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Görtz meldet Insolvenz an: 160 Filialen betroffen

Nach Insolvenz

Schuhhändler Görtz schließt erste Filialen in Deutschland

Belebte Einkaufsstraße
Der Schuhhändler Görtz meldet Insolvenz an und erste Filialen werden bald geschlossen. STYLEBOOK nennt die Gründe. Foto: Getty Images

Der beliebte Schuhhändler Görtz hatte vor drei Monaten aufgrund Insolvenz ein Sanierungsverfahren angemeldet. Betroffen waren rund 160 Filialen in Deutschland und Österreich und dessen 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt müssen die ersten Filialen schließen. Wie es nun weitergeht, lesen Sie bei STYLEBOOK.

Der Hamburger Schuhhändler Görtz hatte im September offiziell Insolvenz angemeldet und ein Sanierungsverfahren eingeleitet. Das Amtsgericht Hamburg hat am 28. November – rund drei Monate nach den Anträgen – die gerichtlichen Sanierungsverfahren der Görtz-Gesellschaften eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet. Somit schreite die Sanierung der Unternehmensgruppe weiter voran, jedoch sei die Schließung zahlreicher Filialen unvermeidbar, so das Unternehmen.

Wie das Schutzschirmverfahren die Insolvenz aufhalten soll

Bei dem Schutzschirmverfahren handelt es sich um eine Spezialform zur Sanierung des Unternehmens in Eigenverwaltung, bei dem das bisherige Management die Geschicke des Unternehmens in der Hand behält. Die Geschäftsführung, Frank Revermann und Tobias Volgmann (CFO), bleiben weiter im Amt, der Sachwalter führt die Aufsicht.

Mit den gerichtlichen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung wolle sich die Görtz-Gruppe „konsequent restrukturieren und zukunftssicher aufstellen“. Die Geschäftsführung erarbeiteten dafür eigens einen Sanierungsplan. „Wenn die Gläubiger diesem Plan zustimmen und das Gericht ihn bestätigt, wird der Erhalt und die nachhaltige Fortführung von Görtz gesichert“. Görtz sei „eine starke und bekannte Marke, die weiterhin viel Potenzial in sich trägt“, so der CEO Frank Revermann.

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Gründe für die Schließung von Görtz

Dabei wird die aktuelle Entwicklung und das Insolvenzverfahren mit dem Ukraine-Krieg, der hohen Inflation und steigenden Energiepreisen begründet. Denn diese Faktoren hätten zu „enormer Kaufzurückhaltung in den Filialen und im Onlinegeschäft“ geführt. Die Löhne und Gehälter der rund 1800 Beschäftigten für September, Oktober und November seien durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert, doch „ab Dezember 2022 wird Görtz die Löhne und Gehälter wieder aus eigenen Mitteln zahlen.“

Auch seien die Mieten der Verkaufsflächen einfach zu teuer geworden. Ein entscheidender Faktor seien laut Görtz dabei die Gespräche mit den zahlreichen Vermietern über unrentable Filialen, bei denen es um signifikante Mietreduktionen geht. Görtz musste bereits die Mietverträge von Filialen kündigen, bei denen keine Mietreduktionen erzielt werden konnten. Davon seien auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Filialen betroffen. 

„Diese Schritte fallen uns sehr schwer. Aber wenn die derzeitige Kaufzurückhaltung anhält und wir mit unseren Vermietern keine deutlichen Mietreduzierungen erreichen können, haben wir keine Wahl: dann müssen wir die jeweiligen Filialen schließen. Andernfalls gefährden wir die besser laufenden Filialen und letztlich die Sanierungschancen von Görtz insgesamt“, sagt Frank Revermann, CEO der Görtz-Gesellschaften. 

Wer ist von der Görtz-Insolvenz betroffen?

Im Einzelnen sind die Muttergesellschaft sowie die Tochterunternehmen Görtz Retail GmbH und Görtz Logistik GmbH betroffen. Das Unternehmen betreibt rund 160 Filialen in Deutschland und Österreich. Als vorläufigen Sachwalter setzte das für Insolvenzfälle zuständige Amtsgericht Hamburg den Anwalt und Sanierungsexperten Sven-Holger Undritz von der Restrukturierungs- und Insolvenzrechtskanzlei White & Case ein.

Quellen

Schuhhändler Görtz saniert sich mit Schutzschirm und Eigenverwaltungsverfahren, Görtz
Görtz meldet Insolvenz an, Spiegel Wirtschaft

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