Chopped-in, Pilzkopf, Buzzcut...
Wem stehen die neuen Trend-Frisuren?

Damit die neue Frisur am Ende nach dem neusten Schrei und nicht zum Schreien aussieht, sollte Frau natürlich wissen, was ihr steht und was nicht. Wer kann die neuen Frisurentrends wie Buzzcut, Pilzkopf und Co. tragen? STYLEBOOK.de hat einen Friseur gefragt.

Ganz klar, einige Frisurentrends sind für die Mutigen unter uns gemacht. Doch auch weniger ausgefallene Styles halten sich schon einige Zeit hartnäckig im Trendranking. Besonders Kurzhaarschnitte erleben in diesem Jahr ein Comeback und präsentieren sich in großer Vielfalt. Für welchen Typ die Frisen geeignet sind und wie Frau herausfindet, was ihr steht, Friseur Enrico Farkas von Farkas & Manthei hat’s verraten.

1. DER MICRO-PONY
Was in den 50ern noch das Markenzeichen für Pinup-Queen Bettie Page war, steht heute für kühlen Charme. Designer wie Emanuel Ungaro, Vionnet oder Louis Vuitton setzten bei ihren jüngsten Shows auf Haarstyling mit akurat getrimmten Stirnfransen.

Das sagt der Profi: „Eine wunderbare Möglichkeit einen komplett neuen Look zu kreieren, ohne dabei viel Länge zu verlieren“, weiß Enrico Farkas. „Aber hier muss die Kontur ganz individuell auf die Gesichtsform angepasst werden. Bei feinem Haar empfiehlt sich mehr Haar vom Scheitel zu nehmen um ein voller wirkendes Endergebnis zu haben.“ Vorsicht: „Die Frisur lässt sich nur dann ideal umsetzen, wenn kein ausgeprägter Wirbel im Ponybereich dominiert“, warnt der Friseur. „Der Pony kann ansonsten sehr arbeitsintensiv werden, wenn täglich der Wirbel mit Föhn und Glätteisen bezwungen werden muss.“

Das Fazit: Dieser Schnitt ist frech und verzeiht nichts. Runde und eckige Gesichter sollten lieber die Finger von einem Micro-Pony lassen.

  • Der Micro-Pony bei Emanuel Ungaro

    Foto: Getty Images

    Der Micro-Pony war eigentlich nie richtig out, doch auch die Designer haben die Trendfrisur wieder für sich entdeckt. Bei Emanuel Ungaro kombiniert mit verspielt-femininer Mode

2. DER BUZZCUT
Dieser polarisierende Kurzhaarschnitt gehört zu DEN Frisurentrends 2016. Das steht fest. Das Comeback der Sinéad O’Connor-Frise wurde nicht nur auf den Laufstegen zelebriert, zuletzt flossen auch beim großen Umstyling von Germany’s next Topmodel einige Tränen wegen des extremen Haarschnitts.

Das sagt der Profi: „Unumstritten eine pflegeleichte Frisur. Doch Make-up, Kleidung und das gesamte Auftreten müssen im Einklang mit den raspelkurzen Haaren sein“, so Enrico Farkas. Ganz wichtig: „Bevor man sich an den Extreme Short Cut wagt, unbedingt vom Friseur die Kopfform checken lassen. Auch unschöne Narben können wieder zum Vorschein kommen.“

Das Fazit: Besonders für ovale Gesichter geeignet. Eine narben-und dellenlose Kopfform ist Voraussetzung für diesen radikalen Schnitt.

  • Frisurentrends 2016: Extreme Short Cut bei Givenchy

    Foto: Getty Images

    Keine Frisur polarisiert so wie der Extreme Short Cut. Ob bei GNTM oder auf dem Runway von Givenchy (Bild), an den raspelkurzen Haaren kommen wir 2016 nicht vorbei

3. DIE CHOPPED-IN-FRISUR
Alexander Wang feierte auf der New York Fashion Week mit seiner Kollektion ein Comeback des Rock-Chic. Dunkel geschminkte Augenringe, Leder-Chocker, und Netzstrümpfe dominierten auf dem Runway des Ex-Balenciaga-Chefdesigners. Passend dazu gab's die Chopped-in-Frisur.

