Scharfer Beauty-Trend aus Japan
von Laura Pomer
Warum Frauen ihr Gesicht rasieren sollten

Klar, Rasieren ist nicht nur Männersache. Frauen tun es an den Beinen, in den Achseln – und neuerdings bitte auch im Gesicht! Das sogenannte „Dermaplaning“ ist in Japan ein längst bewährtes Beauty-Treatment, das superzarte Haut und einen strahlenden Teint verspricht. STYLEBOOK.de verrät, wie's funktioniert.

Wer einmal mit dem Rasieren anfängt, erntet Stoppeln und eine raue Hautoberfläche – so lautet zumindest ein hartnäckiges Vorurteil. Frauen in Japan wissen es besser: Durch die Behandlung des Gesichts mit einer scharfen Klinge soll die Haut streichelzart werden.

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Wie's funktioniert?
Es läuft ähnlich ab wie die bei Herren beliebte Behandlung beim Barbier, verzichtet dabei aber nicht auf die Wellness-Atmosphäre eines Kosmetikstudios mit beruhigenden Klängen. Nachdem die Gesichtshaut mithilfe warmer Handtücher entspannt wurde, kommt der obligatorische Schaumpinsel zum Einsatz. Damit verteilt die Therapeutin eine dünnflüssigere Pflegelotion auf einzelne Partien, die sie dann Schritt für Schritt mit der Klinge bearbeitet. Im Anschluss wird eine Pflegelotion leicht ins Gesicht und den Halsbereich einmassiert. Für das bestmögliche Ergebnis vereinbaren Kundinnen alle vier bis sechs Wochen einen Termin, besonders geschickte legen selbst Hand an.

Ein Video dazu finden Sie hier:

Was es bringt?
Die Effektivität der Behandlung hat sich bereits bis nach Übersee herumgesprochen. Im Interview mit dem Portal „Refinery 29“ spricht Kosmetikerin Mary Schook von der verjüngenden Wirkung, die das Abschaben auf die Haut haben soll. Immerhin machten es Männer vor, die nunmal regelmäßig zur Klinge griffen. „Und sie altern optisch langsamer als Frauen“. In ihrem New Yorker Salon M.S. Apothecary bietet sie das Treatment selbst an, da es anders als chemische Peelings den pH-Wert der Haut im Gleichgewicht beließe, Irritationen seien ausgeschlossen. Schook versichert: „Niemand verlässt mein Studio mit einem roten Gesicht!“

Das sagt der Experte:
STYLEBOOK.de wandte sich an Dr. med Timm Golüke, Facharzt für Dermatologie aus München, und wollte wissen: Sollten jetzt alle Frauen zur Klinge greifen? Die Idee findet er gar nicht so schlecht. „Was hier als Gesichtsrasur bezeichnet wird, ist letztlich eine Form von Peeling“, erklärt der Hautarzt. Das heißt: Die oberste Hornschicht wird abgetragen und regeneriert sich nach etwa vier Wochen, wird dann durch neue, frische Haut ersetzt. Noch ein Vorteil: Dank der Vorbehandlung der Poren könnten die Wirkstoffe im Anschluss angewendeter Pflegeprodukte besser einwirken. Golüke vermutet jedoch, dass bei der Methode keine sehr scharfe Klinge verwendet wird, sprich: etwaige Gesichtshärchen gar nicht abtragen werden. „Im Video sieht man, dass die Klinge zwischendurch nicht gereinigt wird. Wären Haarstoppeln daran, würde die Therapeutin sie hin und her verteilen.“

Übrigens: Dass durch das „Rasieren“ das Haarwachstum langfristig angeregt würde, sei ein Ammenmärchen. „Eine Ausnahme bilden Frauen, die aus hormonellen Gründen einen starken Haarwuchs oder eine festere Haarstruktur haben. Sie sollten Abstand von dieser Methode nehmen, bei ihnen könnte sie zu borstigen Stoppeln führen.“

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