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Ohr-Piercings und worauf dabei zu achten ist

Ratgeber

Verschiedene Ohr-Piercings und worauf dabei zu achten ist

Ohren-Piercing
Lesen Sie bei STYLEBOOK mehr über die verschiedenen Ohren-PiercingsFoto: Getty Images

Durchgestochene Ohrläppchen, aber vor allem -muscheln und Co. erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Dabei scheint zu gelten: Je mehr, desto besser. STYLEBOOK zeigt die verschiedenen möglichen Stellen für Ohr-Piercings und was dabei jeweils zu beachten ist.

Mehrere Ohr-Piercings auf einmal hat man früher vor allem an Punks gesehen. Doch inzwischen ist der Look nicht bloß extrem alltagstauglich, sondern auch supertrendy. Dabei sind der Fantasie Piercing-Williger (fast) keine Grenzen gesetzt, wie die folgende Übersicht beweist.

Ohrschmuck in Weichgewebe oder Knorpel

„Normale“ Ohrringe im Ohrläppchen und Flesh-Tunnels

Der Klassiker im Bereich Ohrschmuck ist bis heute der Ohrring in der Mitte des Weichgewebes am Ohrläppchen. Es handelt sich gleichzeitig quasi um einen Einsteiger-Ohrschmuck, den bereits viele Kinder verpasst bekommen. Er ist streng genommen nicht als Ohr-Piercing zu bezeichnen, denn bis heute werden Ohrlöcher am Ohrläppchen häufig noch durchgeschossen und nicht gestochen. Der Grund: Der Aufwand mit einer Ohrlochpistole ist deutlich geringer, und das Ohrläppchen gilt gemeinhin als am wenigsten bedenkliche Stelle für Ohrschmuck. Weiterhin ist Schießen schneller und kostengünstiger.

Die Steigerung des einfachen Ohrrings am Ohrläppchen ist bekanntlich der Flesh-Tunnel, also das ausgedehnte Ohrloch. Dieses gibt es von dezent-klein bis münzgroß. Das Dehnen des Stichkanals kann man dabei selbst zu Hause vornehmen. Doch dabei ist es wichtig, schrittweise vorzugehen und jeweils einige Wochen lang zu warten. Sonst kann das Ergebnis leiden es zudem zu Entzündungen kommen, mit der möglichen Folge sogenannter Keloide. Schlimmstenfalls kann das Gewebe reißen. Mehr dazu lesen Sie in diesem Beitrag über Flesh-Tunnels.

Blanca Suárez
Schauspielerin Blanca Martínez Suárez hat Piercings sowohl in der Ohrmuschel als auch im -weichgewebe Foto: Getty Images

Im Folgenden soll es vordergründig um Knorpel-Piercings gehen. Diese sind gemeinhin schmerzhafter, als Sie es womöglich von Weichgewebe kennen. Auch die Heilung dauert deutlich länger. Mehr allgemein Wissenswertes lesen Sie weiter unten im Text.

Diese Stellen für Ohr-Piercings gibt es

Helix

Helix-Piercings sitzen auf dem wulstigen Knorpelrand der Ohrmuschel. Die Stelle, die bereits in den 1990er-Jahren beliebt für Ohrschmuck war, erfährt gerade ein mega Trend-Comeback. Next step: Forward-Helix, also ein Ohr-Piercing am inneren Anfang der Helix. Besonders cool sehen mehrere dieser Ohr-Piercings zusammen aus.

Rook

Rook nennen sich die senkrecht gestochenen Ohr-Piercings auf der oberen Falte unter der Helix in der Ohrmuschel. Ihre Bezeichnung geht Berichten zufolge auf den Piercer Erik Dakota (Spitzname: „Rook“) zurück, der die Stelle erstmals durchstochen haben soll.

So raffiniert das sogenannte Rook aussehen mag, so aufwändig ist sein Stechen. Denn der Knorpel an der Stelle ist besonders dick. Daher dauert das Piercen, das hier meist mit einer speziellen gebogenen Nadel erfolgt, etwas länger und wird zudem als recht schmerzhaft beschrieben. Es kann vier bis sechs Monate lang dauern (und mitunter auch länger, sollte es zu Entzündungen kommen), bis das Ohr-Piercing verheilt ist.

