Das wurde aus den „Full House“–Zwillingen

Das Multi-Millionen-Imperium von Mary-Kate und Ashley Olsen

Kein Facebook, kein Instagram, kein öffentliches Jetset-Leben – so richtig viel hört man von Mary-Kate und Ashley Olsen nicht. Doch das heißt keineswegs, dass die berühmten Zwillinge in der Versenkung verschwunden sind, im Gegenteil: Vermutlich sind sie sogar erfolgreicher denn je.

Mary-Kate und Ashley Olsen
Mary-Kate und Ashley Olsen im Juni 2019 bei CFDA Fashion Awards in New York. Früher standen sie Zwillinge im Rampenlicht, heute wirken die als erfolgreiche Geschäftsfrauen im Hintergrund
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Die Olsen-Zwillinge sind ein Mysterium: Vom Babyalter bis zu ihrer Teenie-Zeit standen sie im Rampenlicht, heute verstecken sie sich meist hinter riesigen Brillen, Oversize-Mänteln, Zigarettenschachteln und Kaffeebechern. Trotzdem – oder gerade deswegen – haben sie nach wie vor großen Erfolg, nur eben nicht länger vor der Kamera. STYLEBOOK zeigt, wie aus Kinderstars gefeierte Geschäftsfrauen wurden.

Die reichsten Kinderstars der Welt

Als Mama Olsen 1987 mit ihren neun Monate alten, eineiigen Zwillingen beim Casting der Serie „Full House“ auftauchte, war die Sache schnell entschieden: Acht Jahre lang teilten sich Mary-Kate und Ashley die Rolle der Michelle Tanner, wurden schnell zu den eigentlichen Stars der Serie. 1991 setzte eine regelrechten Olsen-Vermarktungs-Maschinerie ein, mit elf waren die Schwestern Teilhaber des Merchandising-Unternehmen „Mary-Kate and Ashley“. Angeboten wurden Kleidung, Bücher, CDs, Puppen oder Poster. Das stellvertretend von einem Rechtsanwalt geführte Unternehmen machte die Mädchen zu Multi-Millionärinnen, den bis dato reichsten Kindern der Welt.

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Olsen Twins

Niedlich, frech, vorwitzig – so haben wohl die meisten die Olsen-Zwillinge noch in Erinnerung
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Mit neun Jahren hatten die beiden schon so viel erlebt, dass ihre Biografie herausgebracht wurde. Es folgten noch zahlreiche Teenie-Filme wie „Zwillinge verliebt in Paris“ oder „Ein verrückter Tag in New York“ – bis 2011 plötzlich Schluss war mit der Schauspielerei.

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Aufbau eines Mode-Imperiumsund Magersucht-Gerüchte

Olsen Twins
Ihr düsterer Style brachte den Zwillingen 2010 den Beinamen „Grusel-Schwestern“ ein
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Der Erfolg von „The Row“ und „Elizabeth and James“

Wie sich später herausstellte, arbeiteten die Zwillinge schon seit 2006 am Aufbau ihrer eigenen Luxus-Modemarke „The Row“ – Zeit für Urlaub gab es da wohl nicht. Kein Wunder, dass die ehemals so fröhlich wirkenden Zwillinge über die Zeit hinweg ihr Lächeln verloren haben und auf aktuellen Fotos immer ernst drein blicken. Aber die harte Arbeit hat sich gelohnt: Mittlerweile gehört ihr Label zu den angesehensten Mode-Marken in den USA. Prominente Kundinnen wie Michelle Obama, Jessica Simpson oder Christina Ricci lieben den minimalistischen Edel-Grunge-Look, bestehend aus vorrangig grauen, schwarzen oder weißen Oversized-Teilen. Die Kollektionen der Olsen-Twins sind von der New York Fashion Week längst nicht mehr wegzudenken. 2007 gründeten sie die nicht minder erfolgreiche – aber erschwinglichere – Marke „Elizabeth and James“. Ihr Vermögen wird laut Forbes auf je 350 Millionen Dollar geschätzt.

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Olsen-Zwillinge

Die Olsen-Zwillinge 2019 in New York. Nach wie vor lassen die beiden nicht viel Farbe in ihr Leben.
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Preise und Kritik für die Style-Zwillinge

2011 wurden sie zudem von der „Vogue“ zu den modischsten Schwestern des Jahres gewählt, haben einen Stern auf dem Walk of Fame, wurden vier Mal in Folge (2014 -2017) mit dem CFDA Fashion Award ausgezeichnet – darunter auch als Designerinnen des Jahres – ihr Unternehmen expandiert weltweit, so dass ihre Looks mittlerweile auch in einigen Stores in Deutschland erhältlich sind. Ihr Einfluss ist größer denn je. Umso schwieriger scheint es, dass sich Mary-Kate und Ashley so gar nicht um die immer lauter werdende Kritik von Tierschutz-Organisationen scheren: Die beiden tragen nicht nur selbst gerne Pelz, sie verwenden es auch liebend gerne in ihren Kollektionen. Auch wurden Vorwürfe laut, die Chefinnen würden rüde mit ihren Praktikantinnen umspringen.

Mary-Kate und Ashley Olsen

Warum mit Hollywoodstars rumhängen, wenn man mit Vouge-Chefin Anna Anna Wintour befreundet ist? Dieses Bild entstand 2018.
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Wenig Infos über das Privatleben

Über das Privatleben der Zwillinge gelangt allerdings wenig an die Öffentlichkeit. Nur so viel: Mary-Kate ist seit 2015 mit dem sie um zwei Köpfe überragenden, 17 Jahre älteren Olivier Sarkozy verheiratet. Ihre schräge Hochzeits-Feier sorgte damals für Aufsehen: Statt mit Blumen soll mit Zigaretten dekoriert worden sein. Über Ashleys Beziehungsstatus ist nichts bekannt. In einem ihrer seltenen Interviews mit dem „WSJ Magazine“ bezeichneten die beiden dafür aber ihre Schwesternschaft als „Ehe“: „Wir machen alles zusammen, immerhin sind wir in derselben Gebärmutter entstanden.“

Olivier Sarkozy, Mary-Kate Olsen

Der Bankier und die Designerin sind seit 2015 verheiratet
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Was Sie über die Olsen-Twins garantiert noch nicht wussten

Dass die beiden so gut wie nie ohne Starbucks-Becher in der Hand gesehen werden, hat übrigens einen Grund: Sie sind schlichtweg süchtig nach Kaffee. In einem Interview mit dem „W Magazine“ erinnerte sich Mary-Kate, dass sie schon als Kind heimlich Kaffee trank: „Ich habe mir den Kaffee meiner Mutter aus der Küche geschnappt, eine Tonne Zucker rein gefüllt und bin damit zurück ins Kinderzimmer geschlichen.“ So sehr sie das Koffein verehren, desto sehr verachten sie Social Media, einen Instagram-Account der beiden sucht man vergebens. Allerdings ließen sich die Twins 2016 von der Beauty-Marke „Sephora“ zu einer Ausnahme überreden. „Unser erstes öffentliches Selfie“, titelten sie. Dabei sollte es bisher auch bleiben.

Die Olsen-Zwillinge sind eine gigantische Erfolgsgeschichte mit sicherlich düsteren Schatten, aber auch mit einem Understatement, das bei all den Influencern heutzutage nicht mehr zu finden ist.