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Wirkung von Rosmarinöl aufs Haar – was die Expertin sagt

Tipps und Tricks

Gesundes Haar dank Rosmarinöl? Das sagt die Expertin

Hand mit Strähne
Starkes, gesundes Haar dank Rosmarinöl? Über dessen Wirkung sprach STYLEBOOK mit einer ExpertinFoto: Getty Images

Haarausfall? Schuppen? Zu langsames Haarwachstum? All das soll dank der Anwendung von Rosmarin-Öl der Vergangenheit angehören. Aber was ist dran an diesem Beauty-Trend? STYLEBOOK hat bei einer Expertin nachgefragt.

Rosmarin ist ein fester Bestandteil in den meisten Küchen. Sein intensiver ätherischer Duft und starkes Aroma machen ihn zu einem beliebten Gewürz. Aufgrund seiner gesunden Inhaltsstoffe wird Rosmarin aber auch als Heilpflanze geführt und soll in Sachen Haar und Kopfhaut ein echter Beauty-Booster sein.

Wie wirkt Rosmarinöl auf das Haar?

„Rosmarin steckt voller wirksamer Inhaltsstoffe“, weiß Frau Dr. Steinkraus, Fachärztin für Dermatologie und ästhetische Medizin in Hamburg. In ihm enthalten sind starke ätherische Öle wie zum Beispiel ausgleichend wirkendes Terpineol und Kampher, ebenso wie stärkende Flavonoide, zellerneuernde Glycolsäure, regenerierende Bitterstoffe, entzündungshemmende Saponine, wirksames Vitamin C und wertvolle, hydratisierende Gerbsäuren. „Diese gesunden Wirkstoffe können sich bei äußerliche Anwendung durchaus positiv auf die Schönheit und Gesundheit von Haar und Kopfhaut auswirken“, so Steinkraus.

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Rosmarinöl bei Haarausfall

Rosmarinöl bringt die ausgefallenen Haare zwar nicht zurück, kann aber das Haarwachstum positiv beeinflussen. Es regt die Durchblutung der Kopfhaut an und steigert so die Nähr- und Sauerstoffaufnahme der Haarfolikel. Bei hormonell bedingtem Haarausfall soll sich Rosmarinöl bereits positiv bewährt haben. „Allerdings können die Ursachen für Haarausfall vielfältig sein und durchaus ernste Ursachen haben. Daher sollte er immer von einem Facharzt beurteilt werden“, rät Frau Dr. Steinkraus.

Natürliches Anti-Schuppen-Mittel

Rosmarinöl kann einen beruhigenden Effekt auf schuppende, trockene oder gereizte Kopfhaut haben. Es reguliert die Talgproduktion, spendet außerdem Feuchtigkeit und ist sanfter als so manches Anti-Schuppenshampoo, wodurch es die natürliche Hautschutzbarriere weniger angreift. „Vor der Anwendung sollte aber mit einem Facharzt abgeklärt werden, ob die Schuppen eine medizinische Ursache haben. Vor allem, wenn sie mit Juckreiz oder Verschorfungen einhergehen, könnten Schuppenflechte oder Neurodermitis dahinterstecken“ empfiehlt Steinkraus.

Bei fettigen Haaren

Öl gegen schnell fettende Haare anzuwenden, klingt erst einmal komisch. Rosmarinöl soll aber bei Anwendung auf der Kopfhaut langfristig dafür sorgen können, dass das Haar weniger schnell nachfettet und somit seltener gewaschen werden muss.

Anti-Aging für graue Haare

Rosmarinöl soll das Haarbild dank der enthaltenen Carnosolsäure verjüngen. Es verleiht nicht nur einen deutlichen Glanz, sondern soll auch graue Haare optisch kaschieren.

Vorbeugende Pflege

Auch wer nicht unter Haarausfall, Schuppen oder ähnlichen Problemen leidet, kann von den positiven Wirkungen des ätherischen Rosmarinöls auf die Kopfhaut profitieren. Regelmäßig angewendet soll es eben diesen Problemen vorbeugen und Haar und Kopfhaut entspannen.  

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Rosmarinöl für schöne, glänzende Augenbrauen

Rosmarinöl kann aufgrund seiner positiven Auswirkungen auf das Haarwachstum auch einen schöneren Augenbrauenwuchs erwirken. Sie fragen sich, ob das dann nicht auch für die Wimpern gilt? „Bitte keinesfalls ätherische Öle auf den Wimpern anwenden. Sie können das Auge zu sehr reizen und Entzündungen verursachen“, so Frau Dr. Steinkraus.  

Rezepte für die Haarpflege mit Rosmarinöl

Shampoo

  • Wirkung: Gegen Haarausfall, langsames Haarwachstum, Schuppen, problematischer Kopfhaut, als vorbeugende Haarpflege.
  • Mischung: Je 10 Tropfen Rosmarinöl in ein sanftes, tensidarmes Shampoo ohne Silikone und Parabene geben.
  • Anwendung: Shampoo nach Bedarf bis zu einmal täglich in die Haare und Kopfhaut einmassieren, 2 Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen. Vor jedem Gebrauch gut schütteln.

