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Das steckt wirklich hinter dem Trockenbürsten-Hype

Bei Expertin nachgefragt

Das steckt wirklich hinter dem Trockenbürsten-Hype

Was Trockenbürsten wirklich kann, lesen Sie bei STYLEBOOKFoto: Getty Images

Wir alle kennen Produkte mit Peelingwirkung, die auf die feuchte Haut aufgetragen werden. Für viele gehören sie bereits fest in die individuelle Pflegeroutine, um die Haut rein, gesund und strahlend zu erhalten. Aber gilt das auch für Trockenbürsten? STYLEBOOK hat eine Expertin gefragt, was es mit dem Trend auf sich hat und ob Peelinghandschuh und Co. in keinem Badezimmer fehlen sollten.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Haut zu peelen: chemisch mit unterschiedlichen Säuren oder mechanisch bzw. physisch mit Peelings in Form von kosmetischen Hilfsmitteln wie Schwämmen, Handschuhe oder Bürsten, die abgestorbene Hautzellen durch sanften, mechanischen Abrieb entfernen. „Dies geschieht entweder auf feuchter oder trockener Haut“, weiß Dr. Stefanie Derendorf, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie in München. Neben kosmetischen Pflegeprodukten mit Peeling-Wirkung werden Trockenbürsten und Co, als kostengünstigere, natürliche Alternativen aktuell immer mehr gehyped.

Was versteht man unter Trockenbürsten?

Trockenbürsten bezeichnet das Reiben über die trockene Körperhaut, in der Regel zu Hause nach der Dusche oder dem Bad mit einem Peeling-Handschuh, einer Trockenbürste und einem Peeling-Schwamm. 

Wirkung von Trockenbürsten auf die Haut

Peelingeffekt für strahlende Haut

„Das Trockenbürsten hat einen Peelingeffekt und wird angewendet, um die Haut gründlich von abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien und die Regeneration der Hautzellen anzukurbeln. Nun können neue Zellen gebildet werden“, weiß Frau Dr. Derendorf. „Die Haut ist nach dem Peeling aufnahmefähiger für die Wirkstoffe weiterer Pflegeprodukte und ihre Durchblutung wird angeregt, was ebenfalls ein gesundes, strahlendes Erscheinungsbild der Haut begünstigt.“ Gleichzeitig fühlen sich trockene, raue Hautpartien an beispielweise Ellenbogen, Händen und Fersen wieder weich und geschmeidig an.

Entspannung

Das Trockenbürsten kann auch ein schönes Entspannungsritual bilden, ähnlich wie bei einer Massage. Um diese Wirkung optimal zu nutzen, sollten Sie das Trockenbürsten in einem entspannenden, ruhigen Raum durchführen.

Mögliche Entgiftung des Körpers

 „Neben dem erwiesenen Peelingeffekt gibt nur wenige wissenschaftliche Belege für die weiteren Vorteile des Trockenbürstens, aber man geht davon aus, dass das lymphatische System stimuliert wird, was den Abtransport von Giftstoffen begünstigt. Es wird angenommen, dass das Trockenbürsten den Körper dabei unterstützt, diese Giftstoffe über den Schweiß auszuscheiden. Gleichzeitig werden die Poren stimuliert und öffnen sich. Dadurch kann der Körper leichter schwitzen, was wiederum die Menge der durch das Lymphsystem fließenden Giftstoffe verringert“, so Frau Dr. Derendorf.

Anti-Cellulite

Viele Nutzer schwören darauf, dass sich das Erscheinungsbild von Cellulite vorübergehend verringern kann. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Daten, die diese Theorie untermauern.

Das wird beim Trockenbürsten benötigt

Alles, was Sie zum Trockenbürsten zu Hause brauchen, ist eine Bürste mit Naturfaserborsten oder ein hochwertiger Peeling-Handschuh. Wenn Sie sich nicht selbst trocken bürsten wollen, können Sie diese Anwendung auch in vielen Spas buchen. Wenn Sie sich in einem Spa behandeln lassen, fragen Sie dort, wie die Bürsten gereinigt werden, und teilen Sie ihnen mit, welche Bereiche sie vermeiden sollten.

