„Digital Aging“

Was macht das Licht von Handys und Laptops mit unserem Körper?

Wir verbringen Stunden mit leuchtenden Smartphones, Laptops, Tablets. Was aber wohl kaum einer auf dem Schirm hat: Das Licht, das sie absondern, kann bis in unsere untersten Hautschichten vordringen. Welche Schäden dieses so genannte HEV-Licht verursachen und wie man sich dagegen schützen kann – STYLEBOOK hat bei Dermatologin Dr. Yael Adler nachgefragt.

Was ist HEV-Licht?

HEV-Licht ist das künstlich erzeugte, bläuliche Licht, das von Smartphones, Tablets, Laptops und Fernsehern ausgestrahlt wird. Die Forschung rund um Wirkung und Folgen des „High Energy Visible Light“ ist jung, noch gibt es nicht viele Studien, die sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Im Zentrum des Interesses stand bislang vor allem die Frage danach, welche Folgen Handystrahlung auf unsere Gesundheit haben könnte.

Frau sitzt mit Smartphone im Dunkeln

Abends hat HEV-Licht einen deutlichen Einfluss auf den Körper und kann sogar zu schlechtem Schlaf führen
Foto: Getty Images

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Warum ist dieses Licht so schädlich?

Tatsächlich dringen HEV-Strahlen bis in die unteren Hautschichten vor und können dort oxidativen Stress auslösen. „Durch sehr intensive Belichtung können Schäden auf der Haut verursacht werden. Es entstehen Substanzen wie freie Radikale, die die Hautalterung bei Bildschirmarbeit begünstigen können“, so Expertin Adler. Insgesamt seien die Folgen vergleichbar mit denen von intensiver Sonneneinstrahlung, allerdings deutlich abgeschwächt. „Dennoch können in Mitochondrien, also in Zellstoffwechsel, Zellerneuerung und Zellreperatur, sichtbare Zellschäden entstehen, die beispielsweise die Entstehung von Falten begünstigen“, so die Hautärztin. Untersuchungen hätten außerdem ergeben, dass blaues Licht Einfluss auf Entzündungen und die Hautbarriere haben kann. Dies könne die Hautalterung deutlich beschleunigen, sagt Dr. Yael Adler.

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Frau macht Selfie mit Smartphone

Smartphones sind ständig präsent, doch nur die Wenigsten sind sich der Folgen der Nutzung bewusst
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Wie kann ich mich schützen?

Der einfachste Trick ist logischerweise, sich bewusste Offline-Zeiten zu nehmen und sich damit dem Licht von jeglichen technischen Geräten zu entziehen. Außerdem gebe es spezielle Blaulichtfilter auf Smartphones und Tablets, die die Strahlung deutlich schwächen können, erklärt Adler. So böten viele Geräte einen Nachtmodus an, bei dem das HEV-Licht gefiltert wird. Weiter sei von Vorteil, immer genug Abstand zum Bildschirm zu halten. „Bevorzugen Sie außerdem Warmlichtleuchten im Alltag“, rät die Hautärztin. Und: Auch die Lebensführung spiele eine zentrale Rolle: Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe könnten über die Nahrung aufgenommen werden und so die Haut von innen heraus schützen. Daneben sei auch Sport ein relevanter Faktor als körpereigener Reperaturmechanismus.

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Verspannung durch schlechte Haltung

„Das blaue Licht stört vor allem abends den Tag-Nacht-Rhythmus, wodurch auch die nächtliche Regeneration des Körpers und der Haut gehemmt wird“, erklärt Dermatologin Adler. Hier könne ebenfalls der Nachtmodus Abhilfe schaffen, durch den die Lichtverhältnisse nicht künstlich durcheinander gebracht werden. Doch nicht nur die Strahlung des HEV-Lichts, sondern auch die rein haptische Benutzung des Smartphones kann dem Körper schaden. In diesem Zusammenhang entstand beispielsweise der Begriff des „Smartphone-Nacken“ –  beim Tippen wird der Kopf tendenziell stark nach unten geneigt, was schmerzhafte Verspannungen zur Folge haben kann.

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