Dermatologe im Gespräch

Falten am Dekolleté wegbekommen – die besten Anti-Aging-Tipps

Frau
Mit der richtigen Pflege können die Zeichen der Zeit im Dekolleté herausgezögert werden
Foto: Getty Images

Die Haut im Brustbereich wird bei der täglichen Beautyroutine oft sträflich vernachlässigt. Dabei braucht unser Dekolleté extra viel Pflege, ansonsten zeigen sich die Spuren des Alters hier als erstes. STYLEBOOK hat mit einem Dermatologen darüber gesprochen, mit welchen Tricks man Falten und Altersflecken im Dekolleté-Bereich am besten vorbeugt und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.

Behandlungsmethoden im Überblick

Warum wird das Dekolleté so schnell faltig?

Der Dekolleté-Bereich ist besonders empfindlich und deshalb sehr anfällig für Falten und Altersflecken. Der Grund: Die Haut ist an dieser Stelle besonders dünn, wie uns auch der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke bestätigt. Es fehle ihr an Talgdrüsen, die dafür sorgen, dass die Oberfläche mit Fett und Feuchtigkeit versorgt wird. Deshalb braucht sie auch viel Pflege – die sie oftmals nicht bekommt. Während das Gesicht munter mit Anti-Falten-Produkten aller Art und Sonnenschutz eingecremt wird, kommt Bodylotion nicht so oft zum Einsatz. Für die dünne Haut im Dekolleté kann das fatal sein, die Folgen können Falten sowie rötliche und dunkle Pigmentflecken sein.

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Aber nicht nur die mangelnde Pflege ist Schuld am schnellen Alterungsprozess der Haut im Dekolleté, ganz entscheidend ist auch die Schlafposition: „Wenn Frauen seitlich schlafen, riskieren sie durch das Gewicht ihrer Brust zusätzliche Falten im Dekolleté-Bereich“, erklärt Dr. Golüke. Problematisch ist ihm zufolge auch das ständige Tragen eines Push-up-BHs. Der Grund: Wird die Brust immer hochgedrückt, lässt die Elastizität der Haut auf Dauer nach, was ebenfalls ursächlich für faltige Haut im Dekolleté-Bereich sein kann.

Wie kann man einem faltigen Dekolleté vorbeugen?

Vorbeugen kann Frau, indem sie nicht seitlich schläft, nicht allzu oft Push-Ups trägt – und vor allem auch mit der richtigen Pflege: Das Dekolleté sollte mindestens einmal täglich mit Bodylotion eingecremt werden, damit die Haut nicht zu trocken wird – auch schon in jungen Jahren. „Ganz wichtig ist auch der Sonnenschutz“, ergänzt der Dermatologe. „Zum einen zur Melanom-Prävention und zum anderen, weil die Haut im Brust-Bereich sonst schnell fleckig wird.“

Faltiges Dekolleté – welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

► Unterspritzungen mit unvernetzter Hyaluronsäure

Unvernetzte Hyaluronsäure kann bei leichten Knitterfalten Abhilfe schaffen. Sie legt sich sanft in die kleinen Falten und füllt sie so auf. Dafür muss Frau ca. 300 Euro pro Spritze zahlen, der Effekt hält dann etwa ein halbes Jahr lang.

► Eigenbluttherapie (PRP)

Klingt merkwürdig, hilft aber: Eine Therapie mit Eigenblut hilft knitteriger, müder Haut im Dekolleté-Bereich auf die Sprünge. Dafür wird Eigenblut abgenommen, zentrifugiert und als Plasma in einem Röhrchen mit Hyaluronsäure vermischt. Mit der Lösung und mit Hilfe einer sogenannten „Mesopistole“ wird die Haut therapiert. Ziel ist es, die Kollagenproduktion in den Hautzellen anzuregen. Dafür muss man zunächst zwei Mal 350 Euro in die Hand nehmen– zu Beginn sind zwei Sitzungen nötig – „das muss in gewissen Abständen allerdings wiederholt werden“, erklärt Dr. Golüke.

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► IPL

Bei Verfärbungen im Dekolleté macht eine IPL-Behandlung Sinn. Dabei werden über ein spezielles IPL-Gerät Licht in unterschiedlichen Wellenlängen auf die Haut, wodurch die stärker pigmentierten Stellen, die als Flecken sichtbar sind, so stark aufgehellt werden, dass sie optisch verschwinden. Gleichzeitig wird dabei eine Neubildung von Kollagen angeregt. Auch bei einer sogenannten Poikilodermie, bei der verschiedenfarbige Flecken auftreten, könne eine IPL-Behandlung helfen, so Dr. Golüke. Dafür sollten etwa 200 Euro pro Sitzung eingeplant werden. Notwendig sind zwei bis drei Sitzung in einer „sonnennahen Jahreszeit“, rät er.

► Mikro-Botox-Injektionen

Ganz feine Knitterfältchen können unter Umständen auch mit Mikro-Botox-Injektionen verbessert werden. Kostenpunkt pro Sitzung: ca. 200 Euro. „Dabei ist der Effekt allerdings nicht so groß“, so Dr. Golüke.