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10 BEAUTY-MINUTEN

Schon gewusst, was sich hinter dem Zusatz Lanolin verbirgt?

Lanolin – auch Wollwachs genannt – steckt in vielen fettenden Kosmetik- und Medizinprodukten. Aber wussten Sie, was sich dahinter im Detail verbirgt und wie der Stoff gewonnen wird? STYLEBOOK verrät, welche Vorteile Lanolin in der Hautpflege bietet und was Skincare-Expertin Nouha Labidi während unserer Talkshow „10 Beauty-Minuten“ zum Inhaltsstoff sagt.

Tatsächlich stammt Lanolin aus den Talgdrüsen von Schafen und wird durch einen besonderen Waschvorgang aus dem geschorenen Wollvlies extrahiert.

Wirkung von Lanolin

Lanolin schützt die Wolle der Schafe vor Regen, Schmutz und Feuchtigkeit, wobei das Wollwachs strukturell der Fettschicht der menschlichen Haut ähnelt. Durch diese Eigenschaft wird der Stoff zu einem ebenso wirksamen Hautschutz für den Menschen: In Kosmetikartikeln wird Lanolin eingesetzt, da es weichmachend, feuchtigkeitsspendend und heilend auf die Haut wirkt, Entzündungen hemmt und die Hautregeneration fördert.

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Besonders bei trockener und rissiger Haut kann das Wollwachs hilfreich sein, so kommen Pflegeprodukte mit Lanolin beispielsweise bei rissigen Lippen im Winter oder bei neurodermitischer Haut zum Einsatz. Auch für stillende Mütter bietet sich das Wollwachs an: Der Stoff findet Verwendung in speziellen Cremes für wundgenuckelte und rissige Brustwarzen.

Verschiedene Hauttypen

Lanolin hat zwar allgemein ein geringes allergisches Potenzial, bei der Verwendung sollte dennoch unbedingt auf den individuellen Hauttyp geachtet werden. Während sich Cremes und Salben mit Wollwachs besonders bei trockener Haut zur Pflege und Heilung eignen, sollte die Anwendung bei unreiner Haut vermieden werden.

Der Fettfilm, der durch das Verwenden lanolinhaltiger Pflegemittel entsteht, tut trockener Haut zwar gut, ein eher unreines Hautbild kann sich dadurch aber verschlimmern. Der Grund: Die Fettschicht bedeckt die Poren und sorgt dafür, dass sie weiter verstopfen, Unreinheiten wie Pickel oder Mitesser können die Folge sein.

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„10 Beauty-Minuten“ verpasst? Dann hier alle Folgen nachholen.

Was es zu beachten gilt

Lanolin ist zwar ein reines Naturprodukt, hinsichtlich ethischer und tierschutzgemäßer Aspekte ist aber Vorsicht geboten: Je nach Farmbetrieb kann die Schur für die Schafe eine ziemliche Qual sein, bei der die Tiere tiefe Schnittwunden davontragen. Zudem ist es in einigen Betrieben üblich, die Schwänze von Lämmern ohne Schmerzbetäubung zu kupieren – eine Praxis, die sich Mulesing nennt und in Deutschland verboten ist.

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Ein weiteres Problem ist, dass die Tiere oft mit Pestiziden behandelt werden, um sie so vor Parasitenbefall zu schützen. Giftstoffe bleiben in der Wolle zurück und finden sich damit auch im Lanolin wieder. Eine Anwendung von pestizidhaltigen Lanolin-Produkten kann wiederum zu einer Wollwachs-Allergie führen und Juckreiz oder Hautrötungen auslösen.

Wer also auf das Tierwohl achten möchte, der sollte auf heimische oder zertifizierte Lanolin-Produkte, die aus unbehandelter Wolle extrahiert wurden, zurückgreifen oder aber lanolinhaltige Produkte gänzlich meiden.

Quellen

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