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Female Finance

Finanzexpertin: »Mein erster Aktienkauf war ein Wechselbad der Gefühle

Frauenhände, mit Handy, auf dem Aktienkurse verzeichnet sind. Vor ihr Kaffee und Croissant.
Zwischen Kaffee und Gebäck in Aktien investieren? Das geht! Den ersten Aktienkauf sollte man allerdings gründlich durchdenken.Foto: Getty Images

Endlich den Schritt an die Börse wagen und Aktien kaufen – davor scheuen sich immer noch viele Frauen. Und auch Finanzexpertinnen waren mal an diesem Punkt, so wie Floriana Hofmann. Die Digitalleiterin des Finanzmagazins „Courage“ erzählt in unserer Female-Finance-Kolumne, wie sie ihren ersten Aktienkauf erlebte – mit allen Selbstzweifeln und Glücksgefühlen.

Ja, ich bin ausgebildete Finanzredakteurin und kenne mich mit Aktien aus. Dennoch: Als ich das erste Mal eine Aktie gekauft habe, war auch ich aufgeregt. Nicht aus Angst. Vielmehr freute ich mich mit diesem Aktienkauf, nun auch Teil der Börse zu sein.

Vorbehalte hatte ich vorher von Freunden und Freundinnen und Bekannten gehört. Verliere ich dann nicht mein komplettes Geld? Wie mache ich das eigentlich? Und welche Aktie soll ich denn überhaupt kaufen? Klar, das sind Fragen, die sich viele stellen, die zum ersten Mal eine Aktie kaufen wollen. Da war ich im Vorteil. Ich wusste, warum Aktien für mich eine spannende Anlageform sind: Ich bin jung, habe also einen langen Anlagehorizont. Mir war bewusst, dass Kursturbulenzen „normal“ sind und ich habe mir vorgenommen, dann nicht in Panik zu geraten. Ich hatte auch schon eine konkrete Aktie im Blick: Siemens Healthineers, ein Medizintechnik-Unternehmen aus Erlangen, das ich vor seinem Börsengang sogar einmal besuchen konnte.

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Mein erster Aktienkauf und 1000 Fragen

Trotzdem hatte ich noch mehr Fragen: Wie eröffne ich überhaupt ein Depot? Wie funktioniert ein Aktienkauf in der Praxis? Und darf ich als Redakteurin überhaupt eine Aktie kaufen, über die ich schon einmal berichtet hatte? Fragen, die ich immer wieder auf morgen verschoben habe. Irgendwann war der Tag dann aber da, der Tag, an dem ich meine erste Aktie kaufen würde. Ich verglich noch mal die Konditionen von Onlinebrokern, füllte die Formulare aus, sprach mit der Personalabteilung über die Anforderungen an Journalisten und Journalistinnen und konnte mich kurz darauf in mein eigenes Depot einloggen.

Zweifel kamen mir kurz vor knapp trotzdem. Um nicht das Gefühl zu haben, die Aktie blind zu kaufen, setzte ich mich nochmal intensiv mit meiner Wunsch-Aktie auseinander. Ich schaute mir die Bilanz an, las Artikel über die Geschäftsentwicklung und dachte mir dann: „Okay, ich probiere es jetzt einfach“, auch um meinem Wechselbad der Gefühle endlich ein Ende zu setzen. Einige Klicks und TAN-Eingaben später lag die Aktie in meinem Depot – und ich war stolz. Mein erster Aktienkauf – check!

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»Mittlerweile fühle ich mich gut aufgestellt

Mein Ziel war es, die Aktien von Siemens Healthineers möglichst lange zu halten. Ich war also nicht auf schnelle Gewinne aus und kann auch Verluste zwischenzeitlich aushalten. Deshalb habe ich nicht jede Kurskapriole gebannt verfolgt, sondern nur ab und zu in mein Depot geschaut. Und wenn, dann um mein Portfolio breiter aufzustellen und mein Risiko zu streuen. Ich kaufte schließlich weitere Aktien aus anderen Branchen. Zudem habe ich ETF-Sparpläne abgeschlossen. Mit diesem Mix fühle ich mich gut aufgestellt.

Die Aktie zu verkaufen, kam mir bisher noch nicht in den Sinn. Auch nicht zu Beginn der Corona-Krise, als sie, wie nahezu alle Aktien, extrem abgestürzt war.

Floriana Hoffmann von Courage
„Courage“-Finanzredakteurin Floriana berichtet für STYLEBOOK von ihrem ersten AktienkaufFoto: Courage

Floriana Hofmann ist Leitung Digital im Finanzen Verlag und damit unter anderem fürcourage-online.de zuständig. Nach ihrem Studium in Wien kam sie 2016 nach München zum Finanzen Verlag. Seitdem beschäftigt sie sich intensiv mit Aktien, Börse und Finanzen. Die Verantwortung für die Frauen-Finanz-Seite übernahm sie im Frühjahr 2021. „Auf courage-online.de geben wir Frauen die Infos, die für den Vermögensaufbau – und damit die finanzielle Unabhängigkeit – wichtig sind“, sagt sie.

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