Von Rasur bis Pflege

Was tun, wenn lichtes Haar zur Glatze wird?

Haarausfall
Was tun, wenn MANN mehr und mehr unter Haarverlust leidet?
Foto: Getty Images

Kaum etwas verändert den Menschen so sehr, wie eine radikal andere Frisur. Haarausfall gehört leider auch dazu. Letzte Haare bedecken die Kopfhaut. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt den letzten Schnitt zu wagen und wie pflegt man die Glatze am besten? Wichtige Tipps vom Experten gibt's hier.

Prominentes Beispiel für den Kahlschlag: Prinz William ließ den letzten Schopf seiner voranschreitenden Glatze ganz kurz abrasieren. „Er hat das Beste daraus gemacht“ – titelte die englische Presse prompt. Doch stimmt das wirklich? Und was hätte es für Alternativen gegeben?

Prinz William

Man erkennt, dass das Deckhaar von Prinz William (hier mit Herzogin Kate) kaum noch vorhanden ist
Foto: Getty Images

Wann ist optisch betrachtet das Abrasieren unumgänglich?

Jens Dagné von der Friseurvereinigung Intercoiffure Mondial findet: Aber es gibt objektive und subjektive Indikatoren.“ Objektiv betrachtet ist für Dagné der Zeitpunkt erreicht, wenn die Haare so weit zurückgegangen sind, dass die Lücke am Oberkopf und die noch dicken Stränge Resthaare an den Seiten die Proportion der Kopfform optisch verändern. Subjektiv würden manche Männer auch das vollständige Ergrauen des bereits dünn gewordenen Haupthaares als guten Zeitpunkt wählen, zur Glatze überzugehen, sagt der Friseurmeister aus Worms. „Ebenfalls muss man sich fragen, ob es eine gute Lösung ist, Haare ewig lang wachsen zu lassen, um sie einmal rund um den Kopf legen zu können.“

Auch interessant: Warum Mut zur Glatze belohnt wird

Wie kann man anfangs die LĂĽcken noch gut kaschieren?

Wie wichtig ist Sonnenschutz am kahler werdenden Kopf?

„Diese Haut ist für den Schatten gebaut worden“, erklärt Uwe Schwichtenberg, Vorsitzender des Landesverbands Bremen im Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Je länger man eine Glatze hat, desto mehr ist diese lichtgeschädigt durch Sonnenbrände. Gerade weißer Hautkrebs sei am Kopf ein Problem, sagt der Dermatologe. Er rät daher unbedingt zu UV-Schutz, sobald das Kopfhaar sich lichtet. Und zwar an allen Tagen mit Sonnenschein, nicht nur an den heißesten Tagen. Am besten flüssigen Sonnenschutz – etwa als Spray – auftragen, Creme würde sich im Resthaar festsetzen.

Wir sind auch auf Flipboard: stylebook_de – hier folgen! 

Eine Alternative kann die täglich genutzte Tagespflege fürs Gesicht sein, die bereits UV-Schutz enthält. Das müsse aber mehr als nur der übliche Alterungsschutz mit einem Lichtschutzfaktor von drei oder vier sein, betont Schwichtenberg. Für Friseurmeister Dagné gehört ein extrem hoher Lichtschutz von 50 und mehr sogar zur Grundversorgung einer Glatze.

Sollte ich die Glatze täglich eincremen?

Ja, rät Dermatologe Schwichtenberg. Auch wenn die Kopfhaut ein „Bautyp zwischen Gesichts- und Körperhaut sei“ – Gesichtscreme sei für die tägliche Pflege am besten, erklärt er. Genauso wie fürs Gesicht sollte eine Pflege gewählt werden, die zum Hautzustand passt, also etwa eine Creme für trockene Haut, erläutert das Portal Haut.de. Wer sich an eher fettender oder leicht öliger Kopfhaut stört, nutzt am besten eine mattierende Tagescreme. Die Experten raten zusätzlich zum gelegentlichen Einreiben des haarfreien Kopfes mit Babyöl, etwa direkt nach der Rasur. Das sorgt für weiche Haut.

Glatze

Auch die Glatze sollte gepflegt werden
Foto: Getty Images

Auch interessant: Was Mann über eine Haartransplantation wissen muss

Wie wäscht man die Kopfhaut?

Haut.de rät neben milden Shampoos für die Resthaare zum Einsatz von Gesichtsreiniger in Form von Lotion, Schaum und Gel für die Kopfhaut. Danach mit lauwarmem Wasser abspülen und rückfettende Creme auftragen. Sie gibt der Haut Feuchtigkeit zurück, die durch die Reinigungsmittel entzogen wurden. Das beugt Reizungen vor. Nicht anders als gewohnt, sagt Dermatologe Schwichtenberg. Anlagebedingter Haarausfall lässt sich nicht mit Pflegeprodukten verhindern. „Streng genommen ist es kein Haarausfall, sondern ein weniger Wachsen der Haare.“ Sie werden dünner und wachsen kürzer, bis sie ganz wegbleiben. „Hier kann man nichts mit Pflege reißen.“