Achtung vor falscher Kennzeichnung

Warum Ihre Lederjacke vom Hund stammen könnte

Kaum ein Thema bringt Leute so schnell auf die Palme wie Pelz. Doch jetzt geht es auch den geliebten Lederwaren buchstäblich an den Kragen: Laut PETA könnte auch Ihre Lederjacke aus der Haut Ihres Lieblings-Vierbeiner gefertigt sein.

Junge Frau mit Lederjacke
Während das Tragen von echtem Pelz bei den meisten Menschen verpönt ist, machen sich die Wenigstens darüber Gedanken, unter welchen Bedingungen ihre Lederjacke hergestellt worden ist – womöglich sogar aus Katzen- oder Hundeleder.
Foto: Getty Images

Wenn das so weiter geht, werden wir uns nur noch in veganer Mode einkleiden: Besonders Pelz- und Lederbekleidung haftet ein dunkler Makel an. Verbraucher wissen, dank Undercover-Ermittlungen von Peta und anderen Tierschutzorganisationen, dass die Herkunft von Pelz und Fellen von Tieren stammt, die ihr kurzes Leben unter grausamen Bedingungen in winzigen Käfigen verbringen müssen. Viele Modehäuser wie Gucci, Versace, Michael Kors oder Armani handelten entsprechend und verbannten Pelz komplett aus ihren Kollektionen. Doch was Peta uns jetzt über Alltagskleidungsstücke wie Lederjacken berichtet, bringt uns zum Gruseln!

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Tragen Sie Fiffi?

So sollen tatsächlich Hunde und Katzen für die Gewinnung von Ledertextilien verwendet werden. Sogar Luxuslabels greifen auf Tierhäute zurück, die möglicherweise aus Indien, China oder einem anderen Land ohne angewandtes Tierschutzgesetz stammen. Trauriger Spitzenreiter ist China: So verwendet das weltweit größte Produzentenland für Textilien, Häute von Straßenkatzen und -hunden. Denn in China sind Felle und Leder von diesen Tieren um ein vielfaches billiger als das von teuren Rindern. Wie viele von ihnen pro Jahr getötet werden, ist nicht klar. In Deutschland zählen Rind und Schwein zu den Nutztieren, die Weiterverarbeitung der anfallenden Häute hinterlässt bei den meisten Verbrauchern kein mulmiges Gefühl.

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Erkennungsmerkmale von „sauberem“ Leder

Bei gängigen Fell- und Pelzbezeichnungen gibt es zumindest ein Art Code, die das wahre Tier für die Verwendung des Textils verrät. So steht „Gae-Wolf“ für Haushund oder „Maopee“ für eine schwarze Hauskatze.

Luxuslabels sind nicht sicher vor Hunde- und Katzenleder

Selbst bei luxuriösen Marken kann man als Endverbraucher nicht erkennen, ob der Designer das verbotene Katzen- und Hundeleder verwendet. „Die Lederware wird ja über Großhändler vertrieben. Hier kann man die Herkunft leider nicht mehr zurückverfolgen. Erst recht nicht in China oder in Bangladesch, wo sogar die heiligen indischen Kühe zu Leder verarbeitet werden“, empört sich Dr. Haferbeck.

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Was sind die Alternativen?

Wer nicht auf den Leder-Look verzichten möchte, sollte auf Kunstleder oder vegane Alternativen zurückgreifen. Mittlerweile gibt es zahllose Alternativen zu gängigem Leder, die wie echtes Leder aussehen. So verarbeitet der Designer Inder Bedi von „Matt and Nat“ beispielsweise gebrauchte Plastikflaschen und alte Fahrradreifen zu Taschen. Das Berliner Label Lian & Liv entwirft Uhrenarmbänder aus Ananasleder. Und die Taschenmarke Ono arbeitet ausschließlich mit Kork