Ursache und Behandlung

Warum bekommt FRAU dunkle Pigmentflecken im Gesicht?

Im ersten Moment könnte man es für einen Damenbart halten. Tatsächlich aber ist ein Melasma, das typischerweise oberhalb der Lippe – oft aber auch auf der Stirn – auftaucht, auf die Pigmentfarbstoffe in der Haut zurückzuführen. Vor allem im Sommer prägen sich die Schatten stark aus. STYLEBOOK hat mit einem Experten darüber gesprochen, warum das so ist und ob man die Hyperpigmentierung dauerhaft wieder loswerden kann.

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auf Instagram. Und man sieht es relativ deutlich: eine dunkle, balkenförmige Verfärbung über der Oberlippe und eine ovale Pigmentierung auf der Stirn. Damit haben offenbar auch einige ihrer Fans Erfahrung. „Bitte sag mir, was du gegen dein Melasma tust“, kommentiert eine von ihnen, „ich habe auch eins und große Mühe damit, es loszuwerden.“ Ob und wie das geht – STYLEBOOK fragte beim Experten nach.

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Was sind Melasmen?

„Ein Melasma ist eine Form der Hyperpigmentierung, also eine starke Einlagerung von Melanin“, erklärt der Münchener Dermatologe Dr. med. Timm Golüke. Durch die hohe Konzentration von Farbpigmenten erscheine die Stelle wesentlich dunkler als die restliche Haut. Dies kann über Nacht passieren oder sich im Laufe mehrerer Monate langsam aufbauen. Melasmen entstehen in aller Regel auf Oberlippe oder Stirn, manchmal auch auf den Wangen.

Die wichtigsten Regeln beim Sonnenschutz

Woher kommen Melasmen?

Der Dermatologe empfiehlt, in jedem Fall einen Frauenarzt aufzusuchen, um hormonelle Veränderungen und gegebenenfalls Störungen per Blutkontrolle abklären zu lassen.

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Warum werden die Schatten im Sommer schlimmer?

Durch UV-Strahlen werden die Pigmentzellen zur verstärkten Produktion von Melanin angeregt. Deshalb wird unsere Haut durch die Sonne braun – und an den entsprechenden Stelle eben noch dunkler. Dr. Golüke betont deshalb, wie wichtig es ist, hier einen intensiven UVA- und UVB-Schutz zu verwenden, „am besten einen Sunblocker aus der Apotheke.“

Sind Melasmen gefährlich?

Nein, der Gesundheit schaden sie nicht. Anders als Muttermale, bei denen UV-Strahlen eine negative Entwicklung fördern können, die schlimmstenfalls zu Hautkrebs führt, ist ein Melasma ein rein kosmetisches Problem. Je ausgeprägter, desto schwieriger ist es, den Pigmentfleck mit Schminke zu kaschieren. Durch die richtige Vorbeugung und Behandlung könne man sie dem Experten zufolge aber mildern – und sogar ganz verschwinden lassen.

Kann der Hautarzt die Hyperpigmentierung entfernen?

Ja. Es gibt verschiedene Methoden, die Dr. Golüke als unterschiedlich wirksam beschreibt.

Chemisches Peeling Der Dermatologe trägt Kojii- und Azelainsäure auf die Stellen auf, um die oberflächlichen, dunkleren Hautschichten quasi abzuschälen. Der Abheilungsprozess kann mehrere Wochen dauern. „Sonneneinstrahlung wäre jetzt fatal, da die frische Hautschicht besonders empfindlich ist“, warnt Dr. Golüke. Wenn die Haut sich regeneriert hat, ist man die Flecken sehr wahrscheinlich für immer los, die betreffenden Hautzellen werden durch das Peeling nachhaltig zerstört. In seiner Praxis können Patientinnen zwischen einem einmaligen „Dermamelan-Peeling“ à etwa 700 Euro und sechs Sitzungen ab jeweils ca. 100 Euro wählen, im Abstand von je vier Wochen.

Micro-Needling Das Melasma wird vom Fachmann mit einem sogenannten Derma-Pen behandelt. Darauf sind kleine Nadeln befestigt, die das Melanin zersprengen, indem sie die Haut perforieren. Zudem stoßen die winzigen Verletzungen die Kollagenproduktion an und fördern so die Wiederherstellung der Haut. Auch hier wichtig: Die behandelten Hautstellen keineswegs der Sonne aussetzen, sonst könnten blaue Flecken zurückbleiben. Je nach Größe und Ausprägung der Hyperpigmentierung sind mehrere Sitzungen notwendig, der Preis bewegt sich zwischen ca. 250 und 300 Euro.

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Laser Pigmentstörungen oder sogenannte Altersflecken lassen sich effektiv und schmerzarm mit einem Kombi-Laser entfernen. Das Gerät arbeitet mit zwei verschiedenen Wellenlängen und erreicht so unterschiedliche Problemhaut-Ebenen. Aber Vorsicht: Zur Behandlung von Melasmen rät Dr. Golüke entschieden von dieser Methode ab. „Durch die Laser-Strahlen könnte die Haut noch lichtempfindlicher werden, was die Hyperpigmentierung langfristig nur verschlimmern würde.“

Gibt es auch Maßnahmen für Zuhause?

Um die Ausprägung der Melasmen zu minimieren, empfiehlt der Hautarzt, Produkte mit Nicotinamid und Vitamin-C in die allgemeine Pflegeroutine zu integrieren. Durch diese Inhaltsstoffe würde der Transport von Pigmentzellen gehemmt. „Um bestehende Melasmen aufzuhellen, helfen Bleachingcremes, die den Wirkstoff Hydrochinon enthalten“, erklärt Dr. Golüke. Ebenso wirken Fruchtsäurepeelings, die man für den privaten Gebrauch kaufen könne – die oberste Hautschicht werde „abgeschält“ und eine neue, hellere bleibe zurück. Besonders wirksame Präparate kann Ihnen außerdem Ihr Hautarzt verschreiben. Daneben gebe es auch frei verkäufliche Cremes gegen „Dark Spots“ von Hautpflege- oder Apothekenfirmen. Diese seien zwar nicht so stark in der Wirkung wie rezeptpflichtige, aber „auf jeden Fall besser als nichts“, so der Experte.

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Fazit

Spätestens ab jetzt gilt: Pigmentschnurrbart und Stirn- oder Wangenmelasma IMMER mit Sunblocker schützen! Auch im Herbst und an vermeintlich bedeckten Tagen im Sommer oder Frühling, da die UV-Strahlen auch durch Wolken auf die Haut gelangen. Sollte die dunkle Färbung dennoch bleiben oder wiederkommen, muss frau sie keinesfalls verstecken – neben Emily Weiss stehen auch andere Influencerinnen zu ihren Melasmen, darunter das argentinische Model Maria Goldfarb. Für einen Schnappschuss vom Strand gab es auf Instagram fast 65 000 Likes. Trotz oder gerade wegen ihrer deutlich sichtbaren Pigmentflecken.