Daith

Auch das als Daith bekannte Ohr-Piercing kann sehr effektvoll sein. Es sitzt in der Wölbung der inneren Ohrmuschel und ist, wie die Stelle vermuten lässt, in puncto Aufwand und Heilungsdauer vergleichbar mit dem Rook. Zur Unterstützung verwenden Piercer hier zumeist eine als „Receiving Tube“ bezeichnete Art Schutzröhre, mit der sich beim Stechen ein Gegendruck erzeugen lässt, um die umliegenden Hautpartien zu schützen.

Tragus und Anti-Tragus

Der Tragus ist der kleine Knorpelknubbel direkt am Gehöreingang. Bei einem Ohr-Piercing an dieser Stelle hält der Piercer für gewöhnlich ein Stück Korken hinter den Tragus, um mögliche Verletzungen des Gehörkanals zu verhindern.

Der Anti-Tragus wird, dem Tragus gegenüber, in die kleine Falte des äußeren Ohrenknorpels gestochen. Es ist die kleine Knorpelwölbung am oberen Rand des Ohrläppchens – richtig, die ist nicht bei allen Menschen stark ausgeprägt. Falls dieses Ohr-Piercing bei Ihnen möglich ist, heißt es kurzzeitig Zähne zusammenbeißen: Der Anti-Tragus gilt als das schmerzhafteste Piercing überhaupt.

Aber klar, Knorpel-Piercings tun alle ziemlich weh, letztendlich geben sich Anti-Tragus, Daith und Co. nicht viel…

Conch

Der Conch zählt in dieser Liste zu den einfacheren Ohr-Piercings. Er wird einmal durch die Ohrmuschel durchgestochen. Sie haben dabei die Wahl zwischen einem Inner-Conch in der Mitte der Muschel und einem Outer-Conch etwas weiter oben, quasi unterhalb der Helix.

Auch interessant: Wildfleisch am Piercing – was ist das und was kann man dagegen tun?

Snug

Snug nennt sich das Ohr-Piercing des inneren Knorpels parallel zur Ohrenkante. Auch hier hängt die Umsetzbarkeit davon ab, wie stark diese Wölbung bei Ihnen ausgeprägt ist.

Rihannas Ohr-Piercings
Dieses berühmte, reichlich durchstochene Ohr gehört Sängerin RihannaFoto: Getty Images

Wichtige Infos zu Knorpel-Piercings

Es ist wichtig, dass Knorpel-Piercings mit einer Piercing-Nadel oder einer Piercing-Kanüle durchgestochen werden – und nicht geschossen. Mit einer Ohrlochpistole würde der Schmuck mit großer Wucht eingebracht, wodurch einerseits Knorpel zersplittern und andererseits leichter Erreger in die Wunde gelangen könnten. Dadurch kann es schnell zu Entzündungen kommen.

Auch interessant: Entzündete Ohrlöcher – was hilft wirklich?

Hygiene großschreiben, aber nicht überpflegen

Das Entzündungsrisiko ist hier ohnehin höher als bei Weichgewebe. Um es bestmöglich zu minimieren, sollten Sie den Ohrring keinesfalls entfernen und mindestens acht Wochen lang nicht auf der gestochenen Stelle schlafen. In den ersten drei Wochen nach dem Piercen sind außerdem Sonnenbäder, Saunabesuche und ähnliches tabu. Vermeiden Sie weiterhin, die Wunde mit den Fingern zu berühren und dass Kosmetikprodukte in die Wunde gelangen. Stattdessen die Einstichstelle am besten zwei Mal am Tag (nicht weniger, aber auch nicht mehr) mit einem geeigneten Desinfektionsmittel reinigen.

Mit dem Wunsch nach einem Knorpel-Piercing sind Sie bei einem (erfahrenen) Piercer an der besten Adresse. Zwar gibt es auch zahlreiche Juweliere, die Ohrlöcher stechen. Doch gerade bei diffizilen Stellen wie etwa dem Snug profitieren Sie von Erfahrungswerten, die im renommierten Piercing-Studio logischerweise größer ist.

Quellen

Themen

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