Haarspülung mit frischem Rosmarin

  • Wirkung: Gegen Schuppen, Haarausfall, als vorbeugende Haarpflege
  • Mischung: Kochen Sie ungefähr ½ l Wasser auf und geben Sie zwei frische Rosmarinzweige hinein. Reduzieren Sie anschließend die Hitze und lassen Sie das Gemisch ca. 15 Minuten köcheln. Anschließend durch ein Sieb abseihen und abkühlen lassen.
  • Anwendung: Das frisch gewaschene Haar damit ausspülen.

Stimulierendes Massageöl

  • Wirkung: Gegen Haarausfall, langsames Haarwachstum, Schuppen, als vorbeugende Haarpflege.
  • Mischung: Je 3 Tropfen Rosmarin- und Lavendelöl mit einem Esslöffel Hamameliswasser mischen. 
  • Anwendung: Die Mischung kann bei Bedarf täglich in die Kopfhaut einmassiert werden und so ihre stimulierende Wirkung entfalten. Der Rosmarin wirkt anregend und durchblutungsfördernd, Lavendel beruhigt und entspannt, das Hamameliswasser beugt Entzündungen vor.

Haarkur

  • Wirkung: Gegen Haarausfall, langsames Haarwachstum, als vorbeugende Haar- und Kopfhautpflege, Anti-Aging.
  • Mischung: 1 EL Rosmarinöl mit 3 EL nativem Olivenöl mischen.
  • Anwendung: Das Öl entweder nur ins Haar oder bei Bedarf auch auf Ansatz und Kopfhaut einmassieren. Mit einem Handtuch einwickeln und mehrere Stunden, am besten über Nacht, einwirken lassen. Anschließend sehr gründlich mit Wasser ausspülen.

Wasser fürs Haar mit Rosmarinöl

  • Wirkung: Gegen Schuppen, Haarausfall, als vorbeugende Haarpflege.
  • Mischung: Kochen Sie einen Sud aus 3–4 EL Bio-Rosmarinblättern und etwa  ½ l Wasser. Lassen Sie ihn 10 Min. köcheln und seihen Sie den abgekühlten Sud anschließend durch ein Sieb ab.
  • Anwendung: Das Haarwasser kann bis zu 1 x täglich in Kopfhaut und Haare einmassiert werden und sollte bis zu 1 Stunde einwirken.

Rosmarinöl für die Augenbrauenpflege

  • Wirkung: Verbessertes Augenbrauenwachstum.
  • Mischung: Je fünf Tropfen Rosmarin- und Salbeiöl mit 2 Esslöffeln Rizinusöl mischen.
  • Anwendung: Regelmäßig in die Augenbrauen einmassieren und am besten über Nacht einwirken lassen.

Haarmaske aus frischem Rosmarin

  • Wirkung: Haarausfall, Anti-Aging, als vorbeugende Haar- und Kopfhautpflege
  • Mischung: Erwärmen Sie 250 Milliliter Olivenöl und legen Sie zwei Rosmarinzweige hinein sowie 5 Tropfen Rosmarinöl.
  • Anwendung: Massieren Sie das noch warme Öl in die Haare und Kopfhaut ein. Nach etwa 30 Minuten gründlich auswaschen.

Was muss bei der Anwendung beachtet werden?

  1. Sie sollten Rosmarinöl niemals pur und stets nur gering dosiert verwenden, da es sonst hautreizend und austrocknend wirken kann. Verdünnen Sie es immer mit einem Trägeröl wie z.B. Oliven, Mandel- oder Jojobaöl.
  2. Bringen Sie das Öl nicht in die Nähe Ihrer Schleimhäute, um Irritationen zu vermeiden.
  3. „Führen Sie vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest an einer weniger sichtbaren Hautpartie durch, um allergische Reaktionen auszuschließen“, rät Frau Dr. Steinkraus.
  4. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen oder auf das Öl verzichten, da es vorzeitige Wehen auslösen kann.
  5. Achten Sie beim Kauf von Rosmarinöl darauf, dass möglichst wenig zusätzliche Stoffe darin enthalten sind, um die Kopfhaut nicht zu reizen. Setzen Sie zudem auf ein reines ätherisches Öl in Bio-Qualität, das frei von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden ist.
  6. Greifen Sie nicht zu naturidentischen Aromaölen, da diese weitaus weniger Wirkstoffe enthalten als reines Rosmarinöl.
  7. Je nachdem, wie Sie das Öl anwenden möchten, sollten Sie das Öl einer bestimmten Rosmarinpflanze bevorzugen. Gegen Haarausfall und für ein besseres Haarwachstum eignet sich am besten spanisches Rosmarinöl (Borneon), gegen Schuppen und problematische Kopfhaut hilft zusätzlich nordafrikanisches Rosmarinöl (Cineol). Die beiden Öle können ohne Probleme gemischt werden.
  8. Am intensivsten wirkt Rosmarinöl übrigens, wenn Sie es über Nacht einwirken lassen.
  9. Tipp: Wenn Ihnen all das zu aufwendig klingt, können Sie auch einfach auf die  große Auswahl an Haarpflegeprodukten mit Rosmarin zurückgreifen, die im Handel erhältlich sind.

Quelle
mit fachlicher Beratung von Frau Dr. med. Susanne Steinkraus, Praxis für Dermatologie und ästhetische Medizin in Hamburg. 

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