6 Tipps

Wie kleidet man sich eigentlich nachhaltiger?

Frau tanzt
Seine Kleidung nachhaltiger und bewusster zu shoppen und tragen, ist gar nicht so schwer
Foto: Getty Images

Weniger Fleisch essen, auf Plastikverpackungen verzichten, öffentliche Verkehrsmittel nutzen – es gibt viele Möglichkeiten die Umwelt zu schonen. Doch wenn es um Fashion geht, hört der gute Wille oft auf. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gibt Tipps, wie man nachhaltig mit Kleidung umgeht und nebenbei trotzdem noch Geld sparen kann.

Kleiderschrank ausmisten

Um erstmal einen Überblick über all Ihre Kleidung zu bekommen, sollten einen Blick in ihren Kleiderschrank werfen, so der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Wie viele Jeans brauchen Sie wirklich? Und tragen Sie den Strickpullover von vergangenen Jahr noch? Behalten Sie Ihre Lieblingsteile und Stücke, die sich gut kombinieren lassen. So finden Sie ganz einfach Ihren eigenen Style und wissen in Zukunft genau, welches Kleidungsstück Sie wirklich brauchen und wo Sie Ihr Geld lieber sparen können. Das ist der erste Schritt, Mode nachhaltig zu tragen.

Zeitlose Klassiker

Statt immer wieder neue Kleidung zu kaufen, ist es nachhaltiger, Kleidung gut zu pflegen und lange zu tragen. Investieren Sie in zeitlose Klassiker, die nie aus der Mode kommen und sich einfach kombinieren lassen. Eine weiße Bluse, ein Trenchcoat, ein gut sitzender Blazer und ein schwarzes Kleid sind die Must-Haves, mit denen Sie viele Looks stylen können.

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Secondhand kaufen

Sie möchten nicht auf Ihren Shopping-Bummel verzichten? Dann kaufen Sie Ihre Kleidung öfter aus zweiter Hand. Mittlerweile finden Sie getragene Mode in zahlreichen Secondhand-Läden und das zu günstigen Preisen. Auch auf Flohmärkten und Kleidertausch-Partys erleben Kleidungsstücke ein zweites Leben.

Auf Materialen achten

So mancher Stoff wird chemisch behandelt. Zum Beispiel wird laut Nabu konventionelle Baumwolle Pestiziden und krebserregenden Chemikalien, Farbstoffen, Weichmachern, Bleichmitteln und Schwermetallen ausgesetzt. Das schadet der Umwelt.

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Statt daher etwa auf chemisch behandelte Holzfasern wie Tencel und Viskose sowie Chemiefasern wie Polyester, aber auch Leder und der erwähnten Baumwolle zu setzen, kann man zum Beispiel Wollprodukte wählen, die aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Und bei Baumwolle auf Bioqualität achten, bei Leder auf das IVN-Naturleder-Label.

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Textilien recyceln

Der Naturschutzverband verweist auf Zahlen des Instituts für Abfallwirtschaft und Altlasten der Technischen Universität Dresden, wonach geschätzt 19 Prozent der ausrangierten Textilien im Restmüll statt in Kleidersammlungen landen. Andere Studien gingen von höheren Zahlen aus.

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Die Umweltexperten des Nabu empfehlen, Textilien fast immer zu recyceln. Bei den Abgabestationen achten Bürger auf das Label FairWertung, einem Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, oder das Qualitätssiegel des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Einzige Ausnahmen: Altkleider kommen in die schwarze Tonne, wenn diese stark mit Chemikalien verschmutzt sind. Und Verschlissenes sollte über den Wertstoffhof entsorgt werden.

Auch beim Kauf von neuer Kleidung können Sie auf recyceltes Material achten. Immer mehr Modefirmen produzieren ihre Kleidung mit recycelten Fasern. Damit können Sie sich ohne Reue ein neues Lieblingsteil gönnen und verbessern gleichzeitig Ihre Öko-Bilanz.

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Eigenem Trend treu bleiben

Jeden Tag gibt es einen Trend in der Modewelt zu entdecken. Allerdings sollten Sie nicht jedem Trend hinterherlaufen. Machen Sie sich bewusst, ob der Trend zu Ihrem Stil passt oder nur eine kurze Modeerscheinung ist. Das gleiche gilt auch bei der Passform. Investieren Sie nur in ein neues Kleidungsstück, wenn es wirklich optimal passt. Zwickt etwas, ist zu eng oder Sie fühlen sich nicht vollkommen wohl damit, dann sollten Sie lieber die Finger davon lassen. Solche Teile enden meist als Schrankleichen und das schadet Ihrem Geldbeutel und der Umwelt.