Lichtschutzfaktor, Schatten, richtig eincremen…

Die wichtigsten Regeln beim Sonnenschutz

Frau cremt sich mit Sonnenschutz ein
Beim Sonnenschutz gilt: Mehr schützt mehr
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Die Sonne birgt Risiken für unsere Haut – nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag. Oder wie war das noch mal mit meiner Eigenschutzzeit? Und muss ich mich eigentlich auch im Schatten mit LSF eincremen? STYLEBOOK sprach mit Hautärzten und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Sonnenschutz.

Was ist die richtige Sonnenpflege für meinen Hauttyp?

Es kommt auf Ihren Hauttyp an. Dunklere Hauttypen können einen geringere Lichtschutzfaktor wählen, dabei liegen mittlere Werte bei 30 LSF und hohe Werte bei 50 LSF. Der LSF gibt an, wie viel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als es ohne Sonnencreme möglich wäre. Die LSF-Angaben gelten allerdings für den enthaltenen UVB-Schutz, allerdings sollte auch immer ein ausreichender UVA-Schutz vorhanden sein. Um sicherzugehen, sollte man sich immer die Verpackung anschauen: Befindet sich die UVA-Abkürzung in einem Kreis, dann kann der Verbraucher sicher sein, dass es auch gegen die Strahlung, die tiefer in die Haut eindringt, ein Schutz gewährleistet ist. Da man sich eh nie dick genug einschmiert, ist es gar kein Problem, einen höheren Lichtschutzfaktor zu verwenden, als man eigentlich bräuchte, um sicher zu sein. Auch mit Sonnenschutz bräunt man, zwar langsamer, dafür nachhaltiger und gesünder.

Wie lang kann ich in der Sonne bleiben – ohne Sonnenschutz?

Sind sie Typ 1, also sehr hell, beträgt Ihre Eigenschutzzeit rund zehn Minuten. Sind Sie Typ 2 – wie die meisten Mitteleuropäer – 20 Minuten, und so weiter. Auf www.uv-check.de können Sie Ihren Typ bestimmen und Ihre Eigenschutzzeit ausrechnen lassen. Im Zweifel gilt aber immer: Lieber früher aus der Sonne gehen als später.

Wie lange kann ich in der Sonne bleiben – mit Sonnenschutz?

Ganz wichtig: Niemals unbegrenzt, egal, wie hoch der Lichtschutzfaktor (LSF) ist. Als Orientierung: Benutzen Sie Lichtschutzfaktor zehn, verzehnfacht sich die Zeit, die Sie in der Sonne bleiben können. Für Hauttyp 1 bedeutet das etwa 100 Minuten. ABER: Diese Zeitangaben sind  theoretische Werte und gelten nur, wenn Sie sich optimal eingecremt haben. In der Praxis kann der Sonnenschutz durch Faktoren wie Schwitzen, Schwimmen oder Abrieb deutlich niedriger sein. Experten empfehlen deshalb, immer maximal 75 Prozent der errechneten Zeit in Anspruch zu nehmen. ACHTUNG: Ihre Sonnenschutzzeit verlängert sich nicht, wenn Sie nachcremen. Sie fangen nicht wieder bei Null an, sondern müssen die Zeit, die Sie schon in der Sonne waren, abziehen. Die Sonnenzeit verlängert sich nur, wenn Sie zwischendurch in den Schatten gehen.

Wie viel Sonnencreme muss ich benutzen?

Pro Eincremen von oben bis unten sollten Sie 30 bis 35 ml benutzen. Hilfestellung: Wenn Sie eine 100 ml-Flasche haben, sollte die Menge für dreimal Auftragen  reichen. Nützlich ist auch die Zwei-Finger-Regel: Zeige- und Mittelfinger rausstrecken und auf beide Finger jeweils einen Streifen Creme auftragen. Und dann: Zwei Finger für Kopf und Hals, zwei für Brust und Bauch, zwei für jeden Arm, zwei für die Oberschenkel, zwei für die Unterschenkel. Wichtig ist auch das Wann: Das Mittel immer eine halbe Stunde, bevor Sie in die Sonne gehen, auftragen. Die Wirkstoffe brauchen Zeit, um vollständig in die Haut einzudringen.

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Wie hoch sollte der LSF sein?

