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Redakteurin erzählt

Erfahrung mit Kupferspirale: „Zur Pille will ich nicht zurück!“

Frauenhand mit Kupferspirale
Die Kupferspirale wird bei jungen Frauen immer beliebter – auch unsere Autorin hat gute Erfahrungen mit der hormonfreien Verhütungsmethode gemachtFoto: STYLEBOOK

Nach sieben Jahren setzte unsere Autorin die Pille ab und stieg auf eine hormonfreie Verhütungsmethode um: die Kupferspirale. Eine Entscheidung, die sie bisher nicht bereut, auch wenn der Weg dorthin unerwartet schmerzhaft war. Wie sie das Einsetzen erlebte und wie es ihr in den mehr als zwei Jahren mit Spirale ergangen ist – ein Erfahrungsbericht.

Warum die Kupferspirale?

Ich hatte von Anfang an meine Probleme mit der Pille, von Stimmungs- bis Gewichtsschwankungen war alles dabei. Die „Lösung“ war immer dieselbe: Mir wurde einfach eine andere Pille verschrieben. Über alternative Verhütungsmittel machte ich mir zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gedanken und hinterfragte auch gar nicht, was für einen Hormon-Cocktail ich mir da Tag für Tag einschmiss. Erst als mir meine Hausärztin riet, die Pille abzusetzen, machte ich mich schlau: NFP, Kondom, Diaphragma, Kupferkette, Kupferspirale – tatsächlich war die Auswahl an hormonfreien Möglichkeiten überschaubar. Vor allem dann, wenn man wie ich nach einer sehr sicheren und dauerhaften Verhütungsmethode suchte. Am Ende kam für mich nur die Kupferspirale in Frage, weil sie sich auch für junge, kinderlose Frauen eignet und vergleichsweise lange hält.

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Die Kupferspirale – was ist das eigentlich?

Bei der Kupferspirale handelt es sich um ein Kunststoffstäbchen in T-Form, das mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Der ist auch für die Verhütungswirkung verantwortlich: Durch die abgegebenen Kupferionen verändern sich die Gebärmutter-Schleimhaut und der Schleim am Muttermund so, dass Spermien nicht mehr so leicht eindringen können. Zusätzlich werden die Spermien in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Und selbst wenn es doch irgendwie zur Befruchtung kommen sollte, kann sich die Eizelle in der Gebärmutter nicht einnisten. Einer potenziellen Schwangerschaft wird also auf dreierlei Art gleichzeitig vorgebeugt und das, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen.

Die Vor- und Nachteile einer Kupferspirale

Die Kupferspirale gilt gemeinhin als sicheres Verhütungsmittel, ihr Pearl-Index liegt bei 0,3 – 0,8 – das bedeutet, dass damit nur 3 bis 8 von 1000 Frauen pro Jahr schwanger werden. Zum Vergleich: Die Pille hat einen Pearl-Index von 0,1 – 0,9. Der Grund für die hohe Sicherheit der Spirale liegt auf der Hand: Man kann nicht viel falsch machen, Einnahmefehler wie bei der Pille gibt es nicht. Sitzt sie erstmal an Ort und Stelle, hat man, abgesehen von den halbjährlichen Kontrollterminen, idealerweise drei bis fünf Jahre Ruhe vor dem nervigen Verhütungs-Thema.

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Natürlich gibt auch die Kupferspirale mögliche Nebenwirkungen, die nicht zu unterschätzen sind. Dazu zählen beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Unterleibsentzündungen und (Pilz-)Infektionen, stärkere und unregelmäige Menstruationsblutungen, Eileiterschwangerschaften oder auch die Abstoßung der Spirale. Auch ist bei der Benutzung einer Menstruationstasse Vorsicht geboten, weil sich unter Umständen beim Entfernen der Tasse auch die Spirale verschieben kann. Für mich überwogen aber dennoch die Vorteile, auch wenn ich mittlerweile mit einigen Spiral-Nebenwirkungen zu kämpfen habe: Hohe Sicherheit, lange Haltbarkeit, keine Hormone – meiner Meinung nach eine deutliche Verbesserung zur täglichen Einnahme der Pille.

