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Ursachen, Krankheitsbilder...

Sind ungleiche Brüste normal?

Frau mit Orange-Brüsten
Ungleiche Brüste sind keine Seltenheit. STYLEBOOK sagt, wieso. Foto: Getty Images

Ihre eine Brust sieht nicht aus wie die andere? Damit sind Sie nicht allein. Warum das so ist, was man dagegen tun kann und warum ausgerechnet die rechte Brust oft größer ist als die linke, hat STYLEBOOK eine Gynäkologin gefragt.

Sind ungleiche Brüste normal?

„Auf den ersten Blick scheinen unsere paarweise auftretenden äußeren Merkmale, wie z.B. Augen, Ohren, Hände und eben auch Brüste, symmetrisch und gleich. Bei genauerer Betrachtung aber können wir feststellen, dass absolute Symmetrie in der Natur nicht vorkommt“, weiß Dr. Sabrina Bergstein, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Düsseldorf. „Es ist also vollkommen normal, dass selbst voll entwickelte Brüste unterschiedlich groß sind. Diese natürliche Ungleichheit ist aber meist nicht sehr auffällig. Von Brustasymmetrie spricht man in der Regel erst, wenn die Brüste in Größe, Form oder Position deutlich sichtbar nicht übereinstimmen.“

Wie entwickelt sich Brustasymmetrie?

Eine Brustasymmetrie kann bereits in der Pubertät festgestellt werden, wenn die Brüste anfangen, sich zu entwickeln. In dieser Zeit kann eine Brust schneller wachsen als die andere. Das kann daran liegen, dass eine Seite mehr Brustgewebszellen aufweist. Diese Zellen reagieren möglicherweise empfindlicher auf das Hormon Östrogen, das das Wachstum der Brustgewebszellen anregt. In der Regel beginnt die andere Brust kurz darauf zu wachsen. Dennoch kann es eine Weile dauern, bis sie aufholt und sich ausgleicht.

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Wie kommt es zu ungleichen Brüsten?

Vererbung

„Die Genetik kann die normalen Entwicklungsunterschiede beeinflussen, wie z. B. die unterschiedliche Form oder Größe der Brüste. Das heißt, wenn Ihre Mutter oder Großmutter ungleiche Brüste hatten, werden Sie wahrscheinlich auch welche haben“, so Frau Dr. Bergstein.

Schwangerschaft

Die Brüste können während der Schwangerschaft ungleichmäßig werden, wenn sich der Körper auf das Stillen vorbereitet. Auch während der Stillzeit haben die Brüste aufgrund der Hormonveränderung möglicherweise nicht die gleiche Form oder Größe. Dies gilt besonders, wenn Ihr Baby bevorzugt auf einer Seite gestillt oder gefüttert wird.

Gewichtsschwankungen

Gewichtsschwankungen sorgen auch für ein ungleiches Ab- und Zunehmen der Brust. Manchmal kann daraus auch eine Asymmetrie hervorgehen.

Hypoplastische Brüste

„Hypoplastische oder unterentwickelte Brüste können klein, dünn, weit auseinanderliegend oder sehr ungleichmäßig sein. Auch der Warzenhof kann unverhältnismäßig groß erscheinen“, so Frau Dr, Bergstein. „In der Regel lässt sich die Ursache für eine Brusthypoplasie nicht feststellen. Manchmal spielen die Hormone eine Rolle oder aber sie kann durch eine Verletzung oder ein medizinisches Problem verursacht werden.“

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Wann sind asymmetrische Brüste problematisch?

Eine geringe Brustasymmetrie stellt im Alltag kein Problem dar, da sie leicht zu kaschieren ist. Allerdings kann ein deutlicher Größenunterschied (man spricht hier von mehr als 30 Prozent) psychisch belastend sein, da sich dieser schwer zu verbergen lässt.

Was kann man gegen asymmetrische Brüste tun?

Ausgleichender BH

Lassen Sie sich in einem Fachgeschäft professionell beraten, um einen BH zu finden, der an beiden Seiten Ihrer Brust passt und eventuelle Unterschiede kaschiert. Orientieren Sie sich bei der Cup-Auswahl am besten an der größeren Seite, um die andere Seite relativ einfach mit Einlagen oder Silikonpads die Unterschiede auszugleichen.

Kaschierende Kleidung

Im Gegensatz zu figurbetonter, eng anliegender Kleidung können Oversize-Schnitte und fließende Stoffe einen Größenunterschied kaschieren. Auch mehrfarbige, gemusterte Stoffe lenken den Blick ab.

Operative Eingriffe

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über chirurgische Eingriffe, wenn Ihre Brüste gesundheitliche Probleme verursachen. Dies gilt nicht nur physisch, sondern auch wenn der Makel für Sie eine seelische Belastung darstellt. Neben einer psychologischen Beratung können dann auch operative Eingriffe für Sie in Frage kommen, die helfen, die Symmetrie Ihrer Brüste zu verbessern. Hierunter fallen z.B. eine Bruststraffung, eine Brustwarzenkorrektur sowie eine Brustverkleinerung oder -vergrößerung mit unterschiedlich großen Silikonimplantaten.

Ab wann sollten Sie zum Arzt?

„Ungleiche Brüste sind normalerweise kein Grund zur Sorge. Auch ein vermuteter Zusammenhang zwischen asymmetrischen Brüsten und dem Auftreten von Brustkrebs ist bislang wissenschaftlich unbestätigt. Sie sollten allerdings Ihren Arzt aufsuchen, wenn sie plötzliche und/oder deutliche Veränderungen in der Größe, der Form oder dem Aussehen einer der beiden Brüste feststellen. Möglicherweise empfiehlt er Ihnen bestimmte Untersuchungen, wie eine Mammographie, einen Brustultraschall oder eine Brustbiopsie, um die genaue Ursache zu klären“, empfiehlt Frau Dr. Bergstein.

Mögliche Krankheitsbilder

Juvenile Hypertrophie

Bei der Juvenilen Hypertrophie handelt es sich um eine seltene Erkrankung mit noch unbekannter Ursache, bei der eine Brust deutlich größer als die andere ist. Forscher glauben, dass es mit der Hormonempfindlichkeit oder -produktion zusammenhängt. Eine Operation kann die juvenile Hypertrophie korrigieren.

Phylloides Tumor

„Es gibt den sehr seltenen Phylloides Tumor in der Brust, der zu einem erheblichen Größenunterschied führen kann, da der Tumor in der Regel sehr schnell wächst. Diese sehr seltene Art kann in ihrer Ausprägung sowohl benigne (gutartig)als auch maligne (bösartig) sein“, so Frau Dr. Bergstein.

Warum ist die rechte Brust eigentlich oft größer als die linke?

„Die rechte Brust erscheint bei vielen Frauen etwas größer als die linke. Das liegt daran, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind. In diesem Fall ist der rechte Brustmuskel schlichtweg besser trainiert und kann die rechte Brust optisch größer erscheinen lassen“, so Frau Dr. Bergstein. „Falls Sie jetzt aber glauben, durch reines Muskeltraining ihren Brustumfang vergrößern zu können, muss ich sie leider enttäuschen. Die weibliche Brust besteht ausschließlich aus Drüsen, Fett- und Bindegewebe. Der Brustmuskel liegt erst darunter, weshalb ein Brustmuskeltraining nie die Brust selbst stärken kann.“

Quellen

– mit fachlicher Beratung von Frau Dr. Bergstein, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Akupunktur, vaginale Lasertherapie, zertifizierte Anwenderin für Botulinumtoxin (nach DGTB), Mammasonographie in Düsseldorf

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