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Arzt klärt auf

„Breast Implant Illness“ – können Brustimplantate krank machen?

Frau hält sich die Brüste
Krank durch Brustimplantate? STYLEBOOK sprach mit einem Arzt Foto: Getty Images

Brustvergrößerungen zählen zu den beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen. Was aber auch zu beobachten ist: Immer mehr Frauen glauben, dass ihre Implantate sie krank machen und geben an, unter vielfältigen Symptomen zu leiden. Als medizinische Krankheit ist die sogenannte „Breast Implant Illness“ dennoch (noch) nicht anerkannt. STYLEBOOK sprach mit einem Facharzt.

Laut der jüngsten Statistik der „International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS)“ wurden 2020 weltweit über 1,6 Millionen Brustvergrößerungen durchgeführt. Wer allerdings nach der Augmentation Anzeichen einer Autoimmunerkrankung bei sich feststellt, sollte das Gespräch zu einem erfahrenen ästhetischen Chirurgen suchen, denn die Implantate könnten daran schuld sein. Mit dem Begriff „Breats Implant Illness“ (BII) versucht man, diesen Symptomen einen Namen zu geben.

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„Breast Implant Illness“ – was ist das?

„Symptome wie beispielsweise Haarausfall, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Schlafstörungen wurden vor vielen Jahren unter dem Begriff Breast Implant Illness (BII) zusammengefasst. Dieser Sammelbegriff für Erkrankungen, die in zeitlicher Nähe zu Brustoperationen mit Implantaten beobachtet werden können, weist keinen Kausalzusammenhang auf, er kann jedoch auch nicht ausgeschlossen werden“, erklärt Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der „Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin“. Für viele Betroffene ein Dilemma, denn der Weg zur offiziellen Diagnose ist oft lang, weil aktuell noch keine medizinischen Tests für besagte Krankheit existieren. „Die Diagnostik erfolgt per Ausschlussverfahren. Das bedeutet, dass beispielsweise zunächst das Blut der Patientin auf bestimmte Autoimmunerkrankungen getestet wird, die die Beschwerden erklären könnten“, so Dr. Altmann.

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Social Media wird für Betroffene zum Sprachrohr

Viele Frauen, die hinter ihrem Leiden die „Breast Implant Illness“ vermuten, fühlen sich alleine gelassen – weder die WHO erkennt die BII als offizielle Krankheit an, noch liegt eine ICD-10-Code-Klassifizierung (Internationale Klassifikation der Krankheiten) vor. „In wissenschaftlichen Studien konnte bisher kein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und einer BII nachgewiesen werden“, so der Facharzt. Betroffene würden deshalb vor allem online nach Support suchen, darunter auch prominente Frauen. So entschieden sich Model Chrissy Teigen wie auch Schauspielerin Ashley Tisdale dazu, ihr Schicksal öffentlich zu machen und berichteten auf Instagram über ihre Implantatentfernung. Ein weiteres prominentes Beispiel ist „Drag Race“-Jurorin Michelle Visage, die ihren Leidensweg in der Doku „EXplant“ (2021) verarbeitet.

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Behandlungsmöglichkeiten bei „Breast Implant Illness“

„Bevor eine Therapie in Betracht gezogen wird, sollten zunächst andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Falls dies der Fall ist, bleibt den Patientinnen prinzipiell aber nur die Möglichkeit die Implantate wieder entfernen zu lassen“, betont der Facharzt. Aus Angst, die Beschwerden könnten weiterhin bestehen bleiben, entscheiden sich manche Frauen außerdem für eine sogenannte En-bloc-Resektion. Bei dem ein- bis zweistündigen Eingriff wird auch das kapselartige Narbengewebe entfernt, das sich um die Implantate bildet. Laut Dr. Jens Altmann eine sehr anspruchsvolle Technik, die nur erfahrene Brustchirurgen beherrschen. Wer den Volumenverlust danach ausgleichen möchte, kann beispielsweise mit einer Eigenfettbehandlung Erfolg haben. „Dafür wird zunächst an einer Körperpartie wie etwa dem Bauch oder den Hüften Fett abgesaugt und nach einer Aufbereitung in die Brüste injiziert“, erklärt der Experte. Weil in der Regel aber nur 70 Prozent der gespritzten Fettzellen überleben, können mehrere Operationen für das Wunschergebnis notwendig sein.

Quelle

Mit fachlicher Beratung von Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e.V.)

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