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Beauty-Routine erklärt

Skincare Microdosing – schon gewusst, was hinter dem Pflege-Trend steckt?

Frau, die sich vorm Spiegel das Gesicht eincremt
Na, wie viel Creme tragen Sie immer auf?Foto: Getty Images

Auch die besten Dinge sollte man in Maßen genießen. Das gilt für das Sonnenbad und ein Essen ebenso wie für sportliche Aktivitäten. Ein Zuviel führt zu Sonnenbrand, Sodbrennen und Muskelkrämpfen. Aber trifft dieser Grundsatz auch auf unsere Hautpflege zu? Wir haben mit einer Expertin über den Trend Skincare Microdosing gesprochen.

Was ist Skincare Microdosing?

Skincare Microdosing bzw. Mikrodosierung der Hautpflege bezeichnet einen bedachten und sparsamen Umgang mit Hautpflegeprodukten. Weg von „viel hilft viel“ hin zu „weniger ist mehr.“ „Statt die Haut mit der höchstmöglichen Wirkstoffkonzentration zu überlasten, kann man mit einer geringeren Dosierung von etwa einem Zehntel der sonst verwendeten Menge sowie regelmäßiger, statt nur sporadischer Anwendung der Produkte, eine bessere Verträglichkeit erzielen. Dadurch kann die Haut ihre schützende Barriere widerstandsfähig und gesund erhalten, während man dennoch alle Vorteile des Wirkstoffs genießen kann“, weiß Dr. Stefanie Derendorf, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie in München.

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Warum liegt Skincare Microdosing im Trend?

Da die Formeln in unserer Hautpflege immer mehr hochwirksame Wirkstoffe enthalten, kann eine erhöhte Dosierung Folgen haben. „Hautausschläge, Rötungen und trockene Hautpartien gehören zu den häufigsten Symptomen einer übersensibilisierten Haut, die durch zu viele Pflegestoffe verursacht wird“, so Expertin Derendorf. „Ebenso kann sich auch die Verwendung zu vieler verschiedener Produkte auf die Haut auswirken und zu Entzündungen, Rötungen, verstopften Poren, Juckreiz und trockener Haut führen.“ Über einen längeren Zeitraum angewendet, kann die wichtige Barrierefunktion der Haut sogar nachhaltig beeinträchtigt werden, was zu erhöhter Empfindlichkeit führt.

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Wann sollte man Skincare Microdisng nicht anwenden?

Es gibt bestimmte Inhaltsstoffe, die man nicht in kleinen Mengen verwenden sollte. „Auf keinen Fall sollte man den Lichtschutzfaktor (LSF) zu gering dosieren“, sagt Derendorf. Sie empfiehlt täglich mindestens LSF 30 in teelöffelgroßer Menge auf das Gesicht aufzutragen.

Für wen ist das Microdosing geeignet?

Alle Hauttypen können von Microdosing profitieren, insbesondere bei empfindlicher Haut. Wobei sich in diesem Fall vorab eine Hautanalyse beim Dermatologen empfiehlt, der Sie optimal hinsichtlich Ihrer Pflegeroutine berät.

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Fazit

Microdosing entwickelt sich nicht umsonst zu einem der größten Trends in der Kosmetikbranche. Immerhin ist es einer, der sich sowohl kurz- als auch langfristig für die Gesundheit der Haut auszahlen könnte. Skincare Microdosing schützt aber nicht nur die Haut vor Überforderung. Ein bedachterer Umgang mit dem Konsumgut Kosmetik spart auch Müll und Kosten.

Quellen

mit fachlicher Beratung von Dr. Stefanie Derendorf und Dr. Alexandra Michaelis, Fachärztinnen für Dermatologie und Venerologie, Praxis Dermatologie am St. Anna Platz in München

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