Alles, was man wissen muss

Motive, Hygiene, Pflege: Der große Tattoo-Ratgeber

Von der Motivfindung über die passende Stelle bis hin zu Pflege, Abheilung und Entfernung: Der große STYLEBOOK-Tattoo-Ratgeber hat Antworten auf alle Fragen rund um die Themen Tattoo und Tätowierung.

Tätowierer bei der Arbeit
Ein Tattoo will gut überlegt sein, schließlich ist es (eigentlich) auf ewig angelegt
Foto: Getty Images

Mit Tattoos verhält es sich ähnlich wie mit der Essiggurke auf dem Cheeseburger: Entweder man liebt sie oder man kann sie nicht ab. Dazwischen gibt es verhältnismäßig wenig. Fakt ist aber: Im Zeitalter von Instagram und Fashion-Blogs erleben vor allem dezente, minimalistische Tätowierungen einen großen Hype.

Tätowierungen im Wandel der Zeit

Mit den Anfängen der Menschheit entwickelten sich die ersten Formen des permanenten Körperschmucks, so soll bereits der Körper des legendären Eis-Menschen „Ötzi“ von Tätowierungen übersät gewesen sein. Der Beginn einer unendlichen Geschichte!

Auch interessant: Wissen Sie, was Ihr Tattoo bedeutet?

Spätestens in den 90er Jahren erlangten Tätowierungen einen neuen Status in der westlichen Welt. Viele Prominente begünstigten diese Entwicklung mit der öffentlichen Präsentation ihres Körperschmucks, die gesellschaftliche Akzeptanz stieg immens und der Tabu-Status wurde aufgehoben. Mit der Schmuck-Tattoo-Bewegung ging die rein persönliche Bedeutung immer mehr verloren, heute sind Tätowierungen längst mehr als das Erkennungsmerkmal von Biker-Gangs oder Gefängnisinsassen. Dennoch ist es ratsam, eine eher ungewöhnliche Motiv-Idee lieber vor dem ersten Stich nachzuschlagen und potenzielle ethnische oder historische Einflüsse zu beachten.

Auch interessant: Justin Bieber: »Mein Körper ist eine Leinwand

Die wichtigsten Fragen und Fakten rund um das Tattoo

Hygiene und Risiken

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind die Hygiene-Vorschriften für professionelle Tätowierer ausgesprochen streng. Werden die verwendeten Nadeln nicht ausreichend gereinigt, besteht die Gefahr, sich mit verschiedenen Krankheiten anzustecken. Ein frisch gestochenes Tattoo ist eine offene Wunde in der Haut, die regelmäßig gereinigt, sterilisiert und in den ersten Tagen von Wasser ferngehalten werden muss, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Wer sich gerne im Ausland tätowieren lassen möchte, sollte sich unbedingt im Vorfeld über die hygienischen Standards informieren.

Auch interessant: Das sind die coolsten Single-Line-Tattoos für Frauen

Kosten und Beratung

Eine gute Beratung gehört zur Grundausstattung eines jeden Tattoo-Studios. Grundsätzlich ist eine Tätowierung teurer als man vielleicht erwartet, der Preis ist abhängig von verschiedenen Faktoren: Größe, Farbe und Dichte des Motivs, die Anzahl der benötigten Sitzungen etc. In Deutschland bietet in der Regel jedes Studio eine umfassenden Beratung an, in vielen Fällen werden Kunden auch bei der Motivsuche unterstützt. Manchmal ist es sinnvoll, sich im Zweifel das gewünschte Motiv mit einem schwarzen Filzstift aufzumalen und einige Tage zu beobachten, wie man sich selbst damit fühlt.

Anzeige: Für den fall, dass das Tattoo mal versteckt werden muss, ist das die perfekte Lösung!

Pflege und Konditionen

Wie so oft im Leben, kommt es auch bei permanenten Tätowierungen auf die richtige Pflege an. Besonders in den ersten Tagen und Wochen nach dem Stechen muss die Haut regelmäßig eingecremt werden, über die Jahre hinweg lässt sich die Intensität der Farben mit fetthaltigen Cremes wie Vaseline konservieren. Zur richtigen Tattoo-Pflege finden Sie hier eine ausführliche Anleitung. 

Verblassen und Nachstechen

Ob und inwiefern Tätowierungen verblassen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Das Alter des Kunden, die Beschaffenheit des Körpers, die Qualität der Tinte, der Kontakt mit Sonne und Wasser, die natürlichen Veränderungen des Körpers, der Alterungsprozess…. Die Liste ist unendlich lang. Dennoch gibt es einige Tipps und Regeln, die man beachten sollte, wenn man das Verblassen verhindern oder zumindest hinauszögern möchte (Stichwort: Nachstechen!). Einen Ratgeber zu Tätowierungen im Alter finden Sie hier. 

