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Gynäkologin im Gespräch

Für wen eignet sich die Menstruationstasse?

Hände mit Menstruationstasse
Klein, aber ganz schön oho! Eine Gynäkologin erklärt, was Frauen zum Thema Menstruationstasse wissen sollten Foto: Getty Images

Ein kleiner biegsamer Becher macht Binden und Tampons zunehmend Konkurrenz. Doch wie funktioniert so eine Menstruationstasse überhaupt? Und ist sie für alle Frauen gleichermaßen geeignet? STYLEBOOK hat bei einer Gynäkologin nachgefragt.

Laut einer großen STYLEBOOK-Online-Umfrage verwenden hierzulande 53 Prozent der Frauen Tampons während der Regel, bereits 13 Prozent greifen zur Menstruationstasse. Einen Trend, den Dr. med. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, sehr positiv sieht: „Menstruationstassen sind großartig. Ich empfehle jeder Frau, sie auszuprobieren. Man bekommt ein besseres Gefühl für sein Blut – wie es aussieht, wie es riecht. Menstruation wird so entdämonisiert und Blut als eine ganz normale Flüssigkeit erlebt.“

Gut für die Umwelt und fürs Portemonnaie

Tampons und Binden landen im Müll, pro Jahr kommen so schätzungsweise über 100.000 Tonnen zusammen. Eine Menstruationstasse aus medizinischem Silikon ist wiederverwendbar und hält bis zu zehn Jahre. Je nachdem, für welches Produkt man sich entscheidet (die Preise variieren zwischen 9 und 25 Euro), können Frauen erhebliche Kosten sparen.

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Menstruationstassen – die richtige Größe zählt

Menstruationstassen gibt es in verschiedenen Größen. Einige Hersteller bieten drei Varianten in S, M und L an, andere haben noch mehr im Angebot. Doch welche Größe ist für mich die richtige? Als Faustregel gilt: Wer noch nicht sexuell aktiv ist oder noch kein Kind geboren hat, der sollte zur kleinsten Größe greifen – es sei denn, die Regelblutung ist sehr stark, dann kann von Beginn an eine größere Größe sinnvoll sein.

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Die richtige Anwendung

Die weiche und biegsame Menstruationstasse wird nach Anleitung in die Vagina eingeführt, in ihr sammelt sich das Blut. Je nach Stärke der Periode wird sie nach vier bis acht Stunden entleert – „lieber häufiger, denn auch bei einer Menstruationstasse kann ansonsten eine Sepsis drohen“, warnt Dr. med. Mandy Mangler. Beim Herausnehmen ist laut Expertin zu beachten: „Das Vakuum muss vorher gelöst werden, also die Tasse leicht zusammenquetschen und dann herausziehen. Wird das Vakuum nicht gelöst, wird der Beckenboden nach unten gezogen, und das ist auf die Dauer nicht gut für ihn.“

Illustration Menstruationstasse
Die Anwendung der Menstruationstasse bedarf anfangs etwas ÜbungFoto: STYLEBOOK

Nach dem Entleeren muss die Menstruationstasse nicht immer zwingend abgekocht werden. „Abspülen reicht, aber die Hände müssen sauber sein“, so die Ärztin. Im Flugzeug und auf Bahntoiletten kann die Hygiene schon mal zum Problem werden. Wichtig ist es, im Fall vorbereitet zu sein und ein Desinfektionsmittel oder eine Wasserflasche dabei zu haben.

Menstruationstasse und Spirale – geht das?

„Das ist eine Frage, die ich immer wieder höre“, sagt Dr. med. Mandy Mangler. Viele Frauen, die mit der Spirale verhüten, haben Angst davor, dass sie mit der Menstruationstasse aus Versehen auch ihre Spirale herausziehen könnten. „Frauen mit einer Spirale können durchaus eine Menstruationstasse benutzen“, gibt die Gynäkologin Entwarnung. „Am besten bittet man seine Ärztin/ seinen Arzt darum, dass der Faden der Spirale nicht so lang ist, damit er nicht in die Menstruationstasse hineinragt.“