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Nachgefragt bei der Dermatologin

Hyaluronsäure gegen Falten – Anwendung, Wirkung, Risiken

Hylauronsäure Behandlung
Hyaluronsäure soll Falten reduzieren – doch welche Risiken gibt es? STYLEBOOK fragte bei der Expertin nach.Foto: iStock/Ihor Bulyhi

Die einen lassen sich damit die Lippen auf- oder Falten unterspritzen, andere cremen sich das Gesicht damit ein oder schlucken es als Ampullen-Kur: Die Rede ist von Hyaluronsäure. STYLEBOOK erklärt, was die vermeintliche Beauty-Wunderwaffe wirklich kann.

Ein straffes Gesicht und trotzdem noch die Stirn runzeln können? Das geht nach einer Botoxbehandlung – jahrelang der Faltenkiller Nummer 1 – nur noch bedingt. Deshalb setzt die Kosmetikindustrie mittlerweile auf die Geheimwaffe Hyaluron. Die „Wundersäure“ soll aber nicht nur für glattere Haut sorgen, sie kann auch noch ein bisschen mehr…

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure, auch einfach Hyaluron genannt, ist eigentlich eine körpereigene Flüssigkeit. Die Münchner Dermatologin Dr. Miriam Rehbein erklärt: „Bei Hyaluronsäure handelt es sich um einen Hauptbestandteil des menschlichen Bindegewebes. Sie besitzt die Eigenschaft große Mengen Wasser binden zu können, weshalb sie mitentscheidend für den Feuchtigkeitsgehalt unserer Haut ist.“ Mit dem Alter jedoch verringert sich die Produktion körpereigener Hyaluronsäure – die Haut büßt an Straffheit ein, Fältchen werden sichtbarer. Wer hier nachhelfen möchte, der kann auf Hyaluron aus dem Labor zurückgreifen: Der Stoff wird entweder aus Hahnenkämmen gewonnen oder entsteht biotechnisch als Extrakt aus Streptokokken-Kulturen.

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Welchen Effekt hat Hyaluron?

Durch seine wasserbindenden Eigenschaften polstert Hyaluron die Zellen auf wie Dr. Rehbein bestätigt. „Vor allem im Bindegewebe zeigen sich nach der Behandlung mit Hyaluronsäure optische Resultate. Die Haut im Gesicht wirkt beispielsweise praller, kleinere Fältchen werden durch den Aufpolster-Effekt geglättet“, so die Dermatologin. Ähnlich wie die körpereigene Hyaluronsäure wird auch die künstliche Version nach einiger Zeit vom Körper abgebaut: „Je nach Körperstelle und Menge des Hyalurons kann das sechs bis 18 Monate dauern“, so die Expertin.

Hyaluronsäure als Wundermittel

Dass Hyaluron den Zeichen der Hautalterung entgegen wirkt, ist schon lange kein Geheimnis mehr, auch Hollywood-Stars schwören auf den Soforteffekt von gespritztem Hyaluron. Doch auch Cremes und oral eingenommene Kapseln können dabei helfen, die körpereigene Hyaluronproduktion anzukurbeln.

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Hyaluron in Cremes

In Augencremes ist Hyaluron fester Bestandteil, denn die feinen Fältchen um die Augen entstehen häufig durch mangelnde Feuchtigkeit. Durch den Zusatz wird mehr Wasser an der betroffenen Stelle gebunden, in der Folge wirkt die Haut straffer. Auch Seren oder Masken sorgen für einen Soforteffekt und sind für relativ wenig Geld in der Drogerie erhältlich. Qualitative Unterschiede gibt es nicht, allerdings ist die Konzentration in frei verkäuflichen Produkten deutlich niedriger als in einer Hyaluronspritze. Dr. Rehbein erklärt zudem, dass das in Cremes enthaltene Hylaluron nicht wirklich in die Haut eindringen könne, da das Molekül zu groß für die Poren sei. „Es gibt zwar einen aufpolsternden Effekt von Hyaluron-Cremes für die Haut, doch der ist eher kurzzeitig“, resümiert die Fachärztin.

Hyaluronsäure spritzen lassen

Die gelartige Textur von Hyaluron eignet sich ideal, um die Haut zu modellieren. Besonders beliebt ist das Aufspritzen von Lippen – je nach Bedarf werden zwischen 0,5 und 2 Milliliter Hyaluronsäure zum Vergrößern verwendet. Auch die Nasolabialfalte und Falten um die Augen können unterspritzt werden, um weniger tief zu wirken, wie Dr. Rehbein erklärt. Im Gegensatz zu Cremes wird beim Unterspritzen mit purem Hyaluron gearbeitet, sodass der Effekt nicht nur sofort sichtbar, sondern auch langfristiger ist. Eine Behandlung mit Hyaluronsäure kostet – je nach verwendeter Menge – ab 300 Euro, wie die Fachärztin erklärt.

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Mögliche Nebenwirkungen einer Hyaluronsäure-Injektion

Da es sich bei einer Hyaluron-Injektion um einen invasiven Eingriff handelt, können theoretisch immer Nebenwirkungen auftreten. Möglich seien Blutergüsse oder leichte Schwellungen, die jedoch zügig wieder vergehen würden. Auch eine allergische Reaktion sei nicht auszuschließen, wenngleich sie laut Aussage der Dermatologin äußerst selten auftritt. In jedem Fall sei es wichtig, dass die Behandlung von einem erfahrenen und seriösen Schönheits-Chirurgen durchgeführt wird, der vorab abwägt und über die Risiken aufklärt.

Hyaluron als Nahrungsergänzungsmittel

Auch als Kapsel zum Schlucken wird Hyaluronsäure angeboten, die Wirkung dabei ist eher ganzheitlich zu sehen: Nicht nur die Haut und das Bindegewebe werden mit dem Stoff versorgt, sondern auch die Gelenke. Mindestens drei Monate sollte das Präparat mit rund 200 bis 500 mg pro Tag laut Herstellern geschluckt werden, bis erste Ergebnisse im Hautbild sichtbar werden könnten. Dr. Rehbein sieht die Wirksamkeit der Nahrungsergänzungsmittel hingegen eher skeptisch: Da es sich bei Hyaluron um ein Polysaccharid (Mehrfachzucker) handle, würde die Hyaluronsäure vom Körper ebenso wie ein Zuckermolekül verwertet und abgebaut.