Fake-Lashes, Foundation, Lippenstift!

Meinung! Warum ich es liebe, mich jeden Tag stark zu schminken

Frau die Lippenstift aufträgt
Mit Kaffee am Morgen vor den Schminkspiegel: Für STYLEBOOK-Autorin Anna-Lena Osterburg ein geliebtes Ritual
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Primer, Foundation, Concealer, Rouge, Mascara, Eyeliner, Fake Lashes, Lippenstift – das alles (und noch viel mehr) ist fester Bestandteil meiner täglichen Make-up-Routine. Völlig übertrieben, sagen die einen, ich sehe das anders. Auch wenn ich mir sehr wohl darüber bewusst bin, dass Full Coverage Foundation und Wimpernkleber alles andere als hautschonend sind, verzichten will ich nicht darauf. Warum, wenn eigentlich so viel dagegen spricht? Ein Erklärungsversuch.

Meinem Look bleibe ich seit nunmehr acht Jahren treu: viel Rouge, viel Eyeliner, viel Wimperntusche. Einige Leute in meinem Umfeld (er)kennen mich gar nicht ohne Eyeliner-Wing, mein auffälliges Make-up ist mittlerweile ein Teil von mir geworden – ein Teil, den allerdings nicht jeder akzeptieren will, vor allem der Lidstrich sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Von einem harmlosen „Warum machst du das eigentlich?“, über „Mir wäre das zu unnatürlich!“ bis hin zu Dragqueen-Vergleichen war schon alles mit dabei,  jeder scheint eine Meinung dazu zu haben, die mir nur allzu gerne mitgeteilt wird. Trotz allem habe ich noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, zum Abschminktuch zu greifen und mir die ganze Farbe dauerhaft aus dem Gesicht zu wischen.

Make-up-Pinsel

Pinsel und zahlreiche Make-up-Produkte gehören für unsere Autorin einfach zum Alltag dazu
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Ich schminke mich für mich.

Natürlich gibt es auch Befürworter, trotzdem ärgert mich das ständige Make-up-Bashing und das Vorurteil, man schminke sich nur, um für andere schöner auszusehen. Noch mehr nerven mich nur die Leute, die verächtlich grinsen, wenn man kontert, dass das so einfach nicht stimme. Was nämlich niemand so richtig verstehen (oder hören) will: Tatsächlich schminke ich mich für mich, mein Make-up ist meine persönliche Entscheidung und in die hat mir keiner reinzureden.

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Natürlich kaschiere auch ich Unsicherheiten wie Pickel gerne mit Foundation und Concealer, aber letztendlich geht es mir darum, dass ich durch mein Make-up anders aussehe. So, wie ich eben gerne aussehen möchte – und ja, ein zentimeterlanger, geschwungener Eyeliner-Wing erfüllt da durchaus seinen Zweck.

Schminken ist für mich Entspannung

Aber ich habe nicht nur das Gefühl, durch mein Make-up meinen ganz persönlichen Style besser zum Ausdruck zu bringen. Extrem wichtig ist mir auch mein morgendliches Ritual, mit einer Tasse Kaffee vorm Spiegel zu sitzen und munter in meinem Gesicht herumzupinseln. Die Frage danach, ob es mich nicht nervt, mir jeden Tag mühselig Wimpern anzukleben, kann ich deshalb nicht nur nicht mehr hören, sondern auch nicht richtig nachvollziehen. Denn Make-up aufzutragen ist für mich quasi im doppelten Sinne eine Vorbereitung auf den Tag, Entspannung inklusive. Eine Zeit, die nur mir gehört. Und das nur am Rande: Ich habe KEIN Problem damit, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen, aber mit Make-up fühle ich mich einfach frischer und besser für den Tag gewappnet.

Frau, die sich schminkt

Das allmorgendliche Rumgepinsel sieht unsere Autorin nicht als Zeitverschwendung an – im Gegenteil!
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Bisher macht die Haut mit…

Nur weil ich mich durch die ganze Make-up-Prozedur besser fühle, heißt das natürlich nicht zwangsläufig, dass meine Haut das genauso sieht. Aber ich habe Glück, bisher steckt meine das ganz gut weg. Selbst in Phasen, in denen ich mal ein, zwei Wochen keine Foundation etc. auftrage (etwa im Urlaub), beobachte ich keine Verbesserung, auch wenn zahlreiche Studien die negativen Langzeitfolgen von Make-up belegen. Aber mal ehrlich, es gibt so viele andere Faktoren, die Unreinheiten und eine frühe Hautalterung begünstigen: Rauchen, Alkohol, Fast Food, zu viel Schoki, zu wenig Bewegung… Viel Make-up aufzutragen ist also bei weitem nicht das einzige, was der Haut schaden kann.

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Daneben versuche ich wie so viele andere, meine Haut mit der richtigen Pflege vor dem schnellen Verfall zu bewahren. Wie gut mir das gelingt, wird sich in den nächsten 30 Jahren zeigen. Und wer weiß, vielleicht verabschiede ich mich ja doch eher als gedacht von meinem Lidstrich. Bis dahin nehme ich allerdings lieber ein paar frühe Falten in Kauf, als ganz auf meinen Wohlfühl-Look und mein Morgenritual zu verzichten. Wer ist schließlich schon komplett frei von Lastern?