Das sagt der Profi: „In diesem Fall bekommen die halblangen Haare durch den Pony sehr viel Ausdruck. Die Trägerin wirkt provokant“, beurteilt der Experte den Schnitt. „Auch hier müssen Haarqualität, Gesichtsform, Proportionen und Wirbel beachtet werden. Chopped-in-Frisuren sind jedoch nicht für alle alltagstauglich, da durch das Reinhacken die Verbindungen zwischen den einzelnen Partien fehlen (daher der Name).“ Für alle Fans des wilden Haarschnitts hat Enrico Farkas einen Tipp: „Der Schnitt lässt sich auch ohne Schere mit einigen Haarklemmen verwirklichen. Nach Gefühl eine oder mehrere Partien (zum Beispiel über dem Ohr) wegstecken, und die längeren Haare einfach drüber fallen lassen.“

Das Fazit: Toll bei schmalen Gesichtern, weil die Frisur Volumen dazu zaubert.

  • Chopped-In Frisur bei Alexander Wang

    Foto: Getty Images

    Die Models waren von der Chopped-in Frisur bei Alexander Wang begeistert. Die oberen Partien wurden kürzer geschnitten. Die unteren Haare schauen fransig heraus

4. DER PIXIE 2016
Der Pixie-Cut feiert gefühlt alle zwei Jahre sein Revival. Denn der Schnitt ist trotz kleiner Veränderungen ein Evergreen unter den Frisuren. Kaum ein Promi hat den Pixie in seiner Frisurenkarriere ausgelassen. Von Rihanna über Keira Knightley bis hin zu Fashion Queen Kate Moss – die Stars wissen um die Vorteile des Haarschnitts.

Das sagt der Profi: „Bei passender Kürze und geschickten Handgriffen sind den Looks kaum Grenzen gesetzt. Ob verwegen-struppig, glatt-glossy oder mit Scheitel für den abendlichen Auftritt, mit einem Pixie ist Frau immer passend gestylt“, so Enrico Farkas. Vorsicht ist jedoch beim Schnitt geboten. Hier sollte auf eine saubere Ausführung geachtet werden. „Schnell kann aus dieser Frisur auch ein Kurzhaarschnitt-Drama werden. Ich empfehle gestochen scharfe Schnittkonturen, sorgfältig gewählte Proportionen (Verhältnis zwischen Hinterkopf, Seiten und Pony muss stimmen) und eine aussagekräftige Farbe.“

Das Fazit: Für alle Gesichtsformen geeignet – sofern sie sich an kurzes Haar traut. Frauen mit runder Gesichtsform sollten auf lange Seitenpartien und einen längeren Pony achten.

  • Pixie bei Rochas

    Foto: Getty Images

    Der Pixie ist nicht nur ein Allround-Talent, weil der Schnitt zu jeder Frau passt. Auch das Styling kann ganz individuell gestaltet werden. Rochas zeigt die Frisur verwuschelt-androgyn

5. DER PILZKOPF
Audrey Tautou ist seit ihrem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001) wohl die bis dato bekannteste Trägerin des sogenannten Pilzkopfs. Ein wenig mädchenhaft, aber trotzdem mit gewissem androgynen Touch.

Das sagt der Profi: „Diese Frisur gehört zu meinen Favoriten. Sie betont das Gesicht und die Augen besonders“, erzählt Farkas. „Frauen mit runden Gesichtern sollten besser eine längere Bob-Variante wählen. Alle anderen, die sich für einen Pilzkopf entscheiden, sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Frisur nicht viel Styling-Spielraum lässt und auch im Stil ziemlich festgelegt ist.“

Das Fazit: Für Frauen, die ihren Stil gefunden haben. Wer eine runde Gesichtsform hat, sucht sich allerdings besser einen anderen Schnitt.

  • Der Pilzkopf bei Vionnet

    Foto: Getty Images

    ...und was sehen wir beim Blick von hinten da herunterbaumeln? Die kleinen, liebevoll „Rattenschwänze“ genannten Zöpfe aus den 90er Jahren sind nun auch wieder da! Zumindest auf dem Runway von Marco De Vincenzo

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