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Nachgehakt beim Dermatologen

Was taugen Tuchmasken wirklich?

Frau mit Tuchmaske
Tuchmasken findet man mittlerweile in jeder Drogerie – doch kann das gehypte Beauty-Produkt wirklich, was es verspricht? STYLEBOOK fragte einen Experten. Foto: Getty Images

Tuchmasken sind günstig, in jeder Drogerie erhältlich und beliebt bei Influencer*innen und Promis. Die Gesichtsmasken aus Vlies sollen wie Vitaminspritzen für den Teint wirken und bei regelmäßiger Anwendung teure Treatments im Kosmetikstudio ersetzen können. Aber was ist wirklich dran am Hype um die „Sheet Masks“? STYLEBOOK fragte bei einem Dermatologen nach.

Tuchmasken bzw. „Sheet Masks“ sind an sich das ideale Beauty-Treatment für zu Hause: Die Handhabung ist kinderleicht, das lästige Abwaschen spart man sich – die Maske wird einfach abgezogen, der verbleibende Rest in die Haut eingeklopft. Die Preisspanne bei den angesagten Masken ist allerdings groß: In der Drogerie finden sich Tuchmasken schon ab drei Euro. Bei hochwertigen Kosmetikmarken gibt es die Masken, die nur einmalig verwendet werden können, teilweise für 20 bis 60 Euro. Und auch die Werbeversprechen sind vielseitig.

Welche Wirkung haben Tuchmasken?

„Sheet Masks“ werden unzählige verschönernde Eigenschaften nachgesagt. Die Stoff-Aufleger sollen der Haut – je nach gewünschtem Pflegeeffekt – einen Frischekick verpassen, sie reinigen oder etwa die Feuchtigkeitsdepots wieder auffüllen, wodurch feine Linien und Fältchen reduziert werden sollen. Einige Masken sollen auch Müdigkeitszeichen wie Augenringe oder einen fahlen Teint verschwinden lassen – so zumindest die Theorie.

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Das sagt der Experte

STYLEBOOK wandte sich an den Dermatologen Dr. Timm Golüke. In dessen Münchner Praxis wird ab und zu mit Tuchmasken gearbeitet – allerdings nur als zusätzliche Feuchtigkeitspflege zum eigentlichen Treatment, „beispielsweise nach einer Dermabrasion (ein mechanisches Verfahren zur Abschleifung der Haut, z.B. bei Akne, Anm d. Red.) ist die Haut empfänglicher und nimmt die Wirkstoffe gut auf“, erklärt der Experte. Entsprechend kann es einen positiven Effekt bringen, wenn die Kosmetikerin nach einem gründlichen Facial zur „Sheet Mask“ greift – wenn auch nur einen geringfügigen. Die klassische Pflege, sprich gründliche Reinigung, regelmäßige Peelings und Masken mit reichhaltigen Seren, ersetze die Auflege-Maske aber nicht, weiß der Dermatologe.

Die Sheets hält Dr. Golüke eher für einen praktischen Zwischendurch-Auffrischer, etwa im Flugzeug. „Die Masken kommen durch die Flüssigkeitskontrollen am Gate und bieten sich gerade auf einem Langstreckenflug als Express-Feuchtigkeitskur an, da die Luft im Flieger extrem trocken ist.“ Wichtig jedoch: Das Gesicht vor der Anwendung immer reinigen! Andernfalls würden die Tücher auf der ungereinigten Haut wie eine Art Brutzelle für Unreinheiten funktionieren, so der Experte. 

Tuchmasken und die Umwelt

Tuchmasken haben einen großen Haken: Sie sind Wegwerfartikel und belasten damit die Umwelt. Zudem sind sie meist noch in Folien verpackt, die weiteren unnötigen Müll verursachen. Deshalb sollte man abwägen, ob man nicht lieber zur klassischen Maske aus der Tube greift oder die Maske – ganz natürlich – gleich selbst macht.

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