Alle wollen Locken!

Dauerwelle! Was Sie über das Comeback der 80er-Trendfrisur wissen sollten

Frau mit Locken
Die Dauerwelle ist wieder da – in ihrer alten sowie ganz vielen neuen Formen
Foto: Getty Images

Permanent gewellte oder gar lockige Haare sind der Traum vieler glatthaariger Damen – die Dauerwelle macht das sogar möglich. Aber was bedeutet das für die Haare, wie funktioniert's und worauf muss Frau achten? STYLEBOOK hat bei einer Expertin nachgefragt.

In den 80ern war sie die Trendfrisur schlechthin, jetzt ist sie wieder da, aber anders: die Dauerwelle. Erfunden wurde die fixierte Welle bereits 1906 von Karl Ludwig Nessler, ihren trendigen Höhepunkt erlebte sie zwischen den Siebzigern und Neunzigern. Stars wie Sarah Jessica Parker, Madonna, Olivia Newton-John und Julia Roberts präsentierten riesige Lockenprachten, frei nach dem Motto: Mehr ist mehr!

Sarah Jessica Parker Locken

Sarah Jessica Parker zeigte sich in den 80ern gerne mit einer riesigen Matte aus unzähligen Kringellocken
Foto: Getty Images

Olivia Newton-John und John Travolta in Grease

Olivia Newton-John trug in „Grease” an der Seite von John Travolta eine pompöse Lockenpracht – und avancierte so zu einer der Dauerwellen-Vorbilder der späten 70er Jahre
Foto: Getty Images

Wie funktioniert die Dauerwelle?

Eine Dauerwelle ist eine dauerhafte Welle, soweit klar. Aber wie genau funktioniert das? Friseurin Kim Plate von „Kim & ich” in Münster erklärt es genauer: „Eine Dauerwelle ist eine chemische und dauerhafte Umformung des Haares.” Das funktioniere mit glattem, leicht welligen sowie bereits sehr lockigem Haar. Plate: „Man kann damit alle Haare wellen, nicht nur glatte, sondern auch Locken. Ein Afro kann mit großen Wicklern zum Beispiel in größere Locken verwandelt werden.” Das passiere durch „chemische Reaktionen, die im Haar stattfinden.” Die Größe der Locken werde durch die Größe der Wickler bestimmt, die Wickeltechnik entscheide über die Fallrichtung.

Auch interessant: Beach Waves – wem die Frisur steht, wie man sie stylt

Wie genau die Welle ins Haar kommt, erklärt die Friseurin auch: „Sind alle Haare aufgewickelt, wird die Dauerwellen-Flüssigkeit, die sogenannte Thioglycolsäure, Wickler für Wickler auf das Haar aufgetragen.” Die Flüssigkeit dringe ins Haar ein und breche dort die sogenannten Disulfidbrücken im Keratin, die für die Form und Stabilität des Haares zuständig seien. „Nach zwanzig Minuten Einwirkzeit wird die Flüssigkeit ausgespült. Die Wickler bleiben im Haar und werden auch nicht gelockert. Anschließend wird jeder Wickler einzeln abgetrocknet, so wird das Haar wieder saugfähig für den nächsten Gang.” Dabei werde Wasserstoffperoxid als Fixierung aufgetragen – „die Disulfidbrücken schließen sich und das Haar ist dauerhaft gewellt.”

Wie schädlich ist die Dauerwelle?

Eine Dauerwelle ist ähnlich wie Blondieren eine Strapaze für das Haar. Wer ohnehin schon kaputte Haare hat, sollte deshalb lieber die Finger davon lassen. Sowieso sollte abgewägt werden: Der chemische Eingriff kann dem Haar nämlich ordentlich zusetzen, es spröde und trocken machen. Unter Umständen kann es sogar abbrechen. Nun haben sich die Techniken und Produkte seit den Achtzigern natürlich weiterentwickelt und sind viel schonender, aber unschädlich ist eine Dauerwelle nach wie vor nicht.

Frau mit Dauerwelle

Heute fällt die Dauerwelle etwas dezenter aus: Von natürlichen Locken bis hin zu permanenten Beach Waves ist alles möglich
Foto: Getty Images

Wie lange hält eine Dauerwelle – und was tun, wenn sie rauswächst?

Dauerwellen halten zwischen zwei und fünf Monaten, in der Zwischenzeit wächst das Haar weiter. Ist das von Natur aus komplett glatt und wurde in eine extreme Locke verwandelt, kann das ganz schön doof aussehen. Deshalb sollten sich Frauen mit sehr glatten Haaren überlegen, ob sie nicht besser die leichten Wellen statt des Afros wählen. Eine Möglichkeit für zwischendurch ist auch, selbst Hand anzulegen, die Haare also selbst temporär mit großen Wicklern in große Locken zu verwandeln. Ist die Dauerwelle so weit rausgewachsen, dass es richtig stört, kann der Friseur sie neu machen. Wer genug von der Welle hat, kann sie auch mittels Glättung vom Profi rückgängig machen lassen. Auch das ist kein Spaziergang fürs Haar.

Auch interessant: So geht der Frisur-Trick „Plopping“ für Naturlocken

Wie pflege ich die Dauerwelle?

Die wichtigste Pflegeregel bei Dauerwellen ist die: Lassen Sie sie am Anfang in Ruhe. Will sagen: Waschen ist mindestens die ersten drei Tage tabu. Danach kann die Welle wie gewohnt gewaschen werden, allerdings ist es ratsam, das nur alle drei Tage zu tun. Zwischendrin können Sie sich mit Trockenshampoo behelfen. Um dem beanspruchten Haar beim Waschen Feuchtigkeit zuzuführen, sollten Sie einen Conditioner benutzen und die Produkte auf das strapazierte Haar abstimmen. Generell braucht die Dauerwelle von Haus aus nicht viel Styling, dafür aber jede Menge Feuchtigkeit. Hier eignen sich zum Beispiel Leave-in-Kuren.

Kann ich mir die Dauerwelle auch selbst machen?

Prinzipiell schon, die Expertin gibt aber zu bedenken, dass der Selbstversuch „grundsätzlich nicht empfehlenswert“ ist. Es gebe zwar spezielle Dauerwellen-Kits für zu Hause, allerdings könne man da „sehr viel falsch machen!“ Es drohen nicht nur abgebrochene Haare und ausgeblichene Farbe, sondern auch „sogenannten Knickspitzen, wo dann nur noch die Schere hilft“. Wer sich nicht für die dauerhafte Welle entscheiden möchte, hat aber diverse Möglichkeiten, seine Locken selbst zu machen. Dann zwar nur temporär, aber bestimmt schonender.