Tierschützer klären auf

So erkennen Sie den Unterschied zwischen Kunstfell und echtem Pelz

Junges Mädchen mit Parker und Fellkapuze
Im Winter sieht man ihn überall auf der Straße: den dicken Parka mit Fellbesatz an der Kapuze. Nur wenige wissen, ob sie Echt- und Kunstpelz tragen. Der Preis ist hierbei nicht unbedingt ein Anhaltspunkt, da gut gemachter Kunstpelz teurer sein kann als eine günstige Jacke mit Pelz aus China
Foto: Getty Images

Viele Menschen verzichten dem Tierschutz zuliebe auf echten Pelz. Doch wie lässt sich erkennen, ob zum Beispiel der Kragen eines Mantels mit Kunstfell bestückt ist? STYLEBOOK hat die wichtigsten Fakten rund um Fake- und Echtpelz aufgelistet.

Kunstfell, Kunstpelz, Webpelz, Fake Fur – alle Begriffe beschreiben im Grunde das gleiche, nämlich ein Fellähnliches Produkt aus Kunstfasern. Und „Fake Fur“ ist diesen Winter extrem angesagt! Kuschelige Plüschjacken in Bonbonfarben oder im Leo-Look sehen nicht nur besonders stylisch aus, sondern halten im Winter schön warm. Aber auch am klassischen (Woolrich-) Parka darf der Pelzkragen an der Kapuze nicht fehlen – natürlich tierfreundlich aus Kunstfell. Denn das kann dank immer besserer Herstellungsverfahren täuschend echt aussehen.

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Das Geschäft mit dem echten Pelz

Doch noch immer gibt es auch viel Echtpelz zu kaufen. Zwar sollte dieser entsprechend gekennzeichnet sein, doch bei einer Stichprobe der Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“ waren 51 Prozent der getesteten Jacken, Mäntel und Mützen mit Echtpelzbesatz nicht vorschriftsmäßig ausgewiesen. Und das vor allem bei vielen günstigen Marken. Denn teilweise ist die Verarbeitung von echten Fellen billiger, als hochwertiges Kunstfell zu verwenden. Besonders in China, wo es keine Tierschutzgesetze gibt, werden Felle von Marderhunden oder Waschbären zu Dumpingpreisen verkauft.

Lange galt der Preis von einem Teil als Indikator dafür, ob am Kleidungsstück Echtpelz verarbeitet wurde oder nicht. Doch Thomas Pietsch, Wildtierexperte von „Vier Pfoten“ erklärt, dass es Echtpelz zum Beispiel als Bommeln an Mützen oder Handschuhen teilweise für weniger als zehn Euro zu kaufen gebe. Zugleich hat gut gemachter Kunstpelz auch seinen Preis. Es gibt aber Anhaltspunkte, die man mit bloßem Auge im Handel erkennen kann. Man muss nur etwas genauer hinschauen. Die Tierschutzorganisationen PETA und PETA2 beschäftigen sich schon lange mit dem Problem der Pelz-Erkennung und geben wichtige Hinweise, um den Unterschied besser feststellen zu können.

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So unterscheidet man Kunst- von Echtpelz:

1. Unterwolle erkennen

Zieht man Kunstpelz auseinander, sieht man eine Unterlage aus Stoff, auf der die Haare befestigt wurden. Beim Echtpelz entdeckt man beim Außeinanderziehen des Oberhaars dagegen erst die sogenannte Unterwolle der Tiere aus feinen, dichten und flauschigen Haaren. Darunter befindet sich Leder.

Kunstpelz vs. Echtpelz gezeigt von PETA


Foto: PR / PETA

2. Pusten hilft

3. Natürliches Haar läuft spitz zu

Ein genauer Blick lohnt sich: Wie sehen die Spitzen der Haare aus? Sind sie gerade geschnitten, handelt es sich wohl um Kunstpelz. Spitzes Haar kann hingegen ein Echtpelz-Indikator sein. Denn in der Natur dünnen die Enden des Haare für gewöhnlich aus.

Kunstpelz vs. Echtpelz gezeigt von PETA


Foto: PR / PETA

4. Die Brennprobe anwenden

So würden es die Textilprofis machen! Klar, dieser Test lässt sich natürlich nicht so einfach im Laden umsetzen, aber er kann eine Hilfe sein, um zum Beispiel den Besatz eines Erbstücks zu analysieren: Man verbrennt ein paar Haare. Zerfallen diese und geben sie den typischen Geruch von verkohlten Haaren wieder, ist es Echtpelz. Künstlicher Pelz riecht hingegen synthetisch, und die Haare schmelzen zu kleinen, harten Klumpen zusammen.

 

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