Amerikas Mode-Meute unterstützt Obamas Wahlkampf
von Thomas Helbing
Wir stricken uns einen Präsidenten

In Politik und Mode geht es im Grunde um das Gleiche: Altbekanntes immer wieder frisch und neu inspiriert aufleben zu lassen. Und so wiederholt sich auch im US-Wahlkampf 2012, was bereits 2008 goldene Früchte trug: Amerikas Fashion-Elite kämpft für Obama.

Mode und Politik – niemals zuvor ging diese Verbindung besser zusammen als bei US-Präsident Barack Obama (50) und der aktuellen First Lady Michelle (47). Von Anfang an war die Modewelt verzaubert von beiden. Ganz besonders die Päpstin der Branche, US-„Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour (62).

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Die legte sich bereits 2008 mächtig für den Demokraten ins Zeug. Und auch im Wahlkampf 2012 gibt es für Wintour nur ein Ziel: Dass Barack Obama am 6. November seinen Platz im Weißen Haus verteidigen kann.

Unter dem Motto „Runway to Win“ (2008 lautete der Schlachtruf noch „Runway to Change“) mobilisiert Wintour Amerikas Fashion-Elite für Obamas Wiederwahl.

So entwerfen 22 Designer – darunter Marc Jacobs, Diane von Furstenberg, Alexander Wang und Jason Wu – Taschen, T-Shirts und Accessoires mit Pro-Obama-Statements, deren Verkauf unter runwaytowin.com Obamas Spendenkassen füllen sollen. 2008 hatte ein ähnliches Konzept großen Anteil an Obamas Spendenrekordsumme von 650 Millionen US-Dollar (ca. 508 Millionen Euro). Für 2012 hat der US-Präsident übrigens angekündigt, als erster Spenden-Milliardär alle Rekorde brechen zu wollen.

Wintour will auch dieses Mal ihren Beitrag dazu leisten und plant zur New Yorker Modewoche im Februar ein Fundraising-Dinner mit Präsident Obama. In der Vergangenheit fanden bereits derartige exklusive Runden mit Promis wie Gwyneth Paltrow, Vera Wang und Alicia Keys im New Yorker Stadthaus der „Vogue“-Chefin statt. Wobei Wohlwollen alleine noch längst nicht Wintours Tür öffnete – sondern vor allem der Eintrittspreis von 35.800 Dollar (rund 28.000 Euro). 

Es gibt bereits Kritik. So seien die engagierten Designer vor allem jene, die von Michelle Obama profitieren, weil die First Lady deren Kleider tragen würde. Die Marke Donna Karan beispielsweise, 2008 noch dabei, fehlt diesmal. Der Grund: Die Muttergesellschaft, der LVMH-Konzern, befürchtet, dass republikanische Kunden sich von dieser und anderen Marken des Luxuskonzerns abwenden könnten. 

Profitieren wird auf jeden Fall eine: Anna Wintour. Die unterstreicht mit ihrem Aktionismus, dass neben der Modewelt auch in der Politik ohne sie nichts geht. Und wer weiß, vielleicht trägt ja der nächste US-Präsident Prada ...


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