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Experten im Gespräch

Was hinter der Botox-Behandlung Facial Slimming steckt

Facial Slimming
STYLEBOOK erklärt, wie Botox für eine entspannte Kaumuskulatur und ein dadurch schmaleres Gesicht sorgen sollFoto: Getty Images

Ein kantiger, kräftiger Kiefer kann das Gesicht auffällig breit aussehen lassen. Wer sich daran stört, hat die Möglichkeit, sich einer speziellen Botox-Behandlung zu unterziehen. Dieser Eingriff nennt sich Facial Slimming (= Gesichtsverschmälerung). STYLEBOOK hat zwei Experten dazu befragt.

Ist der Kaumuskel, der sogenannte Masseter, massiv vergrößert, kann das verschiedene Funktionsstörungen mit sich bringen. Dazu zählen beispielsweise Probleme beim Mundöffnen oder Migräne. Daneben wird ein breites Gesicht von vielen Betroffenen als unattraktiv empfunden. STYLEBOOK erklärt, was man über das sogenannte Facial Slimming, also eine minimal-invasive Therapiemöglichkeit mit Botox, wissen sollte.

Ursachen für einen vergrößerten Kiefer

„Der Musculus masseter ist Teil unserer Kaumuskulatur und unser stärkster Kaumuskel.“ Das erklärt uns zu dem Thema Zahnärztin Dr. -medic stom. (RO) Diana Svoboda MSc, MSc.. Und so wie jeder andere Muskel auch, werde er durch Anspannung „trainiert“ und kann somit heranwachsen. Der Fachbegriff dafür: Hypertrophie.

Ein solches Training erfolgt durch verschiedene Angewohnheiten wie Kaugummikauen oder Zähneknirschen, ebenso durch das Zusammenpressen und -beißen des Kiefers bei Stress. „In einigen Fällen ist die Veranlagung für eine Hypertrophie aber auch angeboren“, so die Expertin.

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Was passiert beim Facial Slimming?

Facial Slimming bezeichnet eine Behandlung des Masseters mit Botulinumtoxin Typ A, besser bekannt als das Nervengift Botox. Dieses wird mit einer sehr feinen Nadel in die übermäßig ausgeprägten Kaumuskeln eingebracht, um sie quasi lahmzulegen. Denn: „Wie auch bei anderen Muskeln, die sich langsam zurückbilden, sobald man sie nicht mehr aktiv betätigt, schrumpft auch der Kaumuskel mit der Zeit“, erläutert Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik.

Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten. Danach soll die Muskelaktivität, die zur ungewünschten Verbreiterung des Gesichts geführt hat, deutlich reduziert sein. Die Funktionsfähig des Muskels bleibt jedoch erhalten, sodass die Patienten normal sprechen und Nahrung zerkauen können.

Kosten der Behandlung

Die durchschnittlichen Kosten einer Masseterbehandlung liegen bei zwischen 200 bis 500 Euro. Sie richten sich vor allem nach der verwendeten Menge des Botulinumtoxins und können somit schwanken.

Risiken, Resultat und Nachsorge

Bei fachkundiger Durchführung ist die Behandlung ungefährlich. Zwar kann das Botox, wie jedes andere Medikament auch, ungewünschte Nebenwirkungen haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist laut Dr. Altmann jedoch eher gering.

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Um eine erfolgreiche Masseterbehandlung zu gewährleisten, müsse man sowohl vor als auch nach dem Eingriff einige Dinge beachten. Zuerst finde immer eine ausführliche Beratung durch einen Facharzt statt, um sich aufklären zu lassen und die eigene Erwartungshaltung mit den medizinisch möglichen Ergebnissen abzugleichen. Das Botox entfacht seinen Effekt nach 10 bis 14 Tagen und das Ergebnis hält bis zu sechs Monate an.

Altmann führt aus, dass die Nachsorge relativ unkompliziert ist: Man ist nach der Masseterbehandlung sofort wieder gesellschaftsfähig. Allerdings ist mindestens eine Woche lang auf einen ausreichend Lichtschutzfaktor zu achten. Auf Solariumbesuche, Sauna und Dampfbäder in dieser Zeit bitte verzichten. Ebenso sind mindestens eine Woche lang Zahnbehandlungen und andere Laser- und Gesichtstreatments tabu.

Für wen ist Facial Slimming geeignet?

Jeder, der sich eine harmonischer wirkende Frontalansicht seines Gesichts wünscht, kann auf
den Eingriff setzen. Ebenso verspricht die Masseterbehandlung bei den oben erwähnten gesundheitlichen Beschwerden durch einen überaktiven Kaumuskel Linderung.

„Nicht geeignet ist der Eingriff aber beispielsweise für Schwangere oder Stillende. In dieser Zeit sollte man so wenig Medikamente wie möglich einnehmen”, betont Altmann.

Alternative ohne Nadel: eine Aufbissschiene


„Ist die Ursache des vergrößerten Kiefers Zähneknirschen, kann man sich von seinem Zahnarzt oder Kieferorthopäden wegen einer Aufbissschiene beraten lassen“, fügt Dr. Diana Svoboda hinzu. Eine individuell angefertigte Kauschiene schütze nicht nur vor Zahnschäden, sondern könne auch den beanspruchten Muskel entlasten und somit zur Rückbildung beitragen.

Quellen

– fachliche Beratung durch Dr. -medic stom. (RO) Diana Svoboda MSc, MSc., ärztliche Leiterin der diPura Fachklinik für Zahnästhetik und Implantologie in Essen

– fachliche Beratug durch Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der
Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische
Medizin (IGÄM e.V.)

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