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Bei Expertin nachgefragt

Brustvergrößerung ohne OP – geht das?

Brustvergrößerung ohne OP
Brustvergrößerung ohne OP? STYLEBOOK hat mit einer Expertin über Alternativen gesprochen Foto: Getty Images

Brustvergrößerung ohne OP – geht das überhaupt? STYLEBOOK hat mit einer Expertin gesprochen und stellt Ihnen Methoden vor, mit denen Sie Ihre Brüste größer aussehen lassen und ohne Operation vergrößern können. Außerdem klären wir Sie auch über einige umstrittene Methoden und deren Risiken auf.

Wovon hängt die Größe der Brüste ab?

„Die Brustgröße hängt, außerhalb der Schwangerschafts- und Stillzeit, maßgeblich von der Menge des Brustfettgewebes ab“, erklärt Frau Dr. Bergstein, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Düsseldorf. „Wieviel Fettgewebe sich in den Brüsten einlagert, ist genetisch bedingt und nicht direkt beeinflussbar. Allerdings spielt auch das Körpergewicht eine Rolle. Wenn Sie zunehmen, werden in der Regel auch die Brüste auf natürliche Weise größer – und umgekehrt. Wo sich bei einer Gewichtszunahme allerdings das zusätzliche Fett im Körper einlagert, ist nicht steuerbar.“

Mögliche Gründe für eine Brustvergrößerung

„Die Gründe für eine Brustvergrößerung sind in der Regel rein ästhetischer Natur. Meistens geht es um den Wunsch nach einer besser proportionierten und als attraktiver empfundenen Figur oder um eine Optimierung der Symmetrie der Brüste“, weiß Dr. Sabrina Bergstein. „Die Form und Größe der Brüste bestimmen maßgeblich die weibliche Figur. Sie sind ein wichtiger und vor allem auch offensichtlicher Faktor dafür, wie der ganze Körper aussieht. Sich mit seinen Brüsten wohlzufühlen, hat großen Einfluss auf das eigene Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit.“

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Minimal-invasive Methoden zur Brustvergrößerung ohne OP

„Es gibt auch eine Reihe von minimal-invasiven, nicht-chirurgischen Optionen zur Brustvergrößerung. Es sollte jedoch bedacht werden, dass diese zwar einen optischen Effekt haben können, aber keine so deutlichen Ergebnisse, wie bei einer chirurgischen Maßnahme“, weiß Frau Dr. Bergstein. „Auch sollten sie nur von einem Facharzt durchgeführt werden.“

Lipofiller: Brustvergrößerung mit Eigenfett

Beim Lipofilling, der Brustvergrößerung mit Eigenfett, wird vorab durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) überschüssiges Körperfett entnommen, aufbereitet und schließlich mittels feiner Kanülen in die Brust injiziert. Dort können die Blutgefäße die Fettzellen umschließen und die Fettzellen im Gewebe anwachsen.

Bei diesem Verfahren ist eine moderate Brustvergrößerung um bis zu einer Körbchengröße möglich. Für eine stärkere Vergrößerung kann der Eingriff in der Regel auch risikofrei auch wiederholt werden. Auch etwaige Asymmetrien können so ausgeglichen werden. Das Ergebnis ist sowohl optisch als auch haptisch sehr natürlich und hinterlässt keinerlei Narben. Zudem besteht keine Gefahr von Abstoßungsreaktionen. Das Verfahren ist allerdings relativ kostspielig, wird unter Vollnarkose durchgeführt und bedarf intensiver Nachsorge (u.a. Kühlung, keine Belastung). Es bietet allerdings eine echte Alternative für Frauen, die Implantate ablehnen.

Injektion von Hyaluronsäure

Bei einer minimal-invasiven Brustunterspritzung mit sogenannten Fillern (Füllmaterialien) wird ein minimaler Brustaufbau erzielt. Die Behandlung ist kurzweilig und findet stationär unter örtlicher Betäubung statt. Die Resultate sind unmittelbar sichtbar und die Risiken deutlich geringer als bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten. Das Verfahren ist allerdings relativ kostspielig und muss regelmäßig aufgefrischt werden, da die Filler in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren vom Körper abgebaut werden.

