Strafanzeige wegen eines Regenmantels
Warum dieses It-Label für mächtig Ärger sorgt

Kaum ein Label wird derzeit so gehypt, wie Vetements. Nach dem DHL-Shirt reißen sich jetzt alle um das bodenlange „Polizei“-Regencape. Doch das sorgt jetzt für großen Ärger – bei der echten Polizei.

Bei Vetements stehen sogar prominente Fans wie Rihanna (28) und Kanye West (38) auf der Warteliste. Die sündhaft teuren Anti-Fashion-Teile, wie das DHL-Shirt für schlappe 245 Euro aus der Sommersaison 2016, sind schneller ausverkauft, als der Paketbote zweimal klingeln kann. Nun gibt es eine neue Must-Have-Alltagsbanalität vom Pariser It-Label, die bei der Stuttgarter Polizei alles andere als gut ankam.

Vetements-Teile sind verboten cool
Vetements-Fan Florian Winges bestellte sich das Luxus-Plastikteil für 180 Euro bei einer Mailänder Luxusboutiqe. Dass er damit in Deutschland eine echte Straftat begehen würde, hätte er nicht gedacht. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeine“ erzählt er, dass er am achten April 2016 in der Stuttgarter Innenstadt von der Polizei aufgehalten wurde, nur weil er als „Modepolizist“ unterwegs war. Im Gegensatz zu DHL, verstand die deutsche Polizei keinen Spaß bei dem „skandalösen“ Modeprodukt. Er solle bitte sofort den Polizeimantel ausziehen, es sei ja kein Fasching, so Winges zur „FAZ“. Als der Modeverkäufer erfolglos erklären wollte, worum es sich bei dem Mantel handelt, wurde er von gleich sieben Beamten in Gewahrsam genommen und nach einer Stunde wieder entlassen – ohne seinen heißgeliebten Regenmantel.

Der bleibt weiterhin beschlagnahmt, die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt. Das Problem: Das Vetements-Teil sieht so ähnlich aus wie der Mantel von der Reiterstaffel. „Dadurch findet für den normalen Bürger eine Verwechslungsgefahr statt“, so der Sprecher der Reiterstaffel, Roland Fleischer gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“. Nach Paragraph 132a des Strafgesetzbuches hat Florian Winges tatsächlich eine Straftat begangen. Der Paragraph besagt „Wer unbefugt inländische oder ausländische Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

@smets_store

Ein von VETEMENTS (@vetements_official) gepostetes Foto am

Ob Florian Winges sein Regencape zurückbekommt, ist noch unklar. Dafür hat sich Vetements bei ihm gemeldet. Sie wollen ihm ein neues „Polizei“-Cape schicken. Sogar umsonst. Im Regen gelassen wird der Hipster von seinem Lieblingslabel also nicht. Und bessere Werbung für Vetements kann es wohl nicht geben – das heißbegehrte Sammlerstück ist komplett ausverkauft.

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