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Nachgefragt beim Dermatologen

Welche Rolle spielen Lipide in der Hautpflege?

Frau pflegt Haut mit Lipiden
Im Winter wird die Haut im Gesicht besonders strapaziert – Lipide sollen nun helfen.Foto: Getty Images

Wechselhafte Außentemperaturen, trockene Heizungsluft und stundenlanges Maske tragen setzen unserer Haut derzeit zu. Viele Cremes und Lotionen versprechen Entspannung durch Lipide – aber für was stehen die Zusätze eigentlich genau? STYLEBOOK fragte beim Experten nach.

Was sind Lipide?

Der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke erklärt: „Lipide sind Fettsäuren, die die Haut selbst produziert. Damit sind sie ein wichtiger Bestandteil jener Schicht, die die Haut umgibt und schützt.“ Fehlen sie, sei die Haut trockener, dünner und weniger vor dem Eindringen von Bakterien geschützt. „Im Winter produziert die Haut weniger körpereigene Lipide, weshalb man gerade in der kalten Jahreszeit auf die richtige Pflege setzen sollte“, so der Dermatologe weiter. Grundsätzlich gilt: Steigen die Temperaturen, kann der Fettgehalt der Creme gerne geringer ausfallen. Im Winter hingegen kann eine reichhaltige Pflege die so genannte Haut-Lipid-Barriere gezielt unterstützen.

Was bestimmt den Lipidgehalt der Haut?

Doch nicht nur die Jahreszeit hat einen Einfluss auf den körpereigenen Lipidgehalt der Haut, ebenso entscheidend seien hormonelle und genetische Faktoren, wie Dr. Golüke anmerkt. So hätten einige Menschen von Natur aus fettigere, andere eher trockene Haut. Hinzu komme der Umstand, dass der natürliche Lipidgehalt in der Haut mit dem Alter nachlasse. Je nach Beschaffenheit der eigenen Haut kann man dann mit Cremes, die hautähnliche Lipide enthalten, nachhelfen.

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Wie hoch ist der Lipidanteil in meiner Pflege?

Je nach Hauttyp ist der Anteil der Lipide im Produkt unterschiedlich hoch. Ob sie überhaupt enthalten sind, steht auf der sogenannten INCI-Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Dort finden sich dann der Wortbestandteil „-lipids“ oder der Begriff „Ceramide“, die eine Untergruppe der Fettstoffe bilden.

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Kann man sich zu viel eincremen?

Gewöhnt sich unsere Haut nicht auf Dauer daran, dass wir sie ständig eincremen und mit künstlichen Lipiden versorgen und verlernt deshalb, selbst genug Feuchtigkeit zu produzieren? Dr. Göluke erklärt, dass diese Sorge unbegründet sei: „Die Talgdrüsen merken sich nicht, dass sie eingecremt werden, weshalb auch kein Gewöhnungseffekt eintritt“, erklärt der Experte. Wer im Winter also unter trockener Haut leidet, kann getrost zur Creme greifen und damit seinen Lipidhaushalt unterstützen.

Mit Material von dpa