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Kindheit, Karriere, Zukunft

Modedesignerin mit grünem Gewissen – Stella McCartney wird 50

Stella McCartney
Stella McCartney ist eine der bedeutendsten Modedesignerinnen unsere Zeit – wir werfen einen Blick auf ihr Leben und ihre Karriere. Foto: Getty Images

Stella McCartney ist eine der prominentesten Modedesignerinnen unserer Zeit – am 13. September wird die Tochter von „Beatle“ Paul McCartney 50 Jahre alt. Was es bedeutet, einen berühmten Vater zu haben, wie dieser ihren Stil geprägt hat und warum der Britin Nachhaltigkeit so wichtig ist – hier erfahren Sie es.

Tochter eines berühmten Vaters

Die Tochter eines berühmten Musikers zu sein, kann auch mal nerven, laut Stella McCartney überwiegen aber die Vorteile. Dass sie es ohne ihren berühmten Vater im Leben weniger leicht gehabt hätte, steht für die Modedesignerin außer Frage. „In meinem Beruf überwiegen ganz klar die Vorteile, einen solchen Vater zu haben“, berichtete die Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney vor vielen Jahren in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Ohne ihn wäre ich nicht hier“, so die Modedesignerin weiter. In diesem Jahr feiert ihre Firma 20-jähriges Bestehen.

Stellas Kindheit ist eine Zeit der Extreme

Stellas Kindheit ist eine Zeit der Extreme – zwischen dem Rock’n’Roll-Leben ihrer Eltern, die sie und ihre Geschwister auf Tour mitnehmen, und dem Leben auf einem Öko-Bauernhof in Sussex. „Wir waren sehr beschützt, regelrecht isoliert, mitten zwischen Wäldern und weiten Landschaften“, sagte sie der „Vogue“. „Oder wir waren auf Tournee. Umgeben von 200.000 Menschen.“ Damit sie nicht die Bodenhaftung verliert, schickten ihre Eltern Stella nicht auf eine teure Privatschule, sondern auf eine ganz normale staatliche Schule.

Inspiriert vom Kleiderschrank der Eltern

Anschließend beginnt für McCartney der steile Weg zur bedeutenden Modedesignerin. Schon früh begeisterte sich die Beatles-Tochter für Mode. Ihre Eltern hätten sie maßgeblich inspiriert – und besonders deren gemeinsamer Kleiderschrank. „Der war wie eine prall gefüllte Schatzkammer“, erzählte McCartney dem „Stern“. „Darin hingen Alltagskleider, die zu unserem damaligen Leben auf dem Land gehörten, aber eben auch die Bühnenoutfits aus den gemeinsamen „Wings“-Tagen meiner Eltern.“

Besondere Beziehung zur Modemarke Chloé

Stella und ihre Schwester Mary, die heute als Fotografin arbeitet, probieren in ihrer Kindheit mit Begeisterung die Outfits von Mutter Linda an. „Meine Mutter hat in den 70ern Chloé getragen, das war für mich also immer schon zuhause präsent“, erinnert sich McCartney, die 1997 Creative Director bei Chloé wurde. Ihr Vorgänger Karl Lagerfeld äußerte sich damals skeptisch. „Ich finde, sie hätten einen großen Namen nehmen sollen“, unkte er. „Haben sie. Aber aus der Musik, nicht aus der Mode.“

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Stella McCartneys steile Karriere

Ihre erste Schau auf dem Laufsteg in Paris wird ein Erfolg. McCartney widmet sie ihrer schwerkranken Mutter, die 1998 an Krebs stirbt. Linda hatte ihr schon frühzeitig geraten, ihre Karriere als Designerin anzupacken. Als Stella ein Teenager ist, vermitteln ihre Eltern ein erstes Praktikum bei Modeschöpfer Christian Lacroix in Paris, später studiert sie Modedesign und hospitiert bei der „Vogue“. Sie sei ein „Landei“ gewesen, dem die Augen geöffnet wurden, erinnert sie sich später. Nur zwei Jahre nach dem Studienabschluss landet sie den Job bei Chloé.

Nachhaltigkeit – so wichtig ist Stella grüne Mode

Bevor sie dem Job bei Chloé zusagt, stellt sie allerdings erstmal klar, dass unter ihrer Leitung niemals Leder oder Pelz in den Kollektionen verarbeitet werden. Das schafft Eindruck, auch wenn sie sich damit in ihrer Branche nicht nur Freunde macht. Als sie Jahre später für Gucci entwirft, soll der damalige Gucci-Chef Tom Ford versucht haben, sie von ihrem Kurs abzubringen. Ford, der heute ein enger Freund von McCartney ist, verzichtet mittlerweile selbst auf Pelze.

Ihren Blick für Tierwohl und Nachhaltigkeit schärft McCartney schon als Kind auf dem Öko-Bauernhof. Auch etwas, das die lebenslange Vegetarierin von ihrer Mutter geerbt hat. Linda McCartney war eine aktive Tierschützerin und erklärte Vegetarierin, lange bevor vegetarische oder vegane Ernährung so verbreitet war wie heute. Auch heute setzt sie sich für Nachhaltigkeit in der Mode ein.

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Privates Familienglück

Privat findet Stella McCartney ihr Glück an der Seite des Verlegers Alasdhair Willis. Mit ihm hat sie zwei Töchter und zwei Söhne, die zwischen 2005 und 2010 geboren werden. Ihren Hauptwohnsitz hat die Familie in London, wo auch die Zentrale ihres Firmenimperiums ansässig ist. Das Verhältnis Beziehung zu Papa Paul galt zwischenzeitlich als angespannt, weil Stella McCartney nicht mit dessen zweiter Frau Heather Mills konnte, von der Sir Paul nach einem Rosenkrieg inzwischen lange geschieden ist.

Verdienste um die britische Modebranche

Aber: Die Tochter eines Beatles-Musikers zu sein, hatte nicht ausschließlich Vorteile, sagt McCartney. Als ihr Label anfangs kräftige Verluste macht, schreibt die berüchtigte britischen Presse ausführlich darüber. „Alle vergleichbaren Firmen haben in ihrer Start-up-Phase ähnlich hohe Kosten, aber es wird kaum darüber berichtet“, klagt McCartney damals. „Nur bei mir wird alles grell beleuchtet, weil alle die Beatles-Tochter scheitern sehen wollen.“

Doch sie setzte sich durch. Und 2013 wurde McCartney sogar von Königin Elizabeth II. mit dem „Order Of The British Empire“ für ihre Verdienste um die britische Modebranche ausgezeichnet. Prompt wurde sie nach ihrer Einschätzung der Queen-Mode gefragt. „Sehr schick und wunderschön“, urteilte McCartney höflich und scherzte. „Sie sollte natürlich Stella McCartney tragen. Ich habe ihr meine Karte zugesteckt.“ Ob die Monarchin das Angebot angenommen hat, ist nicht bekannt.

Mit Material von dpa

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