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Vor- und Nachteile im Überblick

Sollte man sich Ohrlöcher stechen oder schießen lassen?

Ohrlöcher stechen oder schießen
Ohrlöcher kann man stechen oder wie hier auf dem Bild per Ohrlochpistole schießen lassen. Eine der beiden Methoden ist die schonendere.Foto: iStock – Viorel Poparcea

Piercings gibt es nie ganz ohne Risiko, auch die eigentlich unbedenklichen Ohrlöchern können Komplikationen nach sich ziehen. Deswegen stellt sich die Frage: Sollte man sich Ohrlöcher besser stechen oder schießen lassen? STYLEBOOK hat mit einem Experten gesprochen.


Haben Sie bereits seit Ihrer Kindheit Ohrlöcher? Dann sind diese vermutlich von einem Juwelier oder in der Apotheke mithilfe einer Ohrlochpistole ins Ohrläppchen geschossen worden. Heute setzen Piercer dagegen bevorzugt auf die Verwendung von Hohlnadeln, also auf das Stechen von Ohrlöchern. STYLEBOOK erklärt die beiden Methoden genauer und verrät, welche der Experte bevorzugen würde.

Schießen von Ohrlöchern mit einer Ohrlochpistole

Früher wurden Ohrlochpistolen mit einem Ohrstecker „geladen“, erklärt uns Dermatologe und Beauty-Doc Dr. Afschin Fatemi. Betätigte man dann den Abzug, löste sich eine gespannte Feder und dadurch gelangte der Ohrstecker in das Ohrläppchen. Bei den neueren Pistolen gebe es diese Spannvorrichtung nicht mehr. „Der Ohrring wird stattdessen mithilfe der Pistole nur noch durch die Haut geschoben“, so der Arzt.

Vorteile und Nachteile

Lässt man sich Ohrlöcher mit einer Pistole schießen, dürfen sich Kunden über einen verminderten Preis freuen. Das Stechen mit der Hohlnadel wäre fast doppelt so teuer. Laut Dr. Fatemi liegt das hauptsächlich daran, dass mit Ohrlochpistolen keine aufwendige Sterilisation durchgeführt wird. Lediglich ein verpackter oder nur desinfizierter Medizinstecker wird in das Gerät eingesetzt. Das bringt jedoch einige Risiken mit sich.

Der Arzt betont, dass geschossene Ohrlöcher sich oft entzünden. Das sei dem Grund geschuldet, dass die Pistolen zu einem Großteil aus Plastik bestehen. Deshalb kann man sie nicht ausreichend desinfizieren. „Außerdem rammen Ohrlochpistolen den Schmuck mit einer großen Wucht in das Gewebe, so können Erreger leichter mit in die Wunde gelangen. Wenn die Pistolen bereits bei anderen Kunden benutzt wurden, besteht zudem auch das Risiko, dass man mit Hepatitis B und C oder sogar mit HIV-Viren in Kontakt kommt.“

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Ohrlöcher stechen mit der Hohlnadel

Mit einer Hohlnadel befördert man den Schmuck nicht direkt in die Haut, sondern sticht zuerst das entsprechende Loch durch die Haut. Dadurch erhalte man einen präzisen, sauberen Stichkanal.

Mehr Vor- als Nachteile

Beim Stechen mit einer Hohlnadel bestehen – bei fachgemäßer Durchführung – laut Dr. Fatemi kaum Risiken. Das umliegende Gewebe bleibt unverletzt. Auf der Nachteil-Seite steht dagegen nur der deutlich höhere Preis.

Für den Experten wäre der Fall klar: „Ich würde zwischen den beiden Varianten immer das Piercen mit einer Nadel wählen. Das ist die deutlich schonendere Methode.“

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Frische Ohrlöcher richtig pflegen

Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, die frisch gestochenen oder geschossenen Ohrlöcher richtig zu behandeln, sonst kann es am Ende doch noch zu einer Entzündung kommen. Normalerweise setzt nach einer Verletzung sofort die Blutstillung ein, weil sich die Gefäße in der Haut verengen. Danach beginnt die Gerinnung, die Wundfläche verklebt und es bildet sich eine Kruste, die vor Keimen schützt. Doch im Falle eines Piercings verhindert der eingesetzte Schmuck diesen Prozess. Stattdessen muss der Körper eine dünne Hautschicht um das Piercing bilden, was viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Das A und O: Hygiene

Dr. Afschin Fatemi rät dazu, die frischen Ohrlöcher in der Heilungsphase nur mit gewaschenen Händen anzufassen. Diese beträgt zwischen sechs und zwölf Wochen. Auf diese Weise stelle man sicher, dass keine Bakterien oder Schmutz in den Stichkanal gelangen. Ferner sei es wichtig, den Stecker vorne und hinten regelmäßig mit einem geeigneten Desinfektionsmittel zu säubern. Dabei sollte man aber darauf achten, dass der Stichkanal möglichst trocken bleibt, denn Feuchtigkeit erleichtere es Keimen, sich in frischen Wunden anzusiedeln.

Quelle

Mit fachlicher Beratung durch Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie und plastische Chirurgie

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