Heidi Klum, Gloria Gaynor & Co

„I Will Survive“! Wie Promis mit der Corona-Krise umgehen

Heidi Klum und Tom Kaulitz
Happy Couple! Heidi Klum und Tom Kaulitz im Herbst 2019 beim „Angel Ball“
Foto: Getty Images

Die Corona-Krise kennt keinen Star-Bonus! Die ersten Prominenten haben sich infiziert, zahlreiche befinden sich in Quarantäne. Jetzt spielen Instagram & Co. eine wichtige Rolle, um eindringliche Botschaften zu senden, ohne dabei ganz auf Humor zu verzichten. Ein Überblick.

Gerade meldete sich Tom Hanks wieder aus der Quarantäne, via Twitter bedankte er sich bei den Helfern in Australien, wo er und seine Frau Rita Wilson am Rande von Dreharbeiten die Corona-Diagnose bekamen. „Lasst uns um uns selbst und um andere kümmern“, schreibt der 63 Jahre alte Schauspieler dazu. Dazu postete Hanks ein Bild, das nach Krankenhauskost aussieht – mit einem Stoffkänguru, australischer Flagge und einer Tube mit landestypischem Brotaufstrich.

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„Wir sind verantwortlich“

Die Coronavirus-Krise kennt keinen Promibonus. In Deutschland war der Moderator Johannes B. Kerner einer der ersten Fälle mit Bekanntheitsgrad. Der 55-Jährige schrieb vergangene Woche auf Instagram, das Positiv-Testergebnis sei für ihn überraschend gekommen. Aber: „Mir geht es sehr gut, ich habe praktisch keine Symptome.“ Er befinde sich in häuslicher Quarantäne. Er wolle als Betroffener jede und jeden ermuntern, sich sehr umsichtig zu verhalten, Abstand zu halten und möglichst wenig direkte soziale Kontakte zu haben. „Wir sind dafür verantwortlich, dass sich die kranken, die älteren und schwächeren Menschen nicht einer zusätzlichen Gefahr aussetzen müssen.“

Solche Appelle sind gerade im Internet oft zu lesen. Die Virus-Krise beschäftigt viele, auch, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt angeht. Comedian Hazel Brugger („heute-show“) schrieb auf Twitter: „Ich bin, wie es aussieht, die nächsten paar Monate über zwangs-arbeitslos. Falls ihr in Köln wohnt, in einem medizinischen Beruf arbeitet und schulpflichtige Kinder habt, kann ich gerne tagsüber auf die aufpassen.“ Das klinge zwar „creepy“ (gruselig), aber sie meine das ernst.

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Der Satiriker Jan Böhmermann hat sich bei Twitter umgetauft. Er nennt sich dort „Jan HÄNDEWASCHEN! ZUHAUSE BLEIBEN!“, garniert mit grünen Virus-Emojis. Er verbreitet dort die Empfehlung, auf zuverlässige Quellen zu hören: das Robert Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium.

Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger appelliert bei Twitter ebenfalls: „Bleibt so viel wie möglich zu Hause. Hört auf die Experten, ignoriert die Idioten“. In einem Video zeigt der ehemalige Gouverneur von Kalifornien, dass er mit gutem Beispiel vorangeht. „Wir gehen nicht raus, wir gehen nicht in Restaurants, wir tun hier nichts mehr dergleichen. Wir essen bloß und haben eine gute Zeit“, sagt der 72-Jährige darin, während er ein Zwergpony und einen Esel füttert – und sendet eine optimistische Botschaft: „Wir werden das gemeinsam durchstehen.“

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„Ruft eure Großeltern an, seid da für sie!“

Der Schauspieler Sabin Tambrea („Ku’damm 56“) ruft bei Instagram dazu auf, die besonders gefährdeten älteren Menschen trotz der notwendigen Besuchssperre nicht vereinsamen zu lassen. „Ruft eure Eltern und Großeltern an, facetimed, skyped, oder was auch immer, fragt, erzählt, sprecht über die Dinge, die euch Lebensfreude schenken, nehmt ihnen die Einsamkeit, seid da für sie! Geht zu euren Nachbarn, die vielleicht nicht mehr so fit und jung sind wie ihr, geht für sie einkaufen, redet, fragt, helft!“

