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Lichttherapie – wie sinnvoll sind Treatments mit LED-Maske?

LED-Maske
LED-Masken werden mittlerweile von vielen Anbietern zur Anwendung Zuhause angebotenFoto: Getty Images

Die LED-Maske wird mittlerweile als populäres Gadget in Beauty-Treatments benutzt oder auch alleine als Lichttherapie angewandt. Doch bringen die gehypten Masken wirklich etwas? Oder sind sie womöglich sogar schädlich für unsere Gesundheit? STYLEBOOK klärt auf.

Auch wenn LED-Masken dank Instagram momentan besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, ist das Skincare-Gadget keine Neuheit. Die Lichttherapie wird von Dermatologen und Kosmetikern schon seit mehreren Jahrzehnten angewandt. Seit entsprechende Geräte aber nun auch für den Heimbedarf erhältlich sind, integrieren viele Fans das Treatment regelmäßig in ihre Hautpflege-Routine.

Was ist eine LED-Maske und wie funktionieren sie?

Glaubt man den Versprechungen, so sind LED-Masken dank ihrer kollagenanregenden Wirkung Anti-Aging-Booster. Daneben sind sie laut Werbeaussagen dazu in der Lage, UV-Schäden der Haut zu regenerieren, die Narbenbildung zu verbessern sowie Akne und Unreinheiten zu bekämpfen. Zudem sollen sie für einen ebenmäßigen Teint sorgen, der frei von Rötungen, Pigmentflecken oder geplatzten Blutgefäßen ist. Kurz gesagt: Die Lichttherapie mit LED-Masken verleiht uns eine jugendliche und reine Haut mit strahlendem Glow.

Wie das funktioniert? Die gehypten Masken verfügen über zahlreiche LED-Dioden, deren Licht unterschiedlich tief in die Haut eindringt. Durch die freigesetzte Energie entsteht ein elektrisches Spannungssignal, das je nach Wellenlänge des Lichtes in verschiedenen Hautschichten wirkt.

Die LED-Masken gibt es sowohl für den professionellen Einsatz als auch für zu Hause. Doch Achtung: Die Geräte beim Hautarzt oder im Kosmetikstudio verfügen über eine stärkere Lichtintensität als Produkte für den Heimbedarf. Frei im Handel erhältliche LED-Masken sind zwar die günstigere Option, jedoch bieten diese auch eine geringere Effektivität.

Was bedeuten die unterschiedlichen Farben des LED-Lichts?

Je nach Farbe dringt das LED-Licht unterschiedlich tief in die Haut ein und behandelt so verschiedene Probleme. Die bekanntesten Farben sind rot und blau, in jüngster Zeit wird aber auch grünes, gelbes, weißes und pinkes Licht verwendet. Wissenschaftlich nachgewiesen ist jedoch nur die Wirkung der roten und blauen Lichtwellen.

Rotes Licht

Rotes Licht hat eine Wellenlänge von 550 bis 640 Nanometern. Damit dringt es von allen Farben am tiefsten in die Haut ein. Rote LED-Masken regen die Kollagenproduktion und die Durchblutung an und straffen so die Haut. Das rote Licht eignet sich daher besonders zur Prävention von vorzeitiger Hautalterung.

Blaues Licht

Die Wellenlänge des blauen Lichts ist im Vergleich dazu mit 400 bis 450 Nanometern deutlich kürzer. Anstatt in die unteren Hautschichten einzudringen, wirkt das blaue Licht direkt an der Hautoberfläche. Dort hemmt es Entzündungen, reguliert die Talgproduktion und wirkt beruhigend und desinfizierend. Mit diesen Eigenschaften eignen sich blaue LED-Masken optimal, um Akne oder Hautunreinheiten zu bekämpfen.

Grünes Licht

Grünes Licht hat eine Wellenlänge von etwa 525 Nanometern und soll den Lymphfluss anregen. Zudem wirkt die Farbe Grün im Allgemeinen entspannend und wirkt sich so nicht nur positiv auf die Haut, sondern auch die Psyche aus. Es fehlen jedoch noch empirische Studien, die die Wirkung von grünen LED-Masken eindeutig bestätigen können.

