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Skincare

Radiofrequenztherapie gegen Falten – die Vorteile und Risiken

Frau bei der Radiofrequenztherapie
Radiofrequenztherapie soll die Haut sanft straffen – wir erklären Vorteile und RisikenFoto: picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke

Eine besonders sanfte und dennoch effektiv Hautstraffung ohne OP – das verspricht das Thermalifting, auch Radiofrequenztherapie genannt. STYLEBOOK sprach mit einem Facharzt und erklärt alle Vorteile und Risiken der Liftingmethode.

Was ist Radiofrequenztherapie?

„Thermalifting, auch Radiowellentherapie oder Thermage genannt, bezeichnet eine Liftingmethode, die mittels Radiofrequenz Technologie funktioniert“, weiß Dr. Clemens Fritsch, Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Düsseldorf. „Hierbei wird die Haut mit einem speziellen Gerät behandelt, das hochfrequente Radiowellen aussendet. Die dadurch entstehende Hitze sorgt für eine Erwärmung des Bindegewebes – was zur Straffung und Bildung der körpereigenen Kollagenfasern führt. Das Gewebe wird in der Tiefe regeneriert, ohne die Hautschichten zu schädigen. Der wärmende Thermo-Effekt bezieht sich dabei nur auf die unteren Hautschichten, da die Oberhaut gleichzeitig angenehm gekühlt wird.“

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Wie funktioniert die Methode: 2 Wirkmechanismen

1. Erwärmung der Kollagenfasern

„Die Radiofrequenzenergie, das sind die elektromagnetischen Schwingungen der Radiowellen, erwärmen die Kollagenfasern in den tieferen Hautschichten. Dabei schrumpfen sie und minimieren dadurch den Abstand zwischen Muskulatur und Dermis“, so Dr. Fritsch. Dieser auch als Shrinking (dt. schrumpfen) bezeichnete Prozess kann bis zu zwei Tage andauern und sorgt für einen unmittelbaren Straffungseffekt der Haut von innen heraus.

2. Stimulation der Fibroblasten

Die Radiofrequenzwellen regen außerdem die Fibroblasten zur Kollagenproduktion an. Dieser Effekt dauert sogar einige Monate an und führt somit nachhaltig zu einem gestrafften, konturierten Hautbild.

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Warum ist Kollagen so wertvoll für ein junges Hautbild?

„Kollagen ist ein Strukturprotein des menschlichen Körpers und wesentlicher Hautbestandteil. Es ist in höchstem Maße für ein straffes, jugendliches Hautbild verantwortlich“, klärt Dr. Fritsch auf. „Produziert wird Kollagen hauptsächlich in Fibroblasten, Chondroblasten, Osteoblasten und Odontoblasten. Kollagen, das zusammen mit den ebenfalls gebildeten Proteoglykanen für eine erhöhte Festigkeit der Extrazellulärmatrix sorgt, und damit für die Spannkraft, bildet eine Art Gerüst, über das sich Dermis und Bindegewebe spannen. Leider nimmt die natürliche Kollagenproduktion im Laufe des Lebens ab, was die Haut erschlaffen und Falten entstehen lässt.“

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Was verspricht die Radiofrequenztherapie?

Die Radiofrequenztherapie kann nahezu am gesamten Körper angewendet werden. Sie eignet sich aber besonders für die Straffung des gesamten Gesichts sowie Hals und Dekolleté und verspricht Faltenglättung, eine verbesserte Hautelastizität, sichtbare Konturierung und ein pralles, straffes Hautbild.

Im Augenbereich

Reduktion von Schlupflidern, Tränensäcken, Krähenfüßen

Im Gesicht

Straffung und Konturierung des gesamten Gesichts, Doppelkinn, Hängebäckchen, erschlaffter Wangenbereich, müder Teint

Im Hals- und Dekolleté-Bereich

Straffung der Fältchen, Reduktion des sogenannten Truthahnhals

Vorteile der Radiofrequenztherapie

Thermalifting ist eine nicht-invasive Hautverjüngungsmethode, also ohne den Einsatz eines Skalpells. Entsprechend ist auch keine örtliche Betäubung notwendig. Zudem gilt sie als besonders schonend, schmerzarm und sicher.

Bei der Radiowellentherapie wird die hauteigene Regeneration angeregt. Das hat den Vorteil, dass der Behandlungseffekt sechs bis zwölf Monate oder sogar länger anhält und damit auch deutlich länger als etwa Unterspritzungen mit Faltenfillern.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Methode ein sehr natürliches Ergebnis verspricht, da sie Falten nicht vollständig entfernt, sondern lediglich glättet. Da die Methode schonend ist, kann sie regelmäßig wiederholt werden und sogar auf langer Sicht sehr effektiv der Hautalterung entgegenwirken. Das Thermalifting ist dabei für alle Hauttypen geeignet. Die Dosis der ausgestrahlten Radiowellen wird an die Bedürfnisse und den Hauttyp des jeweiligen Patienten angepasst.

Die schonende Methode sowie die kurze Behandlungsdauer von etwa 20 Minuten erlauben es dem Patienten, unmittelbar nach der Anwendung, uneingeschränkt seinen gewohnten Tätigkeiten nachzugehen. Weder Ausfallzeiten noch Medikamenteneinnahme zur Nachsorge oder Narbenbildung müssen befürchtet werden. Nach der Behandlung sollten Sie eine Woche lang die Sonne meiden und Sonnenschutz auftragen.

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Nachteile und Risiken von Thermalifting

In der Regel muss man bis zu zwei Wochen auf ein erstes sichtbares und bis zu sechs Monate auf ein deutliches Ergebnis warten, da die Kollagenfasern diese Zeit brauchen, um sich zu bilden und zu restrukturieren. In seltenen Fällen können kurzfristige Rötungen und leichte Schwellungen auftreten.

Kosten und Behandlungszeitraum

Für ein optimales Ergebnis werden sechs bis zehn Behandlungen à 20 Minuten empfohlen. Ein bis vier Wochen sollten je nach Patient oder Patientin zwischen den Sitzungen liegen. Für einen langfristigen Anti-Aging-Effekt die Behandlung idealerweise alle zwölf Wochen auffrischen. Dabei können die Kosten pro Behandlung und Hautregion zwischen 80 und 120 Euro liegen.

Wo findet die Radiofrequenztherapie noch Anwendung?

Die Radiofrequenztherapie behandelt in der Medizin auch etwa Krampfadern und chronisches Sodbrennen. Dort hat sich ihre Fähigkeit bewährt, die Bildung von straffem Bindegewebe, hier z. B. in den Beinen und der Speiseröhrenwände, anzuregen.

Quelle

– mit fachlicher Beratung von Dr. Fritsch und Dr. Moussa, Fachärzte für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Düsseldorf

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