Die richtige Anwendung von Trockenbürsten

Beginnen Sie an den Füßen und arbeiten Sie sich sanft den Körper hinauf. Bürsten Sie also zuerst Ihre Arme, nachdem Sie Ihre Füße, Beine und den mittleren Körper gebürstet haben. Am besten, Sie bürsten Ihre Haut mit weiten, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Dabei sollten Sie an den Stellen, an denen Ihre Haut dünn ist, nur leichten Druck ausüben, während Sie bei dickerer Haut, z. B. an den Fußsohlen, etwas fester aufdrücken können. Nach dem Trockenbürsten sollten Sie eine kühle Dusche nehmen, um die trockene Haut zu entfernen. Trocknen Sie sich anschließend ab und tragen Sie dann ein natürliches Pflanzenöl wie Oliven- oder Kokosnussöl auf, um Ihre Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Wenn Sie zum ersten Mal mit dem Trockenbürsten beginnen, ist es am besten, mit leichtem Bürsten zu beginnen. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben, können Sie den Druck erhöhen. Sparen Sie empfindliche Bereiche aus, wie empfindliche Partien, Hautausschläge oder Wunden.

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Für wen ist das Trockenbürsten geeignet

Mechanische Peelings mit Bürsten oder Handschuhen sind nicht für jede Person geeignet. Wenn Sie bestimmte Medikamente oder Hautpflegeprodukte verwenden, die trockene oder empfindliche Haut verursachen, unter Akne oder starker Trockenheit leiden, sollten Sie darauf verzichten. Auch bestimmte Hauttypen reagieren möglicherweise empfindlich, darunter trockene, empfindliche oder zu Akne neigende Haut. „Bei Patienten mit empfindlicher Haut kann ein wiederholtes mechanisches Peeling Reizungen hervorrufen, Akne oder Ekzeme auslösen und im Extremfall zu einer Superinfektion der Haut führen“, warnt Frau Dr. Derendorf. Sollten Sie einen dunkleren Hautton haben, testen Sie die Methode vorher, da sie zu dunklen Flecken auf der Haut führen kann.

Zudem rät die Expertin, nicht zu häufig und zu fest zu bürsten. „Ein- bis maximal zweimal pro Woche ist bei gesunder Haut empfehlenswert. Ein zu starkes Peeling zerstört die Hautbarriere und kann Mikrorisse in der Haut verursachen, durch die Bakterien und Keime eindringen können“, erklärt Frau Dr. Derendorf. „Außerdem kann es zu Rötungen und Entzündungen der Haut führen“. Bürsten Sie Ihr Gesicht nicht trocken, es sei denn, Sie verwenden eine weiche Bürste, die für diesen Zweck hergestellt wurde.

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So bleibt der Peeling-Handschuh und die Trockenbürste lange schön

Peeling-Handschuhe nach jeder Anwendung in der Waschmaschine reinigen. Ihre Bürste spülen Sie am besten nach jeder Anwendung aus. Trocknen Sie sie an einem offenen, sonnigen Ort, um Schimmel zu vermeiden. Reinigen Sie Ihre Bürste einmal pro Woche mit Wasser und Seife. Sie sollten auch vermeiden, Ihre Bürste mit anderen zu teilen. So können Sie das Risiko einer Infektion vermeiden.

Unser Fazit

Solange man es nicht übertreibt, ist Trockenbürsten eine gute Möglichkeit, um fahle, trockene, schuppige Haut loszuwerden und den Körper geschmeidig zu halten. Zudem sind die Produkte eine einfache, kostengünstige und schnelle Möglichkeit, ein Peeling in die persönliche Hautpflegeroutine zu integrieren.

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