Cool statt spießig

Warum man jetzt wieder Westen trägt

Johannes Huebl
Wer hat behauptet, Westen seien spießig? Johannes Huebl, erfolgreiches Model und der Mann von Olivia Palermo, zeigt, wie gut ein Dreiteiler mit Weste aussieht.
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Lange Zeit haftete Westen etwas altbackenes an, doch diesen Herbst präsentiert sich die ärmellose Jacke stylischer denn je. STYLEBOOK erklärt, wie Westen jetzt getragen werden und was auf gar keine Fall geht.

Früher war nicht alles besser, doch diesen eleganten Trend können sich die Herren – und Damen – getrost von den Großvätern und ihren Dreiteilern abschauen: Etikette und ein gepflegtes Auftreten sind wieder in und damit hält auch die Weste wieder Einzug in die Garderobe. Besonders bei festlichen Anlässen wie Hochzeiten ist der klassische Dreiteiler, bestehend aus Anzughose, -jacke und Weste, wieder extrem angesagt. Aber auch solo macht die Weste als Trend-Piece jetzt einen guten Auftritt.

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Die Weste verleiht einem Outfit Tiefe

Die Hauptfunktion einer Weste: Sie verleiht dem Outfit sowohl Komplexität als auch Formalität, am effektivsten wird die Weste also unter einer Anzugsjacke getragen. Und dieser Look steht natürlich nicht nur Männern – Frauen interpretieren den androgynen Powerlook gerne etwas lässiger, etwa in einer puren Kombi aus Weste plus Hose und locker aufgeknöpfter Bluse.

Street Style Frau mit Weste

Mit einem lässigen, leicht aufgeknöpften Hemd und einer Blue Jeans wirken Westen (bitte nicht zuknöpfen) nicht spießig
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So wirkt der klassische Dreiteiler frisch

Eine zweireihige Weste schafft einen dezenten Kontrast zu Hemd und einreihigem Sakko, eine sichere und althergebrachte Variante für besonders formelle Anlässe. Moderner und derzeit deutlich beliebter ist die schmalere Variante der einreihigen Weste.

Street Style Frau mit Weste

Ein Westenlook muss nicht immer in klassisch-neutralen Farben wie Grau oder Schwarz daher kommen. Besonders Frauen können sich bei Farben austoben. Elegant wirkt der Look, wenn der ganze Style in einer Farbfamilie bleibt, wie hier die türkisfarbene Weste zur tannengrüne Hose.
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Finger weg von Motiven und Prints

Klassisch wird das Outfit in klaren, neutralen Farben wie Beige, Grau und Navy. Lassen Sie die Finger von auffälligen Prints, Motiven und Einstecktüchern, denn das wirkt schnell überladen und gekünstelt. Und bitte, immer den untersten Knopf auflassen.

Mann mit Anzug und Weste

Alles richtig gemacht. Anzug und Weste sitzen figurbetont, aber nicht zu eng und der unterste Westenknopf wurde aufgelassen.
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Comeback der Daunenweste

Daunenwesten begleiteten uns bislang in der kalten Jahreszeit bevorzugt als Funktionsschutz bei sportlichen Outdooraktivitäten. Doch jetzt werden die Daunenwesten anstelle von Winterjacken oder Mäntel getragen. Für den Berliner Modeexperte und Autor („Der Gentleman“) Bernhard Roetzel sind Daunenwesten DER Wintertrend in der Männermode, auch für den eleganten Gentleman. „Ich glaube, dass die dickere Daunenweste wiederkommt. Wir hatten jetzt eine Weile diesen Trend zu den leichten, dünnen und glänzenden Westen, jetzt wird es wieder kerniger, so wie in den späten Achtzigern,“ so Roetzel. Und weiter: „Ich mag es, wenn man eine richtig dicke, flaschengrüne Daunenweste statt Mantel über einem grauen Flanellanzug und zu braunen Oxfordschuhen aus Rauleder trägt. Das ist ein schöner Eighties-Italo-Look in der Tradition von den Auto-Industriellen Gianni Agnelli (Fiat) oder Luca di Montezemolo (Ferrari).“

Derek Blasberg

Der New Yorker Modejournalist und Stilexperte Derek Blasberg zeigt, dass Daunenwesten auch elegant aussehen können. Wichtig, damit der Look nicht sportlich wirkt: Eher ruhige und wenige Farben für den Gesamtlook wählen.
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Fette Daune für Millennials 

Wer sich für einen jugendlicheren, sportlichen Style entscheidet, punktet in fetter Daune, dabei gilt: je dicker die Weste, desto cooler. Knallfarben wie Rot, Gelb, Pink oder Kobaltblau setzen zu Jeans oder Stoffhosen und Hoodie ein lässiges Highlight.

Street Style Berlin

Perfekt an kalten Wintertagen: eine richtig fette Daunenweste. Je dicker, desto cooler.
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Das ist vorbei: Fake-Fur-Westen

Was in den 00er-Jahren zum guten Stil-Ton gehörte, darf jetzt hingegen getrost aussortiert werden: Zottelige Fake-Fur- oder gar Echtpelz-Westen im Bohème-Style. Boho-Fans greifen nun für das richtige 70er-Gefühl zu Cord-Westen.

Street Style - Mercedes-Benz Fashion Week Australia 2016

Solche Westen, zumal aus Echtfell, sind im Herbst-/Winter 2018 mehr als out.
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