Klare Worte nach Rauswurf

„Größter Quatsch“! Warum GNTM-Caro mit ihrer Kritik genau richtig liegt

Heidi Klum beim GNTM-Finale 2018
Heidi Klum kürt wieder die Schönste der Schönen – wer wird diesmal überzeugen können? Die Kandidatinnen im Vorab-Check.
Foto: Getty Images

Nach „Boys“, „Glamour“ und „Drag“ kam „Personality“: In Folge 14 von „Germany's next Topmodel“ wurde ordentlich aussortiert – und ausgeteilt. Sarah (20) und Caroline (21) mussten die Show verlassen, letztere angeblich wegen mangelnder Persönlichkeit. Ein Vorwurf, den die Studentin nicht auf sich sitzen lassen wollte. Und das ganz zu Recht, findet unsere Autorin.

„Personality“ – meiner Meinung nach ein fragwürdiges Motto für eine Show, in der es vor allem darum geht, das Mädchen zu finden, das am besten in das Klischee der formbaren, Rasierklingen-schwingenden Klum-Kopie passt. Noch fragwürdiger war aber der Umgang mit dem Thema, wobei vor allem eine das „Persönlichkeits-Shaming“ zu spüren bekam: Caroline (21), die am Ende kein Foto von Model-Mama Klum bekam. „Keine Personality, verpeilt? Größter Quatsch“, machte die 21-Jährige im Anschluss an die Sendung auf ihrem Instagram-Account ihrem Frust Luft.

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💥 Bitte lesen ihr Lieben 😘💥 Ich habe von Heidi kein Foto bekommen🤷‍♀️ Meine Meinung zum Thema!!👇 Keine Personality, verpeilt ? Größter Quatsch 😂 Rückwirkend würde ich nichts ändern. Ich bin nicht schüchtern, es wurde nur so dargestellt💁 Trotz allem bin ich mir immer treu geblieben und habe meinem Gefühl vertraut. Ich bereue grundsätzlich keine meiner Entscheidungen im Leben sowohl als auch bei Gntm🥰. Ich entscheide alles nach meinem Empfinden und bin dadurch ein super glücklicher und positiver Mensch☀️🍀. Zudem habe ich während der ganzen Gntm Zeit nicht einmal gestritten oder gelästert und bin somit immer professionell geblieben. ❤️🧡💛💚💙💜 Die Entscheidung?☝️ Ich habe damit tatsächlich gerechnet in dem Moment, wo ich gesehen habe, wie mich Naomi Campbell das erste Mal angesehen hatte😯 Mich hat mein Gefühl noch nie getrübt und in dem Fall auch nicht. Trotzdem war mein Personality-Walk absolut genau so wie ich es wollte 😍 Tränen flossen etwas nach der Entscheidung, jedoch eher, da der ganze Gntm-Druck in dem Moment von mir abgefallen ist☺️ Ich bin ein super positiver Mensch, für mich passiert alles aus einem gutem Grund. In dem Sinne sehe ich auch die Entscheidung positiv für mich. Ich bin 6te geworden und habe so wertvolle Erfahrungen sammeln können😍❤️👐. Jetzt geht es erst richtig los ! ✨Aber nicht so wie es andere möchten, wie z.B. Gntm und pro7, sondern mit einem eigenen Weg! 😁 #finallyfree 🕊️ 🤩 Rock it! 🤩 Habe euch so lieb❤️ Lasst euch niemals einreden, ihr seid nicht gut genug, denn ihr seid genau perfekt !💜 Foto Martin Ehleben

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Wenig Sendezeit für Caro

Tatsächlich war die schöne Bremerhavenerin zum ersten Mal in Folge zehn im TV zu sehen –  trotz konstant guter Leistungen. In einem Interview mit BILD hatte die Ex-Kandidatin bereits vor einigen Wochen eine Vermutung geäußert, weshalb sie so wenig gezeigt wurde: Sie sei ganz einfach „keine Drama Queen“. Und mit dieser Annahme liegt sie wohl goldrichtig, denn mittlerweile wissen wir: Drama bringt Quote. Kein Drama, keine Sendezeit – eine ganz einfache Rechnung. Eine Titel-Anwärterin, die nur durch Leistung und Professionalität überzeugt, wäre schlicht zu langweilig für Zuschauer, die Tränen und Zickereien sehen wollen.

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Mat McCabe, Naomi Campbell, Heidi Klum und

Supermodel Naomi Campbell, Heidi Klum und Fotograf Mat McCabe urteilten über das Weiterkommen der Kandidatinnen in Folge 14
Foto: ProSieben/Martin Ehleben

„Personality-Shaming“ auf Pro7

Schon häufiger stand Caro in der Kritik ihrer Konkurrentinnen: zu langweilig, zu verpeilt, zu wenig Charakter. Die Studentin beschwerte sich nie, auch wenn sie in der letzten Woche allen Grund gehabt hätte: Erst das Shoot-Out, bei dem sie Heidi zwar noch überzeugen konnte, dann trotzdem das Show-Aus nach dem Entscheidungswalk: „Irgendwie sind dir die anderen Mädchen immer einen Schritt voraus“, begründete Ober-Jurorin Klum ihr Urteil und ergänzte: „Insbesondere, was die Personality angeht“. Aber was meint Klum eigentlich mit „Personality“?  Dass man eine laute „Drama Queen“ sein muss? Ein extrem problematischer Ansatz. Vor allem deswegen, weil Carolines Mit-Kandidatinnen in die gleiche Kerbe hauten: Konkurrentin Vanessa ließ den unschönen Satz fallen: „Man weiß halt nicht, was sie ist“, laut Favoritin Simone fehlte es Caro schlicht „an Ausstrahlung“. Caroline selbst konterte cool mit den Worten: „Natürlich habe ich eine Persönlichkeit! Das ist totaler Schwachsinn!“ Dass sie so etwas überhaupt sagen muss, ist irgendwie absurd. Schließlich wird uns gerade in Zeiten von „Body Positivity“ gepredigt, wie wichtig es ist, zu uns selbst zu stehen, uns so anzunehmen, wie wir sind. Das Problem scheint vielmehr ein ganz anderes zu sein: Caroline passte mit ihrer Persönlichkeit einfach nicht ins GNTM-Konzept!

#finallyfree

Zum Glück scheint Caro die Kritik an ihrer Persönlichkeit nicht zu nahe zu gehen. Wie schon in der vergangenen Woche Tatjana gibt sie sich optimistisch und träumt den Traum von der großen Modelkarriere einfach weiter – ohne GNTM und Pro7 im Nacken. „#finallyfree“ postete sie abschließend auf Instagram, ein klares Statement. Auch ich glaube, dass sie letztendlich ohne TV-Format besser dran ist und dass Caro ihren Weg machen wird. Gerade weil sie so ist, wie sie ist.