Gelbes, weißes und pinkes Licht

Gelbes, weißes und pinkes Licht wird erst seit einiger Zeit verwendet. Laut Versprechungen bekämpft gelbes Licht Alters- und Pigmentflecken, weißes Licht sorgt für Entspannung, während pinkes Licht eine detox-ähnliche Wirkung auf die Haut hat. Wie für die grünen LED-Masken fehlen aber auch hier noch wissenschaftliche Untersuchungen.

Wie sinnvoll sind LED-Masken?

Auch wenn sich die LED-Masken zurzeit bei Influencern und Celebrities großer Beliebtheit erfreuen, bedeutet das natürlich noch nicht, dass das Beauty-Treatment auch sinnvoll ist. Glücklicherweise gibt es bereits einige Untersuchungen, die die Wirksamkeit der Lichttherapie unter die Lupe genommen haben. In diesen wissenschaftlichen Studien zeigte sich tatsächlich ein positiver Effekt – jedoch mit Einschränkungen1.

Konkret nachgewiesen werden konnten zwei Wirkungen: die des blauen Lichts gegen Akne2/3und die des roten Lichts auf die Stimulation der Kollagenproduktion4/5. Gleichzeitig wird in den Studien jedoch auch darauf hingewiesen, dass qualitativ hochwertige Daten zum aktuellen Zeitpunkt noch fehlen. Im Falle von Akne kann die Lichttherapie also helfen, wird aber sicher nicht als erste Wahl zur Behandlung der Hautkrankheit empfohlen.

Welche Risiken gibt es?

Davon abgesehen gibt es auch im Allgemeinen kritische Stimmen zu dem neuen Beauty-Trend. Mehrere Studien weisen nämlich auf die Gefahren von LED-Masken hin. So solle blaues Licht oxidativen Stress auslösen, das uns schneller altern lassen kann. Zudem ist es schädlich für die Augen, insbesondere die Netzhaut6.

Eine französische Studie stellte zudem fest, dass blaues LED-Licht die Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration fördern kann7. Es handelt sich dabei um eine Augenkrankheit, unter der allein in Deutschland mehrere Millionen Menschen leiden. Sie gilt als Hauptursache schwerer Sehbehinderungen bei Über-60-Jährigen.

Das LED-Gerät eines bekannten Herstellers wurde aufgrund von unerwünschten, wenn auch nur sehr selten auftretenden Nebenwirkungen inzwischen sogar vom Markt genommen: In 0,02 Prozent der Fälle kam es bei dem Produkt zu Schmerzen der Augen, Tränen, verschwommenem Sehen, Flecken im Sichtfeld oder einer veränderten Farbwahrnehmung8.

Was muss man bei der Anwendung beachten?

Möchten Beauty-Fans das Treatment trotzdem ausprobieren, so sollte deshalb immer darauf geachtet werden, die Augen vor dem LED-Licht zu schützen. Meist verfügen die Geräte ohnehin über eine Aussparung im Augenbereich, wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann aber gegebenenfalls auf eine zusätzliche Augenmaske zurückgreifen.

Die Augen sollten während der Behandlung immer geschlossen bleiben. Auch empfiehlt es sich, die Behandlung lieber direkt beim Hautarzt oder in einem Kosmetikstudio von geschultem Fachpersonal durchführen zu lassen. Nicht nur können hier Anwendungsfehler vermieden werden, auch ist die Wirkung der professionellen Geräte effektiver als die von frei verkäuflichen LED-Masken für zu Hause. Strikt von LED-Masken abgeraten wird bei Schwangerschaft oder der Einnahme von Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Im Zweifel sollte vor der Anwendung ein Arzt konsultiert werden.

Fazit: Bei speziellen Anwendungsgebieten ist die LED-Maske sinnvoll, aber nicht notwendig

Auch wenn die Wirkung von roten und blauen LED-Masken zwar tatsächlich nachgewiesen ist, so gilt dies nur für bestimmte Anwendungsgebiete wie die Bekämpfung von Akne oder die Nutzung als Anti-Aging-Booster. Hinzu kommt, dass diese Effekte eher gering sind und nicht im Verhältnis zu möglichen Augenschäden stehen. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass sich Alterserscheinungen nicht nur auf der Gesichtshaut zeigen. Das Mittel der Wahl für einen jugendlichen Glow ist daher vermutlich immer noch ein gesunder Lebensstil: Ausreichend Sport, mindestens zwei Liter Wasser am Tag und eine ausgewogene Ernährung. So strahlt unsere Haut dann auch von innen heraus.

Quellen

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