So hoch wie nötig. Da das von vielen Faktoren abhängt – ob Sie in den Bergen sind oder am Meer, ob Sie dort sporteln oder sonnenbaden –, warum nicht einfach: so hoch wie möglich? Wenn Sie sowieso schon am Eincremen sind, machen Sie es doch gleich mit mindestens LSF 30. Zu dünn aufgetragener Lichtschutzfaktor hat außerdem nicht die volle Schutzkraft. Je höher der LSF, desto höher ist also Ihre Chance, trotzdem ausreichend geschützt zu sein. Keine Sorge: Sie werden trotz hohem Lichtschutzfaktor braun. Es dauert einfach ein bisschen länger.

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Muss ich mich auch eincremen, wenn ich nur im Schatten liege?

Ja. Hier kommen immer noch 50 Prozent der UV-Strahlung an. Ihre Eigenschutzzeit verdoppelt sich, ist aber trotzdem begrenzt. Die gute Nachricht ist dafür, dass Sie auf Dauer auch im Schatten braun werden.

Welche Körperpartien sind besonders empfindlich?

Sonnenterrassen wie Nase, Ohren, Schultern. Und natürlich die Kopfhaut. Es gibt zwar spezielle Sprays und Shampoos, doch am besten schützt hier eine Kopfbedeckung. Die deckt auch gleich die Haare ab, die zwar keinen Sonnenbrand kriegen, aber austrocknen können. Auch Augen brauchen unbedingt Schutz, also vor allem in der Mittagszeit immer eine Sonnenbrille tragen. ACHTUNG: Wenn die Haut noch keinen eigenen Lichtschutzfaktor aufgebaut hat, ist sie generell und überall sehr empfindlich, egal, welcher Hauttyp Sie sind. Dann reicht eine Woche Urlaub nicht, um tiefbraun zu werden. Finden Sie sich einfach damit ab: Bronzebraun und trotzdem gesund, das gibt es auf die Schnelle nicht.

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Milch, Gel, Öl, Spray – welche Konsistenz ist die richtige für mich?

Die meisten Menschen mit normaler Haut kommen mit normaler Sonnenmilch oder -Lotion gut zurecht. Wer zu Unreinheiten im Gesicht neigt, kann eine leichtere, nicht-komedogene Creme benutzen, die die Poren nicht verstopft. Trockene Haut verträgt auch Sonnenöle, die es mittlerweile auch mit sehr hohem Lichtschutzfaktor gibt. Wichtig: Je weniger Duft- und Zusatzstoffe enthalten sind, desto allgemein verträglicher ist ein Produkt. Wer zu trockener Haut neigt, wählt eher eine Creme. Bei fettiger Haut und wenn man im Gesicht zu Akne neigt, ist ein leichtes Fluid empfehlenswert. Ein Spray ist für den Körper angenehm und praktisch, für Leute mit Atemwegsproblemen aber eher ungeeignet. Die Atemwege können von ganz feinen Sprays nämlich gereizt werden. Wenn das Spray gut vertragen wird, es wenig Duft- und Konservierungsstoffe enthält und es dick genug aufgetragen wird, ist es eine gute Alternative. Cremes sind etwas sicherer, weil man besser dosieren und kontrollieren kann, dass man ausreichend geschützt ist. Sprays sind etwas ungenauer. Man erkennt eher schlecht, ob die Haut ausreichenden Schutz hat. Dennoch: Besser ein Spray als gar keinen Schutz.

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Gilt bei Sonnencremes: teuer gleich besser?

Nein. Apothekenprodukte werden oft speziell für Hautprobleme entwickelt. „Für Allergiker geeignet“ heißt beispielsweise, dass in dieser Creme weniger Inhaltsstoffe enthalten sind, die Allergien und Hautirritationen auslösen können. Auch enthalten sie weniger Fette, die die Haut reizen können. Außerdem wird komplett auf Duft- und Farbstoffe verzichtet. In der Apotheke erhält man zusätzlich eine Beratung, zum Beispiel, welcher Sonnenschutz wirklich zum Hauttyp passt. In der Regel sind die umstrittenen chemischen Lichtschutzfaktoren in den Apothekenprodukten nicht enthalten. Auch in der Drogerie gibt es gute und für gut getestete Produkte und wer diese verträgt kann sie unbesorgt nutzen. Viele Leute reagieren jedoch gerade auf fettige Cremes mit einer Kosmetikakne. Und Apothekenprodukte sind von der Konsistenz her oft angenehmer im Vergleich zu oftmals klebrigen Drogeriemitteln.

