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Die Highlights der britischen Designstars
von Thomas Helbing
The London Six

Noch vor wenigen Jahren stand die London Fashion Week im Schatten der großen Modezentren Mailand, New York und Paris. Das hat sich geändert. Was unter anderem an sechs Londoner Designern liegt, die Fashion made in Britain wieder in die oberste Modeliga katapultiert haben. STYLEBOOK stellt sie vor und verrät, was sie so genial macht.

  • Highlights London Fashion Week

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    Foto: Getty Images/Splash News

    Sechs Looks, die für die neue britische Welle stehen (v.l.): Erdem, Christopher Kane, Jonathan Saunders, Mary Katrantzou, Roksanda Ilincic und Peter Pilotto. Wem diese Namen bisher nichts sagen, für den stellen wir die „London Six“ vor. Bitte weiterklicken!

Die berühmten „Antwerp Six“ – Ann Demeulemeester, Dries van Noten, Walter van Beirendonck, Dirk van Saene, Dirk Bikkembergs, Marina Yeemischten – waren jene sechs belgischen Designer, die sich an der Königlichen Kunstakademie Antwerpen kennengelernt hatten und 1986 mit ihrer Avantgardemode bei einer Präsentation in London für Aufmerksamkeit sorgten. Belgische Mode ist seitdem ein Markenzeichen.

Ähnliches gelingt derzeit sechs britischen Designern. Christopher Kane, Mary Katrantzou, Jonathan Saunders, Erdem Moralioglu, Roksanda Ilincic und das Duo Peter Pilotto haben es geschafft, dass die London Fashion Week mittlerweile mehr Einkäufer und Presse anzieht als die große Schwester Mailand.

Der Grund: Die „London Six“ haben die Frauenmode in den letzten Jahren beeinflusst wie niemand sonst. Ihr Geheimnis ist, dass sie sich keinen Regeln mächtiger Konzerne unterwerfen müssen. Und die letzten Tage der London Fashion Week haben wieder gezeigt – es ist der mutige Mix aus traditionellem Couture-Handwerk, femininen Silhouetten und innovativer Technik, mit denen die Sechs den Nerv der Zeit treffen.

Klar gab es vor Londons neuer Design-Avantgarde schon andere britische Designer mit Weltruhm. Allerdings sind Stella McCartney, Alexander McQueen, John Galliano und Phoebe Philo für die Karriere nach Paris gegangen. Beziehungsweise: Alle, die früher schon in London blieben, hatten zwar extrem viel Talent für verrückte Entwürfe aber nicht fürs Vermarkten.

Das hat die neue Generation besser verstanden: Mode ist auch und vor allem ein Geschäft. Als Mary Katrantzou erstmals vor wenigen Saisons ihre gewaltigen 3-D-Prints auf dem Laufsteg zeigte, dauerte es nicht lange bis Topshop bei ihr anrief und Katrantzou eine exklusive Günstig-Kollektion für die Modekette entwerfen durfte. Ähnlich erging es „Peter Pilotto“, deren Kooperation mit dem US-Discounter Target noch taufrisch ist.

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Doch nicht nur die Industrie springt auf den London-Hype – auch die Designer-Kollegen. Tom Ford zeigt mittlerweile lieber in London statt wie früher in New York. Die britische Traditionsmarke Burberrry ist nach Jahrzehnten in Mailand in die Heimat zurückgekehrt. Und selbst US-„Vogue“-Chefin Anna Wintour, die jahrelang einen Bogen um die Londoner Schauen machte, sitzt dort wieder regelmäßig in der Front Row. Und wir wissen: Die mächtigste Frau der Modewelt tut nichts, von dem sie nicht hundertprozentig überzeugt ist.

Die „London Six“ und ihre aktuell gezeigten Kollektionen auf der London Fashion Week sehen Sie in der Fotogalerie oben.


Das Beste: Die Mode von Erdem, Christopher Kane, Mary Katrantzou, Peter Pilotto, Jonathan Saunders und Roksanda Ilincic gibt's sogar im STYLEBOOK-Shop!





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