Photodermatitis

Wie Zitronensaft auf der Haut bleibende Schäden verursachen kann

Schon einmal von Photodermatitis gehört? Das schmerzhafte Phänomen droht unter anderem durch einen unvorsichtigen Umgang mit Zitronen in der Sonne. Die Folge: Verbrennungen auf der Haut. Doch nicht nur Zitrusfrüchte können beim Sonnenbaden gefährlich werden.

– eine schmerzhafte Erfahrung, die jetzt auch Bloggerin und Unternehmerin Caro Daur machen musste. Bei einem PR-Termin in Mexiko verbrannte sich die 23-Jährige mit Zitronen so stark die Haut, dass sie Bandagen um beide Knie tragen muss, wegen drohender Narben monatelang nicht in die Sonne darf und Medikamente nimmt. Wirklich alles so schlimm?

Bringing a memorable souvenir home 🤷🏼‍♀️🙄 my #limeburn legs …(in sexy bandages) swipe right 👀 I try to take it easy and smile about it (as you can see on the pic 🤷🏼‍♀️).. but I never heard about it and I want to warn you guys! Lime (when you touched it or squeezed it) can burn your skin like acid (you don’t want to see my skin right now…😔) the doctor diagnosed it as “phytophotodermatitis”! So be careful with limes (& other citrus fruits) when going in summer!!!! I can not go in the sun for months now … when I try to avoid marks and scars for my whole life… 🙏🏻🙏🏻🙏🏻🙏🏻🙏🏻 does anybody ever had that? Any treatment suggestions 🙏🏻👼🏼 comment please ❤️ #realitycheck 🤷🏼‍♀️

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Was passiert bei einer Photodermatitis?

„Es handelt sich dabei um eine phototoxische Reaktion“, erklärt der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke im STYLEBOOK-Interview. Die Säure von Zitronen, Limetten und anderen Zitrusfrüchten kann unter dem Einfluss von UVA-Strahlen zu einer extrem verstärkten Sonnenbrand-Neigung führen. Die Folge: Entzündungen und schmerzhafte Brandblasen auf der Haut. UVA-Strahlen gelangen gemeinerweise auch durch leichte Kleidung und Glas. Entsprechend kann es auch beim Autofahren und im sonnengefluteten Büro oder Wohnzimmer dazu kommen. „Wer mit Zitronen oder Ähnlichem gearbeitet hat, sollte seine Haut also auf jeden Fall waschen“, rät der Experte.

Was hilft gegen Schmerzen?

Photodermatitis ist wie eine Verbrennung zu behandeln. Daher ist man mit Kühlen oder Quarkwickeln auf den betroffenen Stellen gut beraten, meint Golüke. Sonst würden auch cortisonhaltige Cremes in Verbindung mit Antibiotika helfen. „Es kommt dabei natürlich immer auf den Grad der Verbrennung an“, so der Arzt weiter. Vorsicht ist auch noch geboten, wenn die Kruste auf den verbrannten Hautstellen abfällt. „Die dann neu entstandene Haut ist besonders lichtempfindlich und sollte mindestens drei Monate vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden“, warnt Golüke.

Zitronenpresse

Zitronen auspressen und Hände waschen, sonst kann’s schmerzhaft werden
Foto: Getty Images

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Aber nicht nur Zitrusfruchtsaft kann in Verbindung mit der Sonne zu entzündlichen Verbrennungen führen! STYLEBOOK weiß vom Experten, welche weiteren Dinge man vor dem Sonnenbad meiden sollten:

1. Parfüm

„Unter Sonneneinfluss provoziert Parfüm auf der Haut Entzündungen, warnt Dr. Golüke. Unmittelbar machen diese sich durch Rötungen bemerkbar und können auf Dauer eine Mehrpigmentierung begünstigen, also die Entstehung dunkler Flecken auf der Haut. „Um dies zu vermeiden, sollte Duftwasser im Sommer nur auf die Kleidung gesprüht werden.“

2. Ätherische Öle

Um Kopfschmerzen in die Flucht zu schlagen, probieren es viele erst mit Teebaumöl, bevor sie zur Tablette greifen. In die Schläfen einmassiert, lindert es die Beschwerden oftmals auch ohne Arzneimittel. Das Problem: Auch derartige ätherische Öle können phototoxische Reaktionen auslösen.

3. Desinfektionsgel

Immer mehr Menschen führen ein kleines Fläschchen Sanitizer mit sich, um zwischendurch die Hände reinigen zu können, auch wenn kein Waschbecken zugänglich ist. Das Problem: Derartige Desinfektionsgels enthalten Alkohol, und auch der sorgt – wie Parfüm – bei Hautkontakt in Kombination mit Sonne für unangenehme Reaktionen und Rötungen.

4. Feigen

Saftige Feigen, frisch vom Baum gepflückt – sicherlich eines der kulinarischen Highlights auf einer Reise in den Süden. Aber Achtung: Feigenbäume, ebenso wie verschiedene andere Pflanzen (u.a. Weinraute, Wiesen-Bärenklau und Bergamotte) sondern Extrakte ab, die auf der Haut unter Sonneneinstrahlung eine „Wiesengräserdermatitis“ — wie man Photodermatitis auch nennt — auslösen können. Diese äußert sich zunächst als besonders hartnäckiger Sonnenbrand und verbleibt als weiße Pigmentflecken auf der Haut – langfristig. Deshalb: Von Feigenbäumen und Co. besser Abstand halten und bloß nicht ohne Decke auf eine Wiese legen.

5. Sellerie

Dank seines hohen Wassergehalts ist Sellerie erfrischend – und mit 16 Kalorien à 100 Gramm ein Abnehmwunder. Trotzdem: Im Sommer sollten wir nicht zu viel davon knabbern. „Sellerie gehört wie Pastinake zu den Gemüsesorten, die Furocumarine enthalten“, so Golüke zu STYLEBOOK. Diese schützen die Pflanze im Wachstum, erhöhen durch den Verzehr größerer Mengen aber die Sonnenempfindlichkeit.

6. Medikamente

Es gibt verschiedene Medikamente, deren Einnahme in Kombination mit dem Aufenthalt in der Sonne zu photoallergischen Reaktionen führen kann, meist am Folgetag zu erkennen an Rötungen oder Bläschen auf der Haut und starkem Juckreiz. Zu den kritischen Mitteln gehören etwa Johanniskraut, ein pflanzlicher Stimmungsaufheller, den es auch in der Drogerie gibt, und verschiedene Antibiotika. „Dies sollten vor allem Akne-Patienten bedenken, denen langfristig Minocyclin verschrieben wurde“, gibt Dr. Golüke zu bedenken, „ein leichtes Antibiotikum zur Behandlung von Hautunreinheiten.“ Am besten, bei jedem Medikament vor der Einnahme in der Apotheke nachfragen.

7. Kosmetikprodukte

Auch verschiedene Gesichtscremes zur Behandlung von Hautunreinheiten oder zur Porenverfeinerung, die Fruchtsäure oder Vitamin A enthalten, sollten in den Sommermonaten nicht verwendet werden; ebenso wenig wie Kosmetik, die eine Rosacea (eine entzündliche Hauterkrankung, die sich mit Rötungen äußert) lindern soll. Dermatologisch wirksame Cremes reagieren mit der Sonne und verbrennen so die Haut.