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Kosmetik-Check

Hyaluron-Serum im „Ökotest“ – das teuerste Produkt fällt durch!

Hyaluronsäure
Ein Hyaluronsäure-Serum für mehr Frische – „Ökotest“ hat 20 Produkte genauer unter die Lupe genommen Foto: Getty Images

Hyaluronsäre ist als Feuchtigkeits-Booster in der Kosmetik ein weit verbreiteter Inhaltsstoff. Aber wie gut sind Seren wirklich und halten sie, was sie versprechen? „Ökotest“ hat 20 Produkte genauer unter die Lupe genommen – mit überraschendem Ergebnis.

Ausgerechnet das teuerste Produkt erhält von den Tester*innen nur ein „ungenügend“: Das „Liftactiv Surpreme H.A. Epidermic Filler Serum“ von Vichy (ca. 35 Euro pro 30 ml) fällt neben einem weitern Hyaluron-Serum bei „Ökotest“ durch, der Grund: Im Labor wurden halogenorganische Verbindungen und PEG-Verbindungen festgestellt – Zusätze, die im Verdacht stehen, Allergien und Hautreizungen auszulösen und die Haut durchlässiger für Fremdstoffe zu machen.

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Anti Aging? Hyaluron-Serum im „Ökotest“

Auch die Werbeversprechen – „progressiver Filling-Effekt“ und „aktiv gemilderte Anzeichen der Hautalterung“ – hält „Ökotest“ für übertrieben, heißt es im Bericht. Die Erklärung: „(.) um Falten wirklich effektiv verringern zu können, müsste das Produkt tiefer als in der obersten Hautschicht wirken. Das darf Kosmetik jedoch generell nicht, weil sie sonst die Grenze zum Arzneimittel überschreitet.“

Verjüngungseffekte kaum nachweisbar

Mit der Bestnote „sehr gut“ zeichneten die Tester*innen insgesamt nur fünf Produkte aus: „Sie enthalten keine bedenklichen Inhaltsstoffe und machen auch keine überzogenen Versprechungen, was Verjüngungseffekte betrifft“, so die Begründung. Die Seren versprächen aber auch nicht zu viel, sondern „stellen lediglich das Verschwinden oberflächlicher Trockenheitsfältchen sowie ein frischeres und glatteres Hautbild in Aussicht“. Zu den getesteten Produkten gehörten unter anderem Artikel der bekannten Marken „Alterra“, „Judith Williams“ und „L’Oréal“.

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Was ist eigentlich Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure, auch einfach Hyaluron genannt, ist eigentlich eine körpereigene Flüssigkeit. Die Münchner Dermatologin Dr. Miriam Rehbein erklärt gegenüber STYLEBOOK: „Bei Hyaluronsäure handelt es sich um einen Hauptbestandteil des menschlichen Bindegewebes. Sie besitzt die Eigenschaft große Mengen Wasser binden zu können, weshalb sie mitentscheidend für den Feuchtigkeitsgehalt unserer Haut ist.“ Mit dem Alter jedoch verringert sich die Produktion körpereigener Hyaluronsäure – die Haut büßt an Straffheit ein, Fältchen werden sichtbarer. Wer hier nachhelfen möchte, der kann auf Hyaluron aus dem Labor zurückgreifen: Der Stoff wird entweder aus Hahnenkämmen gewonnen oder entsteht biotechnisch als Extrakt aus Streptokokken-Kulturen.