Der gängigste Filler ist Hyaluron, eine im menschlichen Körper vorkommende Substanz mit extrem wasserbindenden Eigenschaften. Es wird zur Aufpolsterung und Auffüllung von Gewebe verwendet. Die Hyaluronsäure, die speziell für Körperbehandlungen eingesetzt wird, unterscheidet sich in Aufbau und Haltbarkeit stark von der, die im Gesichtsbereich eingesetzt wird.

Vampirlifting und Botox

Beim sogenannten Vampirlifting wird plättchenreiches Plasma (PRP) injiziert, um die Brüste – vor allem die Haut am Dekolleté, straffer aussehen zu lassen. Auch Botox kann eingesetzt werden, um den Anschein einer kleinen Bruststraffung zu erwecken. Allerdings zielt dieses Verfahren auf die Körperhaltung ab. Durch Injektion in den Brustmuskel lässt sich das Gleichgewicht zwischen Brust- und Rückenmuskulatur kontrollieren. Die Schultern richten sich nach hinten, die Haltung wird gerader und die Brüste wirken angehoben, straffer und größer.

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Optische Maßnahmen zur Brustvergrößerung ohne OP

Gut sitzender BH

Tragen Sie einen BH, der Ihnen richtig passt. Wenn Sie einen zu kleinen BH tragen, kann es passieren, dass Ihre Brüste nicht größer, sondern kleiner aussehen. Umgekehrt kann ein zu großer BH dazu führen, dass Ihre Brüste locker hängen und auch dadurch wieder kleiner wirken. „Verlassen Sie sich nicht blind auf Ihre bekannte Körbchengröße, denn diese sind nicht genormt. Was Ihnen bei einer Marke gut passt, kann bei einer anderen gar nicht gut sitzen“, so Frau Dr. Bergstein. „Ein perfekt sitzender BH fühlt sich bequem an, schneidet nicht ein und verrutscht nicht.“

Push-up BH

Für einen deutlich sichtbaren Effekt können Sie einen gepolsterten Push-up BH tragen. Dies ist die wohl schnellste und einfachste Lösung, um die Brüste größer und praller aussehen zu lassen. Auch dieser BH sollte gut sitzen und möglichst nicht zu offensichtlich aufgepolstert sein, um nicht unrealistisch zu wirken und aufzufallen.

Contouring

Ebenso wie das Gesicht, lassen sich auch die Brüste mit Make-up konturieren. Mit ein paar Pinselstrichen entsteht die Illusion, dass sie größer sind. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht übertreiben und dass das Make-up nicht auf Ihr Oberteil gelangt.

So geht’s:

  • Ziehen Sie für das Contouring direkt schon den BH sowie das komplette Outfit an, das Sie tatsächlich tragen werden und platzieren Sie ein Taschentuch in den Ausschnitt, um die Kleidung vor Make-up zu schützen.
  • Tragen Sie einen dunkleren Bronzer im Dekolletébereich auf und gehen Sie dabei zwischen den Brüsten v-förmig nach unten. Damit betonen Sie die natürliche Kurve Ihrer Brüste.
  • Tragen Sie ein helleres Puder auf die obere Hälfte Ihrer Brüste auf.
  • Verwenden Sie abschließend einen Schwamm, um den Farbton zu verblenden, damit Ihre Brüste natürlich und voller aussehen.

Aufrechte Körperhaltung

Eine aufrechte Körperhaltung ist gesund, wirkt selbstbewusst und lässt die Brüste durchaus größer aussehen. Halten Sie Ihre Wirbelsäule gerade und die Schultern zurück. In einer gebückten Haltung hängen auch Ihre Brüste und wirken kleiner.

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Brustvergrößerung ohne OP, aber mit fraglicher Wirkung

Fitness

Die meisten der propagierten Fitnessübungen zielen auf den Aufbau der Brustmuskeln und der Muskeln des oberen Rückens ab. Sie helfen, die Brustmuskeln zu stärken und die Körperhaltung zu verbessern. Aber können die Übungen die Brust vergrößern? Nein, denn die Brust ist kein Muskel, sondern besteht aus Drüsen- und Fettgewebe.

