollte vermieden werden, sich mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen.

Hausmittel gegen Spätakne

Haben sich Pickel entzündet helfen Zink-, Calendula- und Silbersalben oder ein hochwertiges Teebaumöl aus der Apotheke. Aber auch im Haushalt finden sich Helfer im Kampf gegen verstopfte Poren und unreine Haut. Ein Kamillentee-Dampfbad öffnet die Poren und bereitet die Haut auf die anschließende Gesichtsreinigung vor. Und auch Bananen sollen gegen Akne helfen – die antiseptischen Inhaltsstoffe der Innenseite der Bananenschale sollen Hautkeime beseitigen, die für die Pickel verantwortlich sind.

Model Kendall Jenner hingegen setzt auf eine ganz besondere Gesichtsmaske, um unschöne Pickel zu vermeiden: Ein Eiweiß aufschlagen, den ausgepressten Saft einer Zitrone unterrühren und die Masse großzügig im Gesicht verteilen. Nach einer halbstündigen Einwirkzeit mit lauwarmem Wasser abspülen – fertig.