Alltagswissen

Darf ich Seide eigentlich bügeln?

Seide kühlt im Sommer und wärmt im Winter – und ist äußerst angenehm zu tragen. So ist es kein Wunder, dass der genaue Herstellungsprozess von Seide jahrhundertelang ein Geheimnis blieb. Aber wie wird Seide eigentlich richtig gepflegt?

Kurz nicht aufgepasst und schon ist ein Fleck auf der Seidenbluse. Doch das gute Stöffchen wie ein T-Shirt in die Waschmaschine schmeißen, ist so einfach nicht. Doch wie wird Seide richtig gewaschen? Eine chemische Reinigung ist besonders schonend, der feine Stoff wird beim Waschen nicht in Mitleidenschaft gezogen. Besonders empfindliche Seidenstoffe wie Chiffon oder Krepp dürfen sogar meist nur auf diese Weise behandelt werden. Hinweise hierzu finden sich stets auf dem Waschzettel im Kleidungsstück.

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Wie wäscht man Seide?

Viele Kleidungsstücke aus Seide können jedoch auch mit Wasser gereinigt werden. Besonders schonend ist hierbei die Handwäsche, bei der ein spezielles Waschmittel für Seide genutzt werden sollte. Modedesignerin Isabel Kücke vom Berliner Label „Hund Hund“ empfiehlt: „Seide ist ein empfindliches Material. Handwäsche ist meistens die beste, einfachste und schnellste Art und Weise, Seide zu reinigen. Einfach einen Eimer mit kaltem (!) Wasser befüllen, Waschmittel hinzugeben und das Kleidungsstück für 30 Minuten einweichen lassen.“ Achtung: Feinwaschmittel für Wolle enthalten rückfettende Substanzen, die die Seide fettig wirken lassen. Besonders wichtig ist zudem, dass das Waschmittel keine Bleichmittel enthält, da sonst die farbige Seide Schaden nehmen könnte. Ein mildes Shampoo ohne rückfettende Substanzen, Parfüm oder Farbstoffe kann ebenfalls zur Reinigung genutzt werden. Danach in kaltem Wasser auswaschen, mit Handtüchern sanft trocken drücken und danach zum Lufttrocknen ausbreiten. Seide niemals in den Trockner geben! Falls man Seide in die Waschmaschine gibt, immer auf ein geeignetes Programm achten und die Temperatur auf 0 Grad bzw. Kaltprogramm stellen.“

Seiden Kokons

Seide wird aus den Kokons der Larve des Seidenspinners gewonnen – und besteht zum Großteil aus Protein
Foto: Getty Images

Wie wird Seide korrekt gebügelt?

Ist das Kleidungsstück noch ein bisschen feucht, entstehen zudem nicht so leicht Knitterfalten. Hierfür kann auch ein etwas angefeuchtetes Baumwolltuch auf die Seide gelegt werden. Ein weiteres Baumwolltuch zwischen Bügelbrett und Seidentuch kann währenddessen etwaige Farbflecken verhindern.

Bügeleisen Seide

Seide ist ein anfälliges Material und braucht schonende Pflege. Daher sollten Seidenstoffe beim Bügeln immer auf links gedreht werden

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Wie lagert man Seiden-Teile am besten?

Da Seide ein empfindlicher Naturstoff ist, sollten bestimmte Lagerhinweise beachtet werden. Seidenstoffe können beispielsweise schnell ausbleichen, wenn sie einer direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sollte Seide stets an einem dunklen Ort gelagert werden – und natürlich nicht in der Sonne trocknen. Zudem kann Seide von Kleidermotten befallen werden. Um die Kleidung vor diesen zu schützen, können zum Beispiel Beutel mit stark duftenden Kräutern wie Lavendel oder Thymian im Schrank angebracht werden. Es gibt aber auch chemische Lockfallen, die gegen Kleidermotten helfen. Wenn ein Kleidungsstück eingelagert werden soll, weil es beispielsweise nur im Winter getragen wird, sollte es vorher zudem gut verpackt werden.