Kupferspirale
Die Kupferspirale liegt direkt in der Gebärmutter Foto: Getty Images

Das Einsetzen der Kupferspirale – schlimmer als gedacht!

Die Entscheidung war gefallen, jetzt musste die Spirale nur noch in meine Gebärmutter. Meine Frauenärztin und ich trafen alle Vorbereitungen: Meine Gebärmutter wurde vermessen, um die nötige Größe der Spirale zu bestimmen, ich setzte die Pille ab, bestellte meine Mini-Spirale in der Apotheke und wartete auf die nächste Periode. Das Einsetzen sollte nämlich während der Regelblutung erfolgen, was die ganze Sache angenehmer und einfacher machen soll – insofern davon überhaupt die Rede sein kann. Letztlich wird ein ankerförmiger Fremdkörper in die Gebärmutter geschoben, was alles andere als angenehm klingt.

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Als es so weit war, konnte ich einfach morgens spontan in der Praxis vorbeikommen, für das Einsetzen wurden nur etwa 15 Minuten veranschlagt. Angst vor dem Termin hatte ich keine, Respekt allerdings schon. Ich hatte viel darüber gelesen, dass das Einsetzen der Spirale ziemlich schmerzhaft sein kann, viele Frauen berichteten aber auch Gegenteiliges. Bei mir war leider ersteres der Fall: Das Einsetzen empfand ich einfach nur als extrem schmerzhaft, mir schossen direkt Tränen in die Augen – es war weit schlimmer als gedacht. Aber so unangenehm es für den Moment auch war, so schnell war das Ganze auch vorbei und als die Spirale erst einmal saß, blieb nur noch ein leichtes Ziehen, das sich anfühlte wie normale Menstruationsbeschwerden. Nach ein paar Tagen war auch das verschwunden und ich beschwerdefrei.

„Spiral-Ich“ vs. „Pillen-Ich“

Schon nach wenigen Wochen merkte ich die ersten Veränderungen zu meinem „Pillen-Ich“: Meine Laune wurde merklich besser, ich fühlte mich insgesamt aktiver und auch mein Freund bezeichnete mich als „weniger zickig“. Ich spürte zum ersten Mal meinen Eisprung, der durch die Pille jahrelang unterdrückt gewesen war, und habe jetzt – mehr als zwei Jahre später – ein viel besseres Gefühl für meinen natürlichen Zyklus. Zugegeben, die Schmerzen während meiner Periode sind jetzt stärker, der Zyklus nicht ganz so verlässlich, manchmal kommt es zu nervigen Schmierblutungen oder Infektionen und auch die Eisprung-Phase ist nicht immer angenehm – aber das sind alles natürliche Phänomene, mit denen ich leben kann. Die meiste Zeit merke ich von meiner Spirale tatsächlich nichts.

Es gibt nur eine Sache, die ich aus meiner Pillen-Zeit vermisse: Die Periode nach Bedarf zu verschieben, geht jetzt logischerweise nicht mehr. Und dass ich nun zwei Mal statt einmal jährlich beim Frauenarzt aufschlagen muss, weil der Sitz der Spirale per Ultraschall kontrolliert werden muss, ist ebenfalls ein bisschen nervig, auch, weil jede Ultraschall-Kontrolle selbst gezahlt werden muss. Kostenpunkt: 25-40 Euro pro Sitzung. Ohnehin ist die Kupferspirale als Verhütungsmittel im Schnitt etwas teurer als die Pille: Zu Beginn müssen die Kosten fürs Einsetzen und der Spiralen-Preis übernommen werden, in meinem Fall waren das ca. 200 Euro.

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Nie wieder zurück zur Pille!

Für mich gilt: Ich zahle diesen Preis gerne, für mich überwiegen die Vorteile der Spirale gegenüber der täglichen Dosis Fremdhormone. Mein Körper darf wieder so funktionieren, wie er soll, ich fühle mich ohne den Hormonzuschuss insgesamt besser und in Sachen Verhütung gut geschützt. Zur Pille mit all ihren Nebenwirkungen will ich deshalb auf gar keinen Fall wieder zurück, auch wenn es mir vorm Rausnehmen der Spirale jetzt schon graut.