Entfernung

Vorbereitung hin oder her, Menschen machen Fehler. Diese können sowohl an einer unüberlegten Motivwahl als auch – wie im Fall von Jennifer Lawrence – am Scheitern des Tätowierers liegen. Wie auch immer: Kein Geheimnis ist, dass die Entfernung eines gestochenen Tattoos mit einigen Risiken, sehr hohen Kosten und viel Aufwand verbunden ist. Was lange Zeit gar nicht möglich war, wird heute mit einer der fortschrittlichsten Methoden der Beauty-Industrie therapiert: Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu einer Laser-Behandlung.

Schwangerschaft

Grundsätzlich sind die Folgen von Tätowierungen vor, während oder direkt nach der Schwangerschaft kaum erforscht, weswegen die allermeisten Tattoo-Studios strikt davon abraten. Nina von Classic Tattoo Berlin meint dazu: „Wir tätowieren grundsätzlich erst wieder ein Jahr nach der Geburt, weil eine Tätowierung immer Stress für den Körper bedeutet. In Ausnahmefällen auch schon sechs Monate danach, aber nur, wenn eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden kann.“ Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man sich unter gar keinen Umständen tätowieren lassen, um dem Kind nicht zu schaden.

Auch interessant: Das müssen Sie vor einer Tattoo-Entfernung unbedingt wissen!

Die wichtigsten Schritte bis zu meinem Tattoo

Im weitesten Sinne fallen auch Körperbemalungen mit Henna-Farbe und das so genannte „Permanent Make-Up“ unter den Begriff „Tätowierung“. Dennoch ist mit einer Tätowierung in den allermeisten Fällen der mit Tinte gestochene Körperschmuck im herkömmlichen Sinne gemeint.

Das perfekte Motiv?

Keine Frage, bei Tätowierungen kann einiges schiefgehen. Tatsächlich gibt es zahlreiche prominente Beispiele, die zeigen, dass sich der Name der aktuellen Liebschaft nicht zwangsläufig als Tattoo-Motiv eignet (falls es allerdings schon zu spät ist, finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Wiedergutmachung). Wer schon lange mit einem Tattoo liebäugelt, sich aber noch nicht endgültig für ein Motiv entscheiden konnte, nutzt am besten verschiedene Quellen zur Inspiration. Zahlreiche Websites, Blogs und Bücher widmen sich der Entstehung, Geschichte und Motiv-Findung von Tätowierungen. In den sozialen Netzwerken wie Instagram, Pinterest oder auch Facebook finden sich ganze Gruppen und Profile als Inspirationsquelle.

Die perfekte Stelle? 

Für Anfänger empfiehlt es sich, bei der ersten Tätowierung eine möglichst diskrete Körperstelle zu wählen. Unabhängig vom Arbeitsumfeld oder der religiösen Ausrichtung unterschätzen Neulinge gerne die Gefahr des „Sich-Sattsehens“. Wer für sein erstes Motiv eine sehr exponierte Stelle wie Hände, Arme oder den Hals-Gesichts-Bereich wählt, kann dessen schnell überdrüssig werden. Grundsätzlich ist eine Körperstelle zu empfehlen, die bei Bedarf durch Kleidung verdeckt werden kann.

Auch interessant: Was sagt mein Tattoo über mich aus?

Unser Körper reagiert an unterschiedlichen Stellen mit unterschiedlicher Schmerzempfindlichkeit. Körperteile, an denen die Haut sehr dünn ist – wie z.B. an den Fingern, auf dem Dekolleté oder in den Kniekehlen – sind für Tattoo-Anfänger eher nicht zu empfehlen. Hier finden Sie einen genauen Überblick über die Schmerz-Intensität beim Stechen:

Die schönsten (und schlimmsten) Tattoo-Trends

Der Kreativität sind in der Tattoo-Branche meist keine Grenzen gesetzt. Dieser Umstand hat in der Vergangenheit viele beeindruckende Trends und Stilrichtungen hervorgebracht, darunter auch einige, auf die wir gut und gerne verzichtet hätten (Stichwort: Arschgeweih). In den letzten Jahren sind realistische Motive, die ihre Inspiration aus der Flora und Fauna ziehen, immer beliebter geworden. Auch die Tattoo-Szene ist immer vielseitiger geworden: Wer sich noch nicht so richtig traut, kann sich mit einem „tätowierten Haarschnitt“ herantasten, dunkle Hauttypen greifen auf weiße statt schwarze Tinte zurück und im Bereich des Permanent Make-Ups erfahren künstliche Sommersprossen einen ungeahnten Hype.