Wie creme ich mich korrekt ein?

Als Richtwert für einen Erwachsenen kann man die Menge an Sonnencreme nehmen, die in eineinhalb bis zwei Schnapsgläser passt. Nur so hält das Produkt was es verspricht, nämlich den hohen Lichtschutzfaktor. Wenn man den Lichtschutz einige Stunden trägt und schwitzt, Kleidung trägt oder schwimmen geht, verliert sich die Wirkung.

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Kann Sonnencreme Hautkrebs verhindern?

Nein. Aber das Risiko, dass Hautkrebs entsteht, wird deutlich gemindert. Die Gefahr einer Erkrankung dürfen Sie nie unterschätzen: Experten rechnen allein in diesem Jahr mit 250.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Der schwarze Hautkrebs (Malignes Melanom) hat ein jährliche Steigerungsrate von sechs bis acht Prozent – die Häufigkeit der Fälle verdoppelt sich also alle zehn Jahre. Damit ist der Hautkrebs die häufigste Tumorart in Deutschland. Vorbeugen können Sie einzig und allein mit einem ausreichender Schutz vor UV-Strahlung. Übrigens: Mittlerweile bietet jede gute Hautarztpraxis einen Hautkrebs-Check an. Ab einem Alter von 35 Jahren übernimmt die Krankenkasse alle zwei Jahre eine Untersuchung, einige Kassen sogar früher.

Was bringen Bräunungsöle?

Diese sind nicht zu empfehlen, denn die Öle verstärken den Bräunungseffekt und Bräunen ist immer eine Verzweiflungstat der Haut. Wer schneller braun werden möchte, sollte auf Selbstbräuner zurückgreifen, der ist völlig unbedenklich und färbt nur oberflächlich. Allerdings reicht ein Selbstbräuner als eine einzige Sonnenschutzmaßnahme nicht aus!

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Wie schütze ich meine Kinder am besten vor der Sonne?

Generell kann man bei Kindern mit zu viel Pflege eine Kontaktallergie erzeugen, die der Körper sich für immer merkt. Daher sollte zu viel Waschen und Chemie unbedingt vermieden werden. Bei der Sonnencreme ist es wichtig dass man weiß, dass die physikalischen Lichtschutzfaktoren, also die Blocker, die sich wie kleine Sonnenschirme über die Haut legen, besser verträglich sind, aber einen weißenden Effekt haben – das was wir als weißen Film auf der Haut sehen. Diese Cremes sind oft sehr dick, aber wenn sie gut vertragen werden, sind sie super für Kinder.

Sollte ich im Sommer jeden Tag LSF verwenden?

Ja. Der Sonne ist es egal, ob Sie am Strand liegen oder durch die Stadt laufen. Experten empfehlen, Gesicht und Hände ab Ostern täglich mit einem Lichtschutzfaktor zu schützen. Bei T-Shirt-Wetter sollen alle Körperteile, die Sie zeigen (Arme, Beine, Dekolleté), eingecremt werden.

Was ist eine Sonnenallergie?

Viele Menschen reagieren empfindlich auf Cremes, und zeigen dass entweder Allergene auf der Haut oder in der Haut liegen, zum Beispiel in der Kosmetik enthaltene Duftstoffe, die sich in der Sonne zersetzen und mit der Haut reagieren und damit eine Kontaktallergie auslösen. Diese zeigt sich in Rötungen, Pusteln und Juckreiz. Aber auch die in der Sonne enthaltene UVA-Strahlung an sich kann allergische Reaktionen auslösen, die sogenannte Mallorca-Akne.

Gerade wer jetzt in der Mittagspause in der Sonne sitzt und sich sonst nur im Büro aufhält, muss sich schützen – denn nach der langen Sonnenpause kann man sich jetzt besonders schnell verbrennen. Wer frühzeitige Hautalterung vorbeugen will, cremt sich ab jetzt täglich bis Ende September ein.

Medizinische Beratung: Dr. Yael Adler, niedergelassene Hautärztin in Berlin und Autorin des Buchs „Hautnah: Alles über unser größtes Organ“, und Dr. Reinhard Mrotzek, Dermatologe aus Datteln.

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