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Fruchtsaft nicht besser als Limo

So viel Zucker steckt in Getränken drin

Cola-Glas und Zuckerwürfel
Der Zuckeranteil in einem Glas Cola dürfte die wenigsten von uns noch überraschen. Bei Frucht- und Energy-Drinks sieht das allerdings schon anders ausFoto: Getty Images

Cola, Limo, Apfelschorle – all diese Getränke können mit Zucker gesüßt sein. Und das in größeren Mengen, als man denkt. Wer auf Nummer sicher gehen will, trinkt Wasser und Tee. Oder mischt selbst eine Fruchtsaftschorle.

Dass Cola viel Zucker enthält, wissen wohl die meisten. Aber auch Erfrischungsgetränke, auf deren Etikett von „weniger süß“ oder „kein Zucker zugesetzt“ die Rede ist, können viel Zucker enthalten, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Lieber Fruchtsaft statt Limo?

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Fruchtsaft mag manchem als gesündere Alternative erscheinen. Tatsächlich enthält er wichtige B- und C-Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Aber: Es steckt von Natur aus jede Menge Zucker drin. Rund 10 Gramm sind es laut dem Ratgeber „ Achtung, Zucker!“ von der Verbraucherzentrale NRW pro 100 Milliliter. Zuckertechnisch hat Fruchtsaft also keine Vorteile gegenüber Limos oder Colas. Nun trinken heute viele Fruchtsaft nicht mehr pur, sondern in Form von Schorlen. Fertig gemischt aus dem Getränkehandel enthalten aber auch sie noch reichlich Zucker – nämlich rund fünf bis acht Gramm pro 100 Milliliter. In Fruchtsaftschorle steckt also nicht unbedingt weniger Zucker als in Limo.

Darauf sollten man achten

Wer nicht nur Wasser und ungesüßten Tee trinken möchte, sollte seine Schorle besser selbst mixen, raten die Verbraucherschützer. Am besten verwendet man dafür einen Teil Fruchtsaft und mindestens zwei, besser drei Teile Wasser. So drückt man den Zuckergehalt auf unter fünf Gramm pro 100 Milliliter. Liegt er etwa bei drei Gramm, enthalten 1,5 Liter selbstgemixte Schorle rund 45 Gramm Zucker oder 15 Zuckerwürfel. Egal, ob im Handel gekauft oder selbst hergestellt: Wer herausfinden möchte, wie viel Zucker er mit einem Erfrischungsgetränk zu sich nimmt, sollte realistisch rechnen. Auf die Angaben „pro Portion“ auf dem Etikett verlässt man sich besser nicht. Denn eine angegebene Portion kann viel kleiner sein als das, was man in der Regel konsumiert.

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Für den Käufer ist auf den ersten Blick übrigens nicht immer erkennbar, dass das Getränk überhaupt Zucker enthält – wenn in der Zutatenliste Bezeichnungen auftauchen, die nicht jedem geläufig sind. Doch auch hinter Begriffen, die auf „-ose“ enden, wie Glukose, Laktose oder Maltose, verbergen sich Zuckerarten. Und auch Sirup weist auf Süßmacher hin, genauso wie Dicksaft oder Molkenerzeugnisse.

Auch interessant: Zucker macht weder gute Laune noch wach

Foodwatch attackiert Coca-Cola-Strategie

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem Coca-Cola-Konzern vorgeworfen, für die Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes mitverantwortlich zu sein. Der Weltmarktführer von Limonaden verharmlose wissenschaftlich belegte Risiken seiner zuckerhaltigen Getränke, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, Martin Rücker. Coca-Cola versuche zudem, durch Lobbyarbeit Werbeverbote und Sondersteuern zu torpedieren. Mit Kampagnen im Internet und Fernsehen würden besonders Kinder und Jugendliche ins Visier genommen, kritisierte Foodwatch. In einem 100-seitigen Bericht hat der Verein die seiner Ansicht nach fragwürdige Strategie des US-Herstellers zusammengefasst.

https://www.instagram.com/p/BeqDo-cjQep/?taken-by=cocacola

Coca-Cola wies die Vorwürfe zurück. Man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker, hieß es in einer Stellungnahme. Coca-Cola werbe außerdem nicht in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter zwölf Jahren richten. Diese Selbstverpflichtung werde regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft.

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