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Klein, kurvig, knabenhaft..
von Alexandra Kusserow
Welches Brautkleid passt zu welcher Figur?

Die Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid stellt Frauen vor Styling-Fragen und Outfit-Fallen: Kurz oder lang? Romantische Spitze, fließende Seide oder der voluminöse Mädchentraum aus Tüll? STYLEBOOK verrät Ihnen, welche Stoffe und Schnitte am besten zu welcher Figur passen.

  • Brautkleider für kurvige Frauen

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    Foto: Getty Images, PR

    1. Figurtyp: Kurvig

    Bitte nichts verhüllen! Heißt: zarte Materialien wie Seide, Chiffon oder Jersey wählen. Keine Angst, durch doppellagige Stoffe zeichnet sich nichts ab. Zusätzlich können Sie wie Liv Tyler (l.) Ihr Dekolleté betonen oder trainierte Arme wie Anke Engelke (2.v.l.) zeigen. Details im Frontbereich wie bei Anke in Ambacher Vidic können einen kleinen Bauchansatz kaschieren, indem sie den Körper soft umspielen. Auch gesehen bei Marina Rinaldi (2.v.r.). Achtung, lange Ärmel tragen auf! Besser: ein transparentes Cape aus leichtem Stoff à la Jenny Packham (r.). Sie sind klein, knabenhaft, groß? Bitte weiter klicken!

Bei der großen Auswahl an Brautmoden kann die Suche nach dem Traumkleid schnell zum Alptraum werden. Damit das nicht passiert, verinnerlichen Sie bitte zunächst folgendes:

Sie brauchen keine Modelmaße, um in Ihrem Hochzeitskleid zu glänzen. Egal, ob Ihre Figur kurvig oder knabenhaft ist, sie groß oder klein sind, eher breite Schultern oder kurze Beine haben: Für jeden Figurtyp gibt es das passende Brautkleid.

Damit Sie gleich bei der ersten Anprobe zu den richtigen Schnitten und Stoffen greifen, erklären STYLEBOOK und Braut-Couture-Designer Jochen Ambacher vom Hamburger Brautmoden-Atelier „Ambacher Vidic“, welches Hochzeitskleid zu welcher Figur passt.

1. Figurtyp: kurvig
Ihre Figur: Sie kaufen Ihre Kleidung plus-size, haben ein üppiges Dekolleté, breite Hüften und einen kleinen Bauchansatz. Schnitt: Achtung, Empire- und A-Linie tragen auf – auch wenn viele das Gegenteil behaupten. „Die Taille ist bei jeder Frau die schmalste Stelle und sollte deshalb betont werden“, weiß Brautmoden-Designer Jochen Ambacher und fügt hinzu: „Selbst wenn keine Taille da ist, kann der Designer optisch eine setzen“. Zusätzlich dürfen Rundhals- oder V-Ausschnitt das Dekolleté betonen. Materialien: „Viele kurvige Kundinnen wünschen sich zunächst einen festen Stoff, wie zum Beispiel Taft“, verrät Jochen Ambacher. Er rät allerdings zu fließenden, doppellagigen Stoffen. „Chiffon, Seide oder Tüll machen das gesamte Erscheinungsbild luftig und zart“, so Ambacher. Extra-Tipp: Hohe Schuhe strecken das Bein optisch, Shapewear bringt Kurven in Form. Finger weg von Bustierkleidern, das sieht nur bei trainierten Oberarmen richtig gut aus, vor allem auf Fotos. Aber: Auch lange Ärmel können auftragen. Besser: Ein Seidencape, das locker Schultern und Arme umspielt.

2. Figurtyp: klein
Ihre Figur: Sie sind kleiner als 1,65 Meter. Schnitt: Greifen Sie unbedingt zu kurzen Kleidern, wenn Sie schlanke Beine, Waden und spitze Knie haben. Falls nicht: Auch ein Maxikleid kann für Körperlänge sorgen, wenn die Taille hoch gesetzt ist. „Tiefe V-Ausschnitte an Dekolleté oder Rücken strecken zusätzlich“, rät Experte Jochen Ambacher. Materialien: Kleine Frauen wirken schnell niedlich und sollten daher von zu viel Spitze, Rüschen und Volants die Finger lassen. Besser: Minimal-Chic aus Seide und Organza. Extra-Tipp: High-Heels. Damit Sie keine Fußschmerzen bekommen, greifen Sie am besten zum bequemen Keil-, statt zum Pfenningabsatz.

3. Figurtyp: knabenhaft
Ihre Figur: Po und Brust sind eher flach, Schultern und Hüften haben die gleiche Breite, Sie haben wenig Taille. Schnitt: Trauen Sie sich einen extra tiefen, schmalen V-Ausschnitt – der ist super angesagt und steht nur Ihrem Figurtyp, ohne gleichzeitig aufreizend zu wirken. Kurven simulieren können Sie mit Kleidern, die oben schmal und in der Taille ausgestellt sind. Sexy: Bein zeigen, mit Schlitz, Fokuhila-Kleid oder im Mini. Materialien: Dem androgynen Körperbau wirken feminine Details wie Spitze, Federn, Rüschen, Plissees und Drapierungen entgegen. Extra-Tipp: Auch das perfekte Braut-Make-up sorgt für Weiblichkeit!

4. Figurtyp: groß
Ihre Figur: Sie sind größer als 1,75 Meter. Schnitt: Grundsätzlich können Sie Dank Ihrer Körpergröße alles tragen – mit entsprechendem Dekolleté auch ein Bustierkleid. Einen langen Oberkörper kaschieren Sie mit einer hohen Taille, einen kurzen entsprechende mit einer tief sitzenden Taille. Materialien: Ihnen steht sogar Volumen! Aber bitte nur abwärts der Hüfte und dann zum schmalen Oberteil, alles andere gehört auf die 80er-Motto-Party. Je feingliedriger Sie sind, desto mehr Tüll und Organza dürfen Sie sich gönnen. Extra-Tipp: Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viel länger Sie auf flachen Sohlen tanzen können? Seien Sie froh, dass Sie selbst in Ballerinas oder edlen Sandalen ohne Absatz auf Ihrer Hochzeit Größe zeigen können.

5. Breite Schultern
Ihre Figur: Sie haben breite Schultern und Hüften, die schmaler als die Schultern sind. Schnitt: „Hier passiert einer der häufigsten Fehler“, warnt Jochen Ambacher. „Sogar Ateliers für Brautmoden oder Styling-Ratgeber empfehlen, die Schulterpartie zu verdecken. Das ist aber komplett falsch! Zeigen Sie Ihre markanten Schultern und spielen Sie am Oberkörper mit Femininität.“ Heißt: Bustier- oder Bandeaukleid wählen, aber auch ein Carmen-Ausschnitt oder ein asymmetrisch drapierter Träger sorgen für Weiblichkeit. Materialien: Softe Stoffe wie Seide, Chiffon und Seidenjersey, die elegant die kantige Schulterpartie umspielen. Extra-Tipp: Lange, filigrane Ohrringe oder eine zarte Kette schmücken Schultern und Dekolleté zusätzlich.

6. Babybauch
Ihre Figur: Sie sind schwanger! Ein Babybauch zeichnet sich dezent gewölbt bis kugelrund ab. Schnitt: „Es gibt zwei Arten von schwangeren Bräuten: Die einen wollen den Babybauch verstecken, die anderen möchten ihn stolz zeigen“, weiß Jochen Ambacher. „Für beide Wünsche gibt es entsprechend drapierte Details aus Materialien wie Organza, die vom Bauch ablenken oder enge Kleider aus Seidenjersey, die das Babybäuchlein betonen.“ Extra-Tipp: Dass Sie die ganze Nacht auf Highheels durchhalten, ist unwahrscheinlich, vor allem, wenn Sie hochschwanger sind. Lassen Sie Ihr Kleid also von vorne herein zu flachen Schuhen anpassen. Sie dürfen sich das jetzt erlauben – schwangere Frauen sind ohnehin die Schönsten!