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Was hilft gegen trockene Hände? Die besten Dermatologen-Tipps

Frau mit trockenen Händen
Mit zunehmend kälteren Temperaturen werden unsere Hände besonders strapaziert. STYLEBOOK verrät die besten Tipps gegen trockene Hände. Foto: Getty Images

Mit dem Herbst und zunehmend kälteren Temperaturen werden unsere Hände besonders beansprucht. Trockene Heizungsluft, kalter Wind, häufiges Händewaschen und dazu noch das obligatorische Desinfizieren lassen die Haut trocken und rissig erscheinen. Doch was hilft dagegen? STYLEBOOK hat bei einem Dermatologen nachgefragt.

Ursachen für trockene und rissige Hände

In den Herbst- und Wintermonaten nimmt der Eigenschutz der Haut ab, was auf eine verminderte Lipidproduktion zurückzuführen ist. Der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke bestätigt dies: „Im Winter produziert die Haut weniger körpereigene Lipide, weshalb die richtige Hautpflege besonders wichtig ist.“ Neben dem ständigen Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und kalten Außentemperaturen setzen auch die nach wie vor bestehenden Hygiene-Maßnahmen den Händen zu. Vor allem die in Seifen und einigen Desinfektionsmitteln enthaltenen Sulfate trocknen die Hände aus. Der Dermatologe erklärt hierzu: „Sulfate machen die Seife zwar schaumig, trocknen die Haut aber auch aus.“

Dennoch ist der Rat von Dr. Golüke eindringlich: „Hören Sie jetzt bloß nicht auf, Ihre Hände zu waschen und zu desinfizieren“. Die aktuelle Hygiene-Routine sei nach wie vor wichtig, auch wenn die Hände bereits trocken und rissig sind. Händewaschen ist dabei genauso wichtig wie Desinfektionsgel, es sei „eklig, sich auf ungewaschene Hände einfach nur Desinfektionsgel zu geben“, so der Experte. Um die Hände trotz häufigem Waschen und Desinfizieren nicht ganz so stark zu beanspruchen empfiehlt sich ein Blick auf das Etikett: In Apotheken und in der Drogerie gibt es auch Handseifen ohne Sulfate, die daher auch wesentlich hautschonender sind. Auch bei den Desinfektionsmitteln gebe es Unterschiede, wie Dr. Golüke erklärt: „Viele Produkte enthalten Alkohol, der ebenfalls austrocknend und reizend auf die Haut wirkt.“

Wie pflegt man trockene Hände am besten?

Die Devise lautet: Eincremen, eincremen, eincremen! Der Tipp mag zwar wenig überraschend sein, das ständige Cremen sei Dr. Golüke zufolge aber die „Hauptsache“, wenn es darum gehe, trockene Haut an den Händen in den Griff zu bekommen. Dabei sei es egal, ob man eine Handcreme aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt benutze – welches Produkt am besten wirke und als angenehm empfunden werde, sei letztlich individuelle Sache. Besonders empfehlenswert seien aber Handcremes, die Urea enthalten. Der Grund: „Urea ist ein Harnstoff und dafür zuständig, die Feuchtigkeit in der Haut zu speichern“, erklärt der Dermatologe.

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Wenn die Hände allerdings schon derart trocken sind, dass die Risse nicht mehr richtig verheilen, hilft auch kein Urea mehr, sondern nur noch der Gang zum Dermatologen: „Dann muss eine spezielle Mischung aus Antibiotika und Cortison verschrieben werden.“

Wie oft sollte man sich die Hände eincremen?

„Wichtig ist das ständige Nachschmieren!“, so Dr. Golüke. Er empfiehlt: Wer zu trockenen Händen neigt, sollte nach jedem Händewaschen auch Handcreme verwenden. Dabei sollte auch nicht mit Produkt gegeizt werden, eine dicke Schicht ist durchaus sinnvoll – und aktuell ja auch nicht sonderlich störend. Denn: „Man muss ja gerade eh niemandem die Hand geben, da ist es dann auch kein Problem, wenn die Creme lange einzieht!“

5 Tipps speziell für kältere Temperaturen

1. Auf spezielle Handpflege setzen

Das A und O, um die Hände geschmeidig zu halten: Nach jedem Waschen eincremen. Verwenden Sie dafür immer eine intensive Handcreme, die neben Feuchtigkeitsspendern wie Urea vor allem rückfettende Wirkstoffe wie Jojoba-, Arganöl oder Sheabutter enthält. Panthenol und Kamille wirken beruhigend. Absolutes No-go: Bodylotion benutzen. Diese kann die Hände einfach nicht ausreichend schützen und zieht häufig nicht schnell genug ein.

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2. Sanft Hände waschen

Häufiges Händewaschen ist wichtig, um Infektionen vorzubeugen. Allerdings weichen heißes Wasser und Seife die äußere Schutzhülle auf und schaden dem Säureschutzmantel der Haut. Waschen Sie Ihre Hände deswegen nur mit lauwarmem Wasser und milden, ph-neutralen Seifen. Danach die Hände immer gut abtrocknen. Handcreme lässt sich nur auf trockener Haut lückenlos verteilen-

3. An Frostschutz denken

Wussten Sie, dass 20 Prozent unserer Körperwärme über die Hände verloren geht? Deswegen sind Handschuhe in der kalten Jahreszeit so wichtig. Ideal sind Materialien, die Atmung zulassen und Feuchtigkeit wie Schweiß nach außen lassen. Es lohnt sich, in Modelle aus echter Wolle wie Schurwolle zu investieren, weil die im Gegensatz zu Baumwolle viel besser warm hält.

4. SOS-Pflege starten

Ihre Hände sind trotz Eincremen immer noch trocken? Dann brauchen Sie ein SOS-Pflegeprogramm. Massieren Sie abends vor dem Schlafengehen eine reichhaltige Creme oder ein Handserum in die Haut ein und ziehen Sie dünne Baumwollhandschuhe darüber. Wenn Sie davor ein Peeling machen, ist Ihre Haut optimal auf den Pflege-Kick vorbereitet und kann die Wirkstoffe besonders gut aufnehmen. Auch ein selbstzubereitetes Handbad aus Olivenöl oder Mandelöl wirkt Wunder. Es macht nicht nur die Haut super weich, sondern beugt brüchigen Nägeln und einem rissigen Nagelbett vor. Bei kalten Händen ist eine Fingermassage hilfreich, die die Durchblutung anregt.

5. Hausarbeit vermeiden

Auch wenn es ungewohnt ist, aber beim Abwaschen sollten Sie immer Gummihandschuhe tragen. Ansonsten quellen Nägel und die obere Hautschicht auf – und der Säureschutzmantel der Haut geht verloren. Übrigens: Männerhaut ist dicker und damit robuster. Außerdem sind die Talgdrüsen durch den höheren Testosteronspiegel aktiver, weswegen die Haut nicht so stark zur Austrocknung neigt. Sie haben also ab jetzt immer einen Grund, das Tellerspülen den Männern zu überlassen.

Mit fachlicher Beratung von Dermatologe Dr. Timm Golüke

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