Tabu-Thema Gynäkomastie
von Laura Pomer
Das kann MANN gegen Männerbusen tun

„Man Boobs“, zu deutsch „Männerbrüste“, sorgen gerne mal für Spott und Fingerzeigen. Doch auch ohne dafür belächelt zu werden, könnten Betroffene meist gut auf die Gynäkomastie – so der Fachbegriff – verzichten. STYLEBOOK.de weiß vom Experten, wie man(n) das Beauty-Problem los wird.

. Es handelt sich dabei um die vergrößerte Brust bei Männern, die ein- oder beidseitig auftreten kann – und die mitunter so extrem ist, dass ein BH nötig wird. Die Scham- und Hemmschwelle, über ihr Leid zu sprechen, ist bei vielen Betroffenen groß, dabei kann ihnen geholfen werden: beim Beauty-Doc.

Prof. Dr. med. Jörg Borges, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Freiburg, hat in seiner Praxis schon über 2000 operative Verkleinerungen der Männerbrust durchgeführt. Er ist führend auf dem Gebiet, weshalb sich Patienten aus aller Welt in seine fähigen Hände begeben. STYLEBOOK.de beantwortete der Experte die wichtigsten Fragen zum Thema.

  • Foto: Getty Images

    Viele Männer mit Gynäkomastie vergraben sich mit ihrem Problem – ein großer Fehler, der ihr gesamtes Leben überschatten kann

Wie kommt es zur Gynäkomastie?

Durch Übergewicht? Das glaubt vielleicht der Unwissende. In Wahrheit entscheidet der Fachmann zwischen einer „Pseudo-Gynäkomastie“, die tatsächlich mit übermäßiger Leibesfülle einhergeht, und einer echten. Diese hat genetische und/oder hormonelle Ursachen. „In 90 Prozent der Fälle entsteht die Gynäkomastie in der Pubertät“, erklärt uns Prof. Borges. „Durch Hormonschwankungen vergrößert sich auch bei Männern der Drüsenkörper in der Brust und es lagert sich Fett ein.“ Etwa bei der Hälfte der Betroffenen setzt sich diese Veränderung fest und die Brüste bleiben.

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Liegt das Phänomen in der Familie?

Meistens schon, daher waren in der Freiburger Praxis des Fach-Mediziners schon häufig mehrere Generationen Männer derselben Familie vorstellig. Hormonschwankungen können jedoch auch von Krankheiten verursacht werden, „ebenso durch die Einnahme und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente.“ Auch bei Bodybuildern trete die Entwicklung manchmal auf, wenn sie zugunsten der Muskelausbildung Hormonpräparate missbrauchen.

Wie kann man das Problem beheben?

„Sofern es sich um eine echte Gynäkomastie handelt, hilft nur eine OP“, weiß Prof. Borges. Betroffene Männer können Sport treiben und Diäten halten so viel sie wollen – an der Drüsenvergrößerung, die das Brustgewebe verursacht, ändere das alles nichts.

  • Massband

    Foto: dpa Picture alliance

    Gynäkomastie ensteht zu 90 Prozent während der Pubertät, erklärt der Experte

Wie läuft der Eingriff ab?

Nach einem Schnitt knapp unterhalb der Brustwarze saugt Prof. Borges zunächst das überschüssige Fett ab, dann entfernt er den Drüsenkörper. „Durch die Schnittwunden entstehen Narben, die dazu führen, dass sich die umliegende Haut direkt zurückzieht“, erklärt er. Heißt: Die Auswölbung nimmt sofort ab. Für eine ebenmäßige Kontur wird im nächsten Schritt körpereigenes Fettgewebe feinchirurgisch umgeschlagen, quasi um das Loch auszupolstern. „In der Regel kann der Patient zwei Stunden später die Praxis wieder verlassen und kommt am Folgetag zur Nachkontrolle. Zwei Wochen später werden bereits die Fäden gezogen.“

Welche Risiken gibt es?

, weiß Borges. Und diese Fälle sind keien Seltenheit: Schon häufig habe er Patienten nachbehandeln müssen, deren Brust nach einem vorangegangenen Eingriff dellig wurde, oder die sich wegen deutlich sichtbarer Narben quer über die Brust an ihn wandten. Oft kamen auch unglückliche Männer, bei denen die Symptome nur kurze Zeit nach dem Eingriff zurückkehrten. „Dieser Fall tritt auf, wenn nur das Fett abgesaugt und der Drüsenkörper nicht entfernt wurde.“

  • Männerbrust

    Foto: Getty Images

    Bei manchen Männern ist die Brust so ausgeprägt, dass sie einen BH tragen müssen (der ist hier allerdings nur aufgemalt)

Lohnt sich die OP?

„Unbedingt“, so Prof. Borges überzeugte Antwort. Wie er im Gespräch mit seinen Patienten immer wieder feststellte, haben Betroffene mit einem enormen psychischen Leidensdruck zu kämpfen. „Sie tragen nur noch weite und doppelte Kleidung, meiden Schwimmbadbesuche und Beziehungen“, weiß der Experte. „Viele verlieren den Lebensmut, sie nehmen aus Frust zu und schotten sich völlig ab.“ Da lohne sich der Eingriff allemal, der – gut durchgeführt – keine Spuren hinterlässt und nach wenigen Wochen wie vergessen ist.

Wieviel kostet der Eingriff?

Die Kosten schwanken im Schnitt zwischen 3500 und 4500 Euro, können allerdings – je nach Ausprägung der Gynäkomastie und entsprechendem OP-Aufwand – stark variieren.

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