Ernährung

Einige Lebensmittel sind reich an Phytoöstrogenen, dies sind aus Pflanzen gewonnene weibliche Hormone. Ihnen wird nachgesagt, das Brustwachstum fördern zu können. Besonders phytoöstrogenreiche Lebensmittel sind z.B. Avocado, Leinsamen, Milch, Nüsse, Meeresfrüchte und Soja. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht bewiesen, da es sich aber um gesunde Lebensmittel handelt, spricht nichts gegen ihren Konsum.

Massagen

Brustmassagen mit straffenden Brustvergrößerungsölen spenden Feuchtigkeit, können die Durchblutung fördern und die Kollagenproduktion anregen. Beliebte Wirkstoffe für diese Öle sind z.B. Mandel, Hagebutte und Echinacea. Eine Wirkung ist hier allerdings nicht nachweisbar

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Umstrittene Methoden zur Brustvergrößerung ohne OP: Finger weg!

Abgesehen von der nicht bewiesenen Wirkung müssen Frauen bei diesen Methoden mit einigen Nebenwirkungen, wie z. B. Kontaktallergien bei Cremes, rechnen. „Wichtig zu wissen ist, dass diese Produkte nicht von unabhängiger Seite durch unvoreingenommene wissenschaftliche Forschung unterstützt werden. Bewerben tun sie ausschließlich die Verkäufer selbst“, stellt Frau Dr. Bergstein klar. „Keine Ärzte empfehlen diese Produkte wirklich. Die Verkäufer geben zwar an, dass die Inhaltsstoffe natürlich und somit sicher und ungefährlich sind, allerdings sind sie nicht von der FDA zugelassen, und man kann sich ihrer somit Behauptungen nicht sicher sein.“

Pillen und Nahrungsergänzungsmittel

Diese Pillen werden in der Regel aus Kräutern hergestellt, die Phytoöstrogene enthalten. Websites, die diese Pillen und Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, behaupten, dass sie sicher sein sollen, schlichtweg deshalb, weil sie aus Pflanzen gewonnen werden. „Allerdings bergen sie die gleichen Risiken und Nebenwirkungen wie nicht-pflanzliche Hormonpillen. Die Risiken steigen auch abhängig von der Einnahmedosis, die bei diesen Produkten zumeist unzulänglich und nicht genau angegeben ist“, warnt Frau Dr. Bergstein.

Cremes

Online finden sich viele Cremes, sogenannte Push-up-Lotionen, die suggerieren, die Brüste innerhalb weniger Monate vergrößern zu können. Die meisten der pflanzlichen Brustvergrößerungsprodukte setzen Kollagene und pflanzliche Östrogenderivate zur Vergrößerung des Brustgewebes und zur Erhöhung der Blutzufuhr zu den Brüsten ein. Oftmals wird empfohlen, sie in Kombination mit ebenso fragwürdigen Brustvergrößerungspillen einzunehmen.

Hormonpillen

„Hormonpillen enthalten die weiblichen Hormone Östrogen, Progesteron und Wachstumshormone. Sind nur auf Rezept erhältlich, wobei sie nicht zur Brustvergrößerung verschrieben werden“, so Frau Dr. Bergstein. „Sie finden Einsatz bei medizinischen Problemen, wie z.B. bei der Behandlung von Empfängnisproblemen und bei unregelmäßiger Periode.“

Vakuumpumpen

Bei diesen sehr fragwürdigen Produkten wird das Verfahren der Gewebeexpansion angewendet. Das bedeutet, das Brustgewebe wird mehr oder weniger sanft angesaugt, um die Durchblutung zu fördern und das Gewebewachstum anzuregen. Die Brusthaut wird gedehnt, um das Wachstum neuen Gewebes zu fördern und die Brüste schließlich zu vergrößern.

Quelle

mit fachlicher Beratung von Frau Dr. Bergstein, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Akupunktur, vaginale Lasertherapie, zertifizierte Anwenderin für Botulinumtoxin (nach DGTB), Mammasonographie in Düsseldorf.

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