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Gestern Abend wurde im Zuge der #Corona – Krise von der Bundeskanzlerin gefordert, wo immer möglich, auf soziale Kontakte zu verzichten. Eine notwendige, wenngleich in meinen Augen eine tragische Forderung, denn viele Menschen befanden sich, trotz der schier unendlichen Kommunikationsmöglichkeiten unserer Zeit, trotz der virtuellen sozialen Netzwerke, schon zuvor in einem Zustand der Einsamkeit, quer durch alle Altersgruppen hinweg. Nun wird Angehörigen weitgehend der Besuch von Alten- und Pflegeheimen untersagt, Großeltern dürfen ihre Enkel nicht mehr sehen. Es ist absolut richtig und notwendig, diese Maßnahmen zu ergreifen, doch wir müssen alle gemeinsam dieser neuen Form der verordneten Vereinsamung entgegentreten. Ruft eure Eltern und Großeltern an, FaceTimed, Skyped, oder was auch immer, fragt, erzählt, sprecht über die Dinge, die euch Lebensfreude schenken, nehmt ihnen die Einsamkeit, seid da für Sie! Geht zu euren Nachbarn, die vielleicht nicht mehr so fit und jung sind, wie ihr, geht für sie einkaufen, redet, fragt, helft! Wenn es dazu kommt, dass alle Zuhause hocken, dann müssen wir uns noch viel stärker als zuvor den einsamen, verbitterten oder hasserfüllten Stimmen um uns herum oder aus dem Internet aktiv und voll Entschlossenheit entgegenstellen. Nur wer nicht geliebt wird, hasst! Dies hier ist eine Chance. Nutzen wir sie. Für morgen, Samstag den 14.3. war im Cinestar meiner Jugendstadt Hagen eine Vorstellung des Films Narziss und Goldmund geplant, zu der ich erscheinen wollte, um den Film zu präsentieren. So viel Herzblut wir auch in diesen Film gesteckt haben, so gern ich ihn der ganzen Welt zeigen würde – Ich kann es für mich nicht verantworten, der Anfangs formulierten Forderung nicht nachzukommen. Würde man die Veranstaltung stattfinden lassen (wenn man bedenkt, dass viele Freunde, Bekannte und Angehörige wegen mir dorthin kommen würden, sich möglicherweise einer Gefahr aussetzen – egal wie klein oder gross man für sich selber die Wahrscheinlichkeit einschätzen mag) wäre es ein falsches Signal, das ausgesendet wird, ein Signal der Verantwortungslosigkeit. … 1/2 (Weiter in den Kommentaren)

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„Germany’s Next Topmodel“-Moderatorin Heidi Klum hält ihre Fans bei Instagram auf dem Laufenden, was ihren Corona-Status angeht. Aktuell wartet sie demnach auf das Testergebnis, nachdem sie sich krank gefühlt habe – ihr Mann Tom ebenso. Auch Klum ruft zu „Social Distancing“ auf, das ist das Schlagwort, physische Kontakte zu vermeiden. „Wir wollen keine Bakterien verbreiten und riskieren, dass andere kranker werden…“ Das gilt laut Instagram auch für das Paar, das sonst gerne intimere Momente zeigt. In akuten Corona-Zeiten küsst Klum Kaulitz durch die Scheibe, ist bei Instagram zu sehen.

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Like many of you, I also have been sick all week and, unfortunately, my husband who returned from his tour a couple of days ago is also feeling ill. To be safe, we are staying apart until we get the results of our Coronavirus tests (that we were finally able to get today) back. We don’t want to spread germs and risk others getting sicker… even each other! As much as I want to embrace him and kiss him, it is more important to do the right thing and not spread further. ❤️ These are strange times… but in these moments, you remember what’s really important- the people you love and keeping them safe. Social distancing is what we all need to do right now to be responsible citizens of the world. We are all in this together and it is up to us to protect our loved ones, and our neighbors and our communities. Please listen to the officials and stay at home if you can and physically distance yourself from other people… especially if you are not feeling well. I see all the beautiful things people are doing for each other all over the globe and that gives me hope! Sending all of you love and positivity and healing vibes… together we can get through this but we need to be proactive so that we can all have a bright and healthy future. 🥰😷✌🏻🧼❤️ #socialdistancing #washyourhands #stayput #bekindtoeachother

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„Wir werden okay sein“

Lady Gaga versichert, sie habe mit einigen Ärzten und Wissenschaftlern geredet. Dann gibt sie die gängigen Empfehlungen: zu Hause bleiben, sich nicht mit Menschen über 65 und in großen Gruppen aufhalten. Sie würde ihre Eltern und Großmütter gerne sehen, aber es sei viel sicherer, das nicht zu tun. Sie sei zuhause mit ihren Hunden. „Welt, ich liebe dich. Wir werden da alle durchkommen. Vertraut mir. Ich habe mit Gott gesprochen – sie hat gesagt, wir werden okay sein.“

Gloria Gaynor singt zur Freude der Fans auf der Plattform Tiktok ihren größten Hit „I Will Survive“ und wäscht sich dabei wie empfohlen 20 Sekunden die Hände. Die indische Schauspielerin Priyanka Chopra hat wie andere Bollywood-Stars dazu aufgerufen, den traditionellen Namaste-Gruß zu verwenden. Die Geste, bei der man die Handinnenflächen zusammenlegt, geht ohnehin gerade um die Welt: Prinz Charles begrüßte so Ronnie Wood von den Rolling Stones.

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Quarantine fashion show 2020 s/s

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Die Viruskrise macht manche kreativ, ein Beispiel für Twitterhumor: Es gibt im Netz Bildergalerien, die Outfits von Stars wie Jennifer Lopez und Gillian Anderson mit farblich passenden Bildern von Desinfektionsmitteln für die Hände kombinieren.

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Tom Hanks hat den Umgang mit dem Virus auf seine Weise formuliert, er zitierte einen Satz aus einem seiner Filme: „There is no crying in baseball“. Nimm es, wie es ist